Pompeiopolis (Paphlagonien)

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41.51734.213Koordinaten: 41° 31′ N, 34° 13′ O

Karte: Türkei
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Pompeiopolis
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Türkei

Pompeiopolis (griechisch Πομπηιόπολις), auch Pompeioupolis (Πομπηιούπολις), war eine antike Stadt in der kleinasiatischen Landschaft Paphlagonien im Norden der heutigen Türkei.

Die Stadt, von der einige Reste erhalten sind, lag beim heutigen Taşköprü am südlichen Ufer des Gök Irmak (antik: Amnias) an einer Straßenverbindung vom westlichen Kleinasien nach Armenien. Sie wurde vom römischen Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus während seines Krieges gegen Mithridates VI. von Pontos im Jahr 64 v. Chr. gegründet. Offenbar siedelte Pompeius in der nach ihm benannten Stadt auch Römer an, wie Namen von Einwohnern und die Verwendung des römischen Kalenders zeigen. Pompeiopolis war zunächst Teil der Provinz Bithynia et Pontus und wurde von Marcus Antonius 39 v. Chr. galatischen Klientelfürsten unterstellt. Unter Augustus wurde Pompeiopolis neu gegründet und war Metropole und Sitz des Landtags von Paphlagonien, das jetzt zur römischen Provinz Galatia gehörte. In der Kaiserzeit stiegen mehrere Familien aus Pompeiopolis in die Reichsaristokratie auf, so die des Gaius Claudius Severus (Suffektkonsul 112), Gnaeus Claudius Severus Arabianus (Konsul 146) und Gnaeus Claudius Severus (Konsul 173) sowie möglicherweise Tiberius Claudius Subatianus Aquila (Präfekt von Ägypten 206–211) und Tiberius Claudius Subatianus Proculus (Statthalter von Numidien 208–210).[1] Vielleicht trug die Stadt im späten 2. Jahrhundert zeitweilig den Namen Sebaste, wie Münzen zeigen.

In der Spätantike war Pompeiopolis Sitz eines Bischofs, später Erzbischofs. Aus dem Bistum ging das Titularerzbistum Pompeiopolis in Paphlagonia der römisch-katholischen Kirche hervor. Die Stadt bestand noch in byzantinischer Zeit, wurde aber spätestens im 14. Jahrhundert aufgegeben.

Seit 2006 wird Pompeiopolis von einem internationalen Projekt unter Leitung des Instituts für Klassische Archäologie der Universität München erforscht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1.  Olli Salomies: Die Herkunft des numidischen Legaten T. Claudius Subatianus Proculus. In: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik. Band 119, 1997, S. 245–248 (PDF online).