Popanz
Der Begriff Popanz ['po:pants] (aus ostmitteldeutsch popenz, wahrscheinlich von tschechisch bubák „Gespenst, Trugbild, Kobold“ oder von italienisch pupazzo („Marionette“) beschreibt eine nicht ernst zu nehmende Schreckgestalt oder veraltet eine Strohpuppe, beispielsweise eine Vogelscheuche. Abwertend wird damit etwas bezeichnet, „was aufgrund vermeintlicher Bedeutung, Wichtigkeit Furcht, Einschüchterung oder Ähnliches hervorruft oder hervorrufen soll“ oder eine Person, die „sich willenlos gebrauchen, alles mit sich machen lässt“[1], zugleich aber den Eindruck von Macht und Selbstbestimmtheit zu erwecken versucht.
Etymologie [Bearbeiten]
Die Etymologie ist ungeklärt und eine slawische Herkunft umstritten, Popanz in der Bedeutung für ‘Schreckgespenst, ausgestopfte Gestalt, Strohpuppe’ wurde Ende des 16. Jahrhundert im Frühniederdeutschen (ostmitteldeutsch) Popanz, Popenz nachgewiesen. Erwogen wird einerseits eine sprachliche Anknüpfung an das alttschechische bobonci, pobonci, tschech. poboněk, paboněk, pabuněk ‘Gespenst’; Andererseits wird auch eine Weiterbildung des in deutschen Mundarten verbreitete Boboz für ein ‘Schreckgespenst für Kinder’ vermutet, das sich vom imitativ-interjektionalem Gebrauch (bobo) in der Kindersprache entlehnte.[2]
Belege [Bearbeiten]
- Duden - Das Aussprachewörterbuch; Mannheim 2005; S. 641
- Duden - Das Herkunftswörterbuch; Mannheim 1989; S. 541
- Ernst Wasserzieher: Woher? Ableitendes Wörterbuch der deutschen Sprache, 17. Auflage, Bonn 1966; S. 337
- ↑ Popanz auf duden.de, abgerufen am 10. April 2012
- ↑ Etymologisches Wörterbuch des Deutschen nach Pfeiffer, online auf DWDS, abgerufen am 10. April 2012