Polare Sonnenuhr

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Polare Süd-Sonnenuhr
(polare) Ost-Sonnenuhr

Eine Polare Sonnenuhr ist eine Bauart einer Sonnenuhr, bei der das Zifferblatt eine Parallele der Erdachse enthält. Wird als Schattenwerfer ein Polstab verwendet, so ist dieser eine Parallele zum Zifferblatt, seine Schattenlinien sind zu ihm und untereinander parallel. Sie schneiden sich also nicht in einem Punkt, sondern sind wie die Sprossen einer Leiter - jedoch mit ungleichen Abständen - zueinander angeordnet.

Polare Süduhr[Bearbeiten]

Bei der polaren Süduhr ist die Normale des Zifferblatts in der Meridianebene. Die Markierung des Mittagsschatten befindet sich direkt unter dem Polstab. Die übrigen Stundenlinien haben von ihr den Abstand   c = d · tan(τ)   (d ist die Distanz des Polstabs über Zifferblatt, τ ist der Stundenwinkel der Sonne). Das Zifferblatt wird in der Regel von 7 Uhr bis 17 Uhr (Wahre Ortszeit) skaliert. Die Anzeigen für 6 Uhr und 18 Uhr sind nicht möglich, weil der Schatten des Polstabs in diesen Momenten theoretisch unendlich lang wäre.

Polare Ost- und Westuhr[Bearbeiten]

Mit anderen Sonderlagen des Zifferblatts entstehen die (polare) Ost-Sonnenuhr (die Normale der Wand zeigt nach Osten: „Ostwand“) beziehungsweise die (polare) West-Sonnenuhr (Normale zeigt nach Westen: „Westwand“). Bei der Ostuhr endet die Skalierung meistens bei 11 Uhr, bei der Westuhr beginnt sie bei 13 Uhr. Bei beiden wäre der Schatten am Mittag theoretisch unendlich lang. Der Abstand der Stundenlinien von der Linie direkt unter dem Polstab ist c = d ÷ tan(τ) (Linie unter dem Polstab für 6 Uhr am Morgen beziehungsweise bei 18 Uhr am Abend).

Die polare Ost- und die polare Westsonnenuhr werden meistens nur als Ost- und Westsonnenuhr bezeichnet, weil sie auch Sonderfälle von vertikalen Sonnenuhren sind.