Polylinker

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Ein Polylinker oder auch Multiple Cloning Site (MCS) ist ein künstlich geschaffenes DNA-Oligonukleotid aus rund 50bp, welches in ein Plasmid eingesetzt wird und dessen Sequenz direkt hintereinander verschiedene Restriktionsschnittstellen für Restriktionsendonukleasen enthält.

Es bietet die Möglichkeit mit Hilfe von Restriktionsenzymen Fremd-DNA in das Plasmid einzubauen. Durch die Nutzung des Polylinkers kann sichergestellt werden, dass das Plasmid nicht durch Restriktionsenzyme geschnitten und dadurch geschädigt wird. Außerdem ist der wiederholte Einbau der Fremd-DNA an derselben oder nahezu selben Stelle möglich.

Damit die Fremd-DNA nur innerhalb der MCS eingebaut wird, ist es notwendig, dass die in Frage kommenden Restriktionsschnittstellen sich nur innerhalb der MCS befinden und nicht im Rest des Plasmids. Dies kann durch die Nutzung von Restriktionsenzymen, die keine Restriktionsschnittstellen im Originalplasmid haben, bewerkstelligt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Restriktionsschnittstellen durch Mutation des Plasmids zu entfernen.

Polylinker ermöglichen ein flexibles Klonieren, da aus den verschiedenen Restriktionsschnittstellen die jeweils am besten passende ausgewählt und verwendet werden kann. Die Schnittstellen sind dabei einzigartig (unique) auf dem Vektor und sollten auch innerhalb des einzuklonierenden Stückes DNA nicht vorkommen.

Die MCS gehört zur Standardausstattung eines künstlich hergestellten Plasmids und enthält in der Regel 20 oder mehr verschiedene Schnittstellen.

Literatur[Bearbeiten]

  • David P. Clark: Molecular Biology-Understanding the Genetic Revolution, Das Original mit Übersetzungshilfen. 1.Auflage, Elsevier, München 2006, ISBN 3-8274-1696-5.