Pneumonitis

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Klassifikation nach ICD-10
J68.- Krankheiten der Atmungsorgane durch Einatmen von chemischen Substanzen, Gasen, Rauch und Dämpfen
J69.- Pneumonie durch feste und flüssige Substanzen
J70.- Krankheiten der Atmungsorgane durch sonstige exogene Substanzen
J84.- Sonstige interstitielle Lungenkrankheiten
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Der Begriff Pneumonitis steht für eine entzündliche Veränderung der Lunge. Im Gegensatz zur Pneumonie sind die Auslöser jedoch keine Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze, sondern in der Regel pneumotoxisch wirkende Einflüsse wie hochenergetische Strahlung oder Medikamente, also Noxen physikalischer und chemischer Art.

Ursachen[Bearbeiten]

Ursächlich können beispielsweise zahlreiche Medikamente insbesondere auch solche, die im Rahmen einer Chemotherapie einsetzt werden, sein.[1] Auch die Strahlentherapie, kann insbesondere in den bestrahlten Bereichen eine Pneumonitis auslösen.[2] Weitere Ursachen können Pflanzengifte[3] oder auch die Einatmung pneumotoxisch wirkender Substanzen (z.B. Fluorcarbonverbindungen, Cobalt- oder Wolfram) sein.[4][5] Ergänzend können auch Erkrankungen wie die Urämie in seltenen Fällen zur Pneumonitis führen.[6]

Klinische Erscheinung[Bearbeiten]

Die Pneumonitis zeigt unspezifische Lungensymptome wie meist trockenen Husten, Atemnot und in machen Fälle auch leichte Körpertemperaturerhöhung. Die Diagnose wird aus Anamnese und klinischen Symptomen ergänzt durch Lungenfunktionsprüfung, Röntgenbild der Lunge, sowie bei Bedarf Computertomogramm und Bronchoskopie mit bronchoalveolärer Lavage gestellt. Feingeweblich findet sich dabei typischerweise das Bild einer interstitiellen Pneumonie.[7]

Therapie[Bearbeiten]

Die Therapie sollte, sofern möglich, darin bestehen, die Einwirkung der Ursachen zu beseitigen. Symptomatisch kann auch die Gabe von Corticosteroiden angezeigt sein.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ukena D.: Arzneimittelinduzierte Lungenerkrankungen. In: Der Pneumologe, Mai 2007, S. 201–212, hier online
  2. Rübben H.: Uroonkologie, Springer, 2000, S. 698ff., ISBN 3540673105, hier online
  3. Gernot Katzer: Perilla (Perilla frutescens [L.] Britton), hier online; zuletzt eingesehen am 3. Dez. 2012
  4. Guirgius M., e.a.: Tox-Zentrum: Brennpunkte 2002, Schweizer Ärztezeitung, 2003;84, Nr. 45, S. 2353–2356, pdf
  5. Goldoni M., et al.: Exhaled Breath Condensate as a Suitable Matrix to Assess Lung Dose and Effects in Workers Exposed to Cobalt and Tungsten, Environ Health Perspect. 2004 September; 112(13): 1293–1298, hier online
  6. Schlund G. H.: Postoperative urämische Epikarditis und Pneumonitis nach irrtümlicher Nephrektomie wegen eines Angiomyolipoms. In: Der Urologe, Springer Verlag, 38/4/1998, S. 370–373pdf
  7. Bühling K. J., e.a.: Intensivkurs: Allgemeine und spezielle Pathologie, Urban&FischerVerlag, 2004, S. 210, ISBN 437424114, hier online
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