Polyquaternium

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Polyquaternium bezeichnet eine Gruppe von chemischen Verbindungen. Vertreter dieser nach INCI benannten Gruppe sind u. a. wegen ihrer filmbildenden und antistatischen Eigenschaften in vielen Körperpflegeprodukten enthalten, z. B. in Shampoos.

Chemie[Bearbeiten]

Als quartäre Ammoniumverbindungen besitzen Polyquaternium-Derivate quartäre Stickstoffatome, d. h. alle vier Wasserstoffatome des Ammonium-Ions sind durch organische Reste ersetzt. Die Verbindungen sind somit kationisch, besitzen also eine positive Ladung. Meist handelt es sich um polymere Moleküle.

Klassifikation[Bearbeiten]

Polyquaternium und Quaternium sind, nach der INCI-Nomenklatur, Regel 23, Bezeichnungen für komplexe quartäre Ammonium-Verbindungen.[1] Die verschiedenen Vertreter dieser Gruppe werden durch Ziffern unterschieden. Zum Beispiel Polyquaternium-1, Polyquaternium-42, usw. Der Bindestrich kann auch fehlen.

Funktion[Bearbeiten]

  • Filmbildner: Viele Polyquaternium-Vertreter bilden auf Oberflächen, wie z. B. Haaren oder Fingernägeln, einen zusammenhängenden Film. Der Film soll u. a. schützend und stabilisierend wirken.
  • Antistatika: Sie verringern die elektrostatische Aufladung durch Reibungseffekte, z. B. durch das Kämmen der Haare.
  • Kämmbarkeitshilfen.

Einige Vertreter der Polyquaternium-Gruppe haben zusätzliche Funktionen. So soll z. B. Polyquaternium-2 die Haut geschmeidig machen, Polyquaternium-45, -46 und -47 als Haarfixierungsmittel die Formgestaltung von Frisuren erleichtern.

Risiken[Bearbeiten]

  • Verfärbungen von Wäsche, die mit Polyquaternium in Berührung gekommen ist. Polyquaternium lagert sich nicht nur auf Haut und Haaren sondern auch auf Wäschefasern ab. Durch die kationische Eigenschaft von Polyquaternium wird die Oberfläche von Wäschestücken positiv geladen. Dies führt in der Waschlauge – die negativ geladen ist – dazu, dass die in der Waschlauge gelösten Farb- oder Schmutzpigmente von den Wäschestücken angezogen werden und sich auf diesen fest ablagern.[2]
  • Polyquaternium-7 enthält – wenn auch nur geringe Mengen – Acrylamid.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Inventory of Ingredients – Nomenclature Conventions (siehe Seite 8, Regel 23; PDF; 59 kB), eine Veröffentlichung der EU
  2. NDR.de: Vorsicht: Flecken durch Duschgel?, Sendung vom 2. Juli 2012 20:15 Uhr, (Seite nicht mehr verfügbar!)
  3. BfR: Quellen für Acrylamid in Kosmetika (PDF; 8 kB)

Weblinks[Bearbeiten]