Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit

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Die Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit (abgekürzt PmbZ) ist ein Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Sie erstellt ein Personenlexikon des Byzantinischen Reiches für die Zeit von 641 n. Chr. bis 1025. Es schließt damit an die Prosopography of the Later Roman Empire an. Das umfangreiche Projekt ist in zwei Abteilungen gegliedert: Die erste hat die Zeit von 641 bis 867 bearbeitet, die Ergebnisse (11.500 Personen und Personengruppen) wurden 1998–2002 veröffentlicht. Die zweite Abteilung ist 2013 erschienen und enthält ca. 10.200 Artikel. Es handelt sich um das ausführlichste und wichtigste prosopographische Hilfsmittel für die mittelbyzantinische Zeit.

Projektleiter war bis 2007 Friedhelm Winkelmann, von 2007 bis 2012 Günter Prinzing. Leiter der Arbeitsstelle war von 1992 bis 2012 Ralph-Johannes Lilie. In dem Projekt waren vier hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt: Ralph-Johannes Lilie (1992–2013), Claudia Ludwig (1992-2011), Thomas Pratsch (1994-2011), Ilse Rochow (1992–1998), Beate Zielke (1998-2011), zu denen bis zu zwei weitere Mitarbeiter kamen, die für kürzere Zeiträume angestellt wurden: Bettina Krönung, Harald Bichlmeier (zwischen 2004 und 2009). Außerdem gab es diverse ehrenamtliche Mitarbeiter, Hilfskräfte und Praktikanten. Zu externen Mitarbeitern des Projekts zählen Wolfram Brandes, Daniel Föller sowie Alexander Beihammer.

Seit 2013 bietet der Verlag Walter de Gruyter über seine Homepage auch die Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online an. Es handelt sich um ein kostenpflichtiges Angebot, das alle Lemmata der PmbZ einschließlich nachträglicher Ergänzungen enthält.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wiederaufnahme des Vorhabens Prosopographia Byzantina, das bereits von der Akademie der Wissenschaften der DDR angedacht war, ergab sich nach der Deutschen Einheit und der Gründung der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. In den Jahren 1992 bis 1994 wurde das Projekt unter Federführung des Byzantinisten Ralph-Johannes Lilie vorbereitet und an die modernsten technischen Standards angepasst. Die Aufnahme der Einträge erfolgt über eine Datenbank, die im Sommer 1998 einen umfassenden Kontrolldurchgang für die erste Abteilung erfuhr. Diese Abteilung wurde in fünf Bänden publiziert (1998–2002). Von der begleitenden Reihe Berliner Byzantinistischen Studien erschienen bisher sechs Bände.

Die Arbeit an der zweiten Abteilung wurde nach Abschluss der ersten (2002) aufgenommen. Die zweite Abteilung erscheint im Gegensatz zur ersten Abteilung nicht sukzessiv, sondern wird (bis auf den Band Prolegomena, der bereits 2009 erschienen ist) geschlossen in gedruckter Form erscheinen. Ursprünglich war eine Veröffentlichung 2010 geplant, doch konnte dieser Termin nicht eingehalten werden. Im Februar 2013 sind die acht Hauptbände der zweiten Abteilung erschienen. Seitdem sind über die Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online auch alle Lemmata kostenpflichtig online verfügbar.

Seit dem 1. August 2006 stellt die PmbZ einen Online-Index der ersten Abteilung bereit. Aus diesem Anlass war das Projekt im August 2006 Projekt des Monats der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Weblinks[Bearbeiten]