Plexus choroideus

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Der Plexus choroideus, auch Plexus chorioideus[1] oder Plexus chorioides[2] geschrieben (Plural: die Plexūs chor[i]oidei/chorioides), ist ein baumartig verzweigtes Adergeflecht im Hohlraumsystem (Ventrikel) des Gehirns. Jeder der vier Ventrikel besitzt ein solches Adergeflecht, die man auch als Zottenwulste bezeichnet. Sie bilden die Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis). Der Teil des Plexus choroideus, der aus den seitlichen Öffnungen des 4. Ventrikels (Aperturae laterales ventriculi quarti bzw. Foramina Luschkae) herausragt, wird klinisch auch als Bochdalek-Blumenkörbchen bezeichnet. Der Plexus choroideus des III. Ventrikels und der Seitenventrikel ist an den Taenien des Thalamus (Taenia thalami), der Fornix (Taenia fornicis) und der Fimbria fornicis (Taenia fimbriae) aufgehängt.

Die Bildung des Liquors erfolgt im Wesentlichen durch eine Ultrafiltration des Blutes. Zusätzlich wird durch aktive Ausschüttung (Sekretion) eine gegenüber dem Blut erhöhte Konzentration an Natrium und Magnesium erzielt. Die gebildete Liquormenge liegt bei 0,3-0,4 ml/min, also ca. 500 ml/Tag. Die vorhandene Liquormenge von ca. 150 ml kann somit pro Tag in etwa dreimal ausgetauscht werden.

Histologie[Bearbeiten]

Histologie des Plexus choroideus.
Hämatoxylin-Eosin gefärbtes Schnittpräparat. Originalvergrößerung 1:100

Ein Plexus choroideus besteht aus einer Einstülpung der weichen Hirnhaut (Pia mater) und einem Epithelüberzug aus spezialisierten Gliazellen (Ependymzellen). Dieses einschichtige kubische Epithel, die Lamina choroidea, besitzt Kinozilien und zahlreiche Mikrovilli an seiner Oberfläche. Darunter befindet sich die aus der Pia mater stammende gefäßreiche Bindegewebsschicht, die Tela chorioidea, die mesenchymalen Ursprunges ist. Die Blutversorgung der Adergeflechte erfolgt durch Seitenäste der Arteria carotis interna und Arteria cerebri posterior (caudalis).

Erkrankungen[Bearbeiten]

Als Plexuszyste wird eine harmlose zystische Struktur im Gehirn ungeborener Kinder bezeichnet. Ein gutartiger Tumor des Plexus choroideus wird als Plexuspapillom, ein bösartiger als Plexuskarzinom bezeichnet.

Literatur[Bearbeiten]

  1. His, W. (1895). Die anatomische Nomenclatur. Nomina Anatomica. Der von der Anatomischen Gesellschaft auf ihrer IX. Versammlung in Basel angenommenen Namen. Leipzig: Verlag Veit & Comp.
  2. Suzuki, S., Katsumata, T., Ura, R. Fujita, T., Niizima, M. & Suzuki, H. (1936). Über die Nomina Anatomica Nova. Folia Anatomica Japonica, 14, 507-536.

Weblinks[Bearbeiten]