Bithynia et Pontus

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Lage der Provinz
Römische Provinzen unter Trajan (117 n. Chr.)

Bithynia et Pontus war eine 64 v. Chr. eingerichtete römische Provinz im nordwestlichen Kleinasien (in der heutigen Türkei). Sie entstand aus der Vereinigung der 74 v. Chr. eingerichteten Provinz Bithynia, dem früheren Königreich Bithynien, mit Teilen des Königreichs Pontos nach dem römischen Sieg über dessen König Mithridates VI. Das Gesetz zur Regelung der Verwaltung der Provinz, eine lex Pompeia (nach dem römischen Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus), folgte im Winter 63/62 v. Chr..

Die Hauptstadt der Doppelprovinz war die frühere bithynische Königsresidenz Nikomedia, die ihren Vorrang aber stets gegen das rivalisierende Nikaia verteidigen musste.[1] Unter Vespasian, wohl im Jahr 73, wurde das bisher als „freie und verbündete Stadt“ (civitas libera et foederata) geltende Byzantion (latinisiert Byzantium) der Provinz angegliedert.[2]

Seit der Zeit des Augustus war Bithynia et Pontus formal eine Provinz des römischen Volkes (fälschlich „senatorische Provinz“ genannt). In der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts stand die Provinz mehrmals unter der Verwaltung kaiserlicher Legaten, von denen Plinius der Jüngere der bekannteste ist. Sein Briefwechsel mit Trajan gibt Einblick in die Verhältnisse der Provinz zu dieser Zeit. Seit Antoninus Pius, spätestens ab dem Jahr 159, war Bithynia et Pontus auf Dauer eine Kaiserliche Provinz.[3]

Bei der Provinzreform des Kaisers Diokletian im Jahr 295 wurde Bithynia et Pontus in die Provinzen Bithynia, Paphlagonia und Diospontus geteilt.

Literatur[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Louis Robert: La titulature de Nicée et de Nicomédie. La gloire et la haine. In: Harvard Studies in Classical Philology, 81, 1977, S. 1–39.
  2. Im Jahre 73 wurde Byzantion an Roms Provinz Bithynia-Pontus gebunden.
  3. Christian Marek: Geschichte Kleinasiens in der Antike. C. H. Beck 2010, ISBN 978-3-406-59853-1, S. 433–434.

41.533.26Koordinaten: 42° N, 33° O