Peroxomonoschwefelsäure

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Strukturformel
Peroxomonoschwefelsäure
Allgemeines
Name Peroxomonoschwefelsäure
Andere Namen
  • Peroxoschwefelsäure
  • Sulfomonopersäure
  • Peroxy-Monoschwefelsäure
  • Carosche Säure
Summenformel H2SO5
CAS-Nummer 7722-86-3
PubChem 2754594
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 114,09 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

Zersetzung ab 45 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Peroxomonoschwefelsäure (auch Peroxoschwefelsäure, Peroxy-Monoschwefelsäure oder Carosche Säure) ist eine Oxosäure des Schwefels. Ihre Salze heißen Peroxomonosulfate, z. B. Kaliumperoxomonosulfat (K2SO5). Die farblosen wässrigen Lösungen der Peroxomonoschwefelsäure werden im Praxisjargon von Chemielaboren auch Knabberwasser, Piranhasäure oder Piranha-Lösung genannt.

Darstellung[Bearbeiten]

Eine Synthese kann durch Umsetzung von Chlorsulfonsäure (ClSO3H) mit Wasserstoffperoxid erfolgen:[3]

\mathrm{H_2O_2 \ + \ ClSO_3H \longrightarrow \ H_2SO_5 \ + \ HCl}

Bei weiterer Umsetzung mit Chlorsulfonsäure bildet sich Peroxodischwefelsäure.

Peroxomonoschwefelsäure als wässrige Lösung ist schon unter Normalbedingungen instabil und wird daher zur Verwendung stets neu hergestellt. Hierfür wird zu konzentrierter Schwefelsäure 30%ige Wasserstoffperoxidlösung im Volumenverhältnis 3:1 zugegeben (Vorsicht: Hitzeentwicklung).

Eigenschaften[Bearbeiten]

Peroxomonoschwefelsäure ist ein farbloser, äußerst hygroskopischer, feinkristalliner Feststoff, der nach Ozon riecht. In reinem Zustand ist er mehrere Wochen unter nur geringem Verlust von aktivem Sauerstoff haltbar, in unreiner Form ist er wesentlich unbeständiger. Er ist unzersetzt löslich in Alkohol und wenig löslich in Ether.[4] Beim Lösen in Wasser wird in einer Gleichgewichtsreaktion Wasserstoffperoxid (H2O2) freigesetzt:

\mathrm{H_2SO_5 \ + \ H_2O \ \rightleftharpoons \ H_2SO_4 \ + \ H_2O_2}

Peroxomonoschwefelsäure wirkt stark oxidierend und wird als Reinigungs- und Bleichmittel verwendet. Der Chemiker Heinrich Caro stellte sie erstmals dar und beschrieb sie 1898.

Verwendung[Bearbeiten]

Peroxomonoschwefelsäure wird von Chemikern gelegentlich zur Reinigung von Glasfritten etc. verwendet. Dabei dürfen unter keinen Umständen organische Lösungsmittel wie z.B. Aceton zugesetzt werden, da dies zu Explosionen führen kann.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Sicherheitsdatenblatt Solvay (PDF; 235 kB)
  2. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  3. G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 388–389.
  4.  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 392.