postum

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Das Wort postum [pɔsˈtuːm] („nach dem Tod (eintretend)“) oder posthum [pɔstˈhuːm] wird als Adjektiv oder Adverb gebraucht im Zusammenhang mit Veröffentlichungen von Werken eines bereits verstorbenen Autors oder Künstlers sowie mit Ehrungen, die nach dem Ableben einer Person stattfinden. Verwendungsbeispiel: „Acht unbekannte Michael-Jackson-Songs erscheinen posthum.“[1]

Etymologie[Bearbeiten]

klassisches Latein[Bearbeiten]

Postum geht zurück auf lateinisch postumus (letzter, Superlativ von posterus ‚nachfolgend‘, vgl. lat. post ‚nach‘).[2] Im klassischen Latein heißt postumus mit Bezug auf die Lebenszeit ausschließlich ‚zuletzt geboren‘, und Postumus war in dieser Bedeutung eine Zeit lang auch als männlicher Vorname für den Letztgeborenen üblich. Nur in der Fachterminologie der römischen Juristen bedeutet postumus in klassischer Zeit auch ‚nachgeboren‘ (d. h. nach dem Tod des Vaters), und man spricht in diesem Sinn von einer postumen Geburt. An diese Sonderbedeutung knüpft der neuere Wortgebrauch an, bei der aber der Tod der Person gemeint ist, auf die das Wort angewendet wird.

mittelalterliches Latein[Bearbeiten]

Die Wortschreibung posthumus wurde seit dem Mittelalter im Lateinischen üblich, nachdem Isidor von Sevilla in seiner um 600 verfassten Etymologiae die Wortbedeutung von post humationem (‚nach dem Begräbnis‘) herleitete.[3] Die Sprachwissenschaft bezeichnet die etymologische Herleitung von Isidor als unzutreffend, beziehungsweise als volksetymologisch.[4]

Neuzeit[Bearbeiten]

Die Schreibform posthum ist im Deutschen zuerst im 18. Jahrhundert belegt, und auch die früher belegte englische ebenso wie die französische Entsprechung schreibt sich mit h (posthumous, posthume). Neuzeitlich ist der Gebrauch von Posthumus oder Postumus als Beiname für einen nach dem Tod des Vaters geborenen Herrscher, z. B. Ladislaus Postumus.

jüngere Zeit[Bearbeiten]

Die Schreibung postum, die sich der klassischen lateinischen Ausgangsform nähert, ist erst seit jüngerer Zeit verbreitet und konkurriert gegenwärtig mit der Schreibung posthum. Die amtliche Rechtschreibregelung lässt beide Schreibungen gleichberechtigt gelten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Xscape, Die Zeit, 1. April 2014
  2. DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch, 3. Auflage, 1996, Stichwort postum
  3. Isidor, Etymologiae IX,5,22: Posthumus vocatur eo quod post humationem patris nascitur, id est post obitum. Iste et defuncti nomen accepit. Sic enim lex voluit, ut qui de defuncto nascitur, defuncti nomine appelletur.
  4. posthum wird im DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch (3. Auflage, 1996, Stichwort posthum) als volksetymologische Schreibung klassifiziert.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: postum – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen