Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

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Logo der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
Berlin, Mitte, Jägerstraße, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften 01

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften ist eine 1992 durch Staatsvertrag zwischen den Bundesländern Berlin und Brandenburg gegründete Wissenschaftsakademie. Die Akademie ist eine rechtsfähige Körperschaft des öffentlichen Rechts mit dem Recht der Selbstverwaltung. 1993 nahm sie unter der Leitung des Gründungspräsidenten Hubert Markl ihre Tätigkeit auf. Von 1995 bis 2005 war Dieter Simon Akademiepräsident, seit 2006 ist es Günter Stock. Die Akademie führt ihre Tradition auf die Königlich-Preußische Akademie der Wissenschaften zurück, die unter maßgeblicher Beteiligung Gottfried Wilhelm Leibniz’ im Jahr 1700 gegründet wurde.
78 Nobelpreisträger prägen diese Geschichte. Heute ist sie mit rund 200 gewählten Mitgliedern eine Fach- und Ländergrenzen überschreitende Wissenschaftlervereinigung und trägt eine besondere Verantwortung für den Wissenschaftsstandort in der Hauptstadtregion. In inter- und transdisziplinären Arbeitsgruppen, einer in der deutschen Akademienlandschaft innovativen Arbeitsform, befassen sich die Akademiemitglieder mit Zukunftsfragen unserer Gesellschaft sowie mit Arbeiten zur Erschließung des kulturellen Erbes. Mit rund 300 Mitarbeitern ist die Akademie die größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung in Berlin-Brandenburg. International ist sie vertraglich mit rund 20 Akademien auf vier Kontinenten vernetzt. Sie hat mit der der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina die Junge Akademie gegründet, eine auch international bislang singuläre Form der Förderung des exzellenten Nachwuchses. Seit 2008 nimmt die BBAW unter Leitung der Leopoldina mit acatech (Deutsche Akademie der Technikwissenschaften), sowie den in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossenen Akademien, insbesondere im Bereich der Politikberatung, Aufgaben der Nationalakademie wahr.

edoc-Server der Bibliothek der Akademie[Bearbeiten]

Zur elektronischen Langzeitarchivierung der Publikationen von Mitarbeitern und für Publikationen aus Akademievorhaben verfügt die BBAW über eine elektronische Plattform, den edoc-Server. Der Server wird von der Bibliothek der Akademie betrieben.[1][2]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Vademekum der Inspirationsmittel Hrsg. Christoph Markschies, Ernst Osterkamp, Göttingen 2012, 136 S.
  • Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher. Vorlesungen zur Hermeneutik und Kritik. Kritische Gesamtausgabe, 2. Abt., Bd. 4 Hrsg. Wolfgang Virmond, Berlin/Boston, 2012, 1162 S.
  • Erbe und Zukunft / Heritage and the Future. Hrsg. Günter Stock, Berlin 2012, 128 S.
  • Wissenschaftspolitik im Dialog. Hrsg. Günter Stock und die interdisziplinäre Arbeitsgruppe Exzellenzinitiative, Berlin 2012
  • Die Akademie am Gendarmenmarkt 2012/13. Hrsg. Günter Stock, Berlin 2012
  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Debatte, Berlin 2004 ff.
  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Jahrbuch, Berlin 1994 ff.
  • Seit 1998 gibt die BBAW die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift Gegenworte. Hefte für den Disput über Wissen heraus[3][4], die vom damaligen Präsidenten Dieter Simon gegründet wurde.

Akademienvorhaben (Auswahl)[Bearbeiten]

Zukunft mit Kindern ist eine interdisziplinäre Akademiengruppe, die sich mit der Fertilitätsentwicklung in mittel- und westeuropäischen Ländern befasst.

Projektbeschreibung Zukunft mit Kindern – Fertilität und gesellschaftliche Entwicklung ist ein Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, gefördert von der Jacobs Foundation.

Die fachübergreifende und international zusammengesetzte Akademiengruppe untersucht die Ursachen und Auswirkungen der vergleichsweise niedrigen Geburtenraten in mittel- und westeuropäischen Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die familienpolitischen und wissenschaftspolitischen Empfehlungen der beteiligten Wissenschaftler sind auf das Wohlbefinden von Eltern und Kindern in unserer Gesellschaft ausgerichtet. Insofern versteht sich Zukunft mit Kindern auch als politik- und gesellschaftsberatende Initiative.

Themenschwerpunkte Die Akademiengruppe Zukunft mit Kindern widmet sich vier Schwerpunkten:

  • Fertilität und Demographie
  • Sozialwissenschaftliche Grundlagen der Fertilität
  • Medizinisch-biologische Perspektiven auf Fertilität
  • Fertilität und Familienpolitik

Zentrale Empfehlungen der Akademiengruppe Zukunft mit Kindern richten sich auf

  • eine Neuausrichtung der Geld-, Zeit- und Infrastrukturpolitik zur Unterstützung von Familien,
  • eine Professionalisierung der Sexualerziehung an Schulen,
  • eine systematische Aufklärung über die Chancen und Grenzen der Reproduktionsmedizin.

Gleichnamige Studie Im Oktober 2012 publizierte die Akademiengruppe die fachübergreifende Studie „Zukunft mit Kindern – Fertilität und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland, Österreich und der Schweiz“. Diese wissenschaftliche Stellungnahme integriert erstmals demographische, medizinisch-biologische, sozialwissenschaftliche sowie gesellschaftspolitische Erkenntnisse und Perspektiven.

Weblinks

Presseartikel

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften vergibt:

  • Ehrenmitgliedschaft der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • Helmholtz-Medaille
  • Leibniz-Medaille
  • Kant-Medaille (verliehen seit 2010) für Persönlichkeiten, die sich in herausragender Weise um die Förderung von Bildung und Wissenschaft im internationalen Kontext verdient gemacht haben[5]
  • Akademiepreis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet von der Commerzbank-Stiftung)
  • Eva und Klaus Grohe-Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet von der Monika Kutzner-Stiftung zur Förderung der Krebsforschung)
  • Technikwissenschaftlicher Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet vom Unternehmen Biotronik, erstmals verliehen 2010)[6]
  • Walter de Gruyter-Preis der Akademie für herausragende wissenschaftliche Leistungen in einem Themenbereich der Verlagsgebiete des Verlags Walter de Gruyter, vorzugsweise der Geisteswissenschaften
  • Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet von der Peregrinus-Stiftung Rudolf Meimberg)

und vergab:

  • Akademiestipendium der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (letztmals 2006)
  • Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet vom Verlag de Gruyter) (letztmals 2006)
  • Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (gestiftet von der Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung) (letztmals 2005)

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Akademievorlesungen
  • Leibniztag
  • Einsteintag
  • Ernst-Mayr-Lecture
  • Salon Sophie Charlotte

Der Salon Sophie Charlotte ist eine öffentliche Abendveranstaltung, die die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften seit 2006 jährlich im Akademiegebäude am Berliner Gendarmenmarkt organisiert.

Namensgeberin des Salons ist Sophie Charlotte Herzogin von Braunschweig und Lüneburg (1668–1705), Königin von Preußen, die gemeinsam mit Gottfried-Wilhelm Leibniz die Gründung der wissenschaftlichen Akademie zu Berlin im Jahre 1700 initiierte. Auf ihrem Gut Lietzow bei Berlin unterhielt Sophie Charlotte, die eine große Leidenschaft für die Philosophie besaß, freigeistige Salons, die als gesellschaftlicher Treffpunkt für Diskussionen, Lesungen oder musikalische Veranstaltungen eine Gegenwelt zur strengen Preußenetikette bildeten.

Der Salon Sophie Charlotte der Berlin-Brandenburgischen Akademie wird jedes Jahr unter einem anderen thematischen Schwerpunkt ausgerichtet. Zu diesem Anlass wird das Akademiegebäude auf allen Etagen mit künstlerisch-wissenschaftlichen Beiträgen wie Gesprächsrunden, Vorträgen, Musik und Performances der Akademiemitglieder, Mitarbeitern der Akademie und prominenter Gäste bespielt. Die Anzahl der Besucher stieg im Laufe der Jahre auf bis zu 2500 Besucher (2012) an.

Themen

2006: Auftaktveranstaltung
2007: Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa
2008: Kennen Sie Preußen – wirklich?
2009: Die Evolution empfängt Ihre Kinder
2010: Flucht vor dem Staunen?
2011: Gegenliebe. Gönner und Geber der Wissenschaften und der Künste
2012: Artefakte. Wissen ist Kunst – Kunst ist Wissen
2013: Die Wissenschaft und die Liebe
2014: Europa - ein Zukunftsort

Weblinks

Junge Akademie[Bearbeiten]

Gemeinsam mit der Leopoldina gründete die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften im Juni 2000 die Junge Akademie. Ihre Mitgliederzahl ist auf maximal 50 begrenzt. Zu Mitgliedern für fünf Jahre werden herausragende Vertreter aus dem promovierten wissenschaftlichen Nachwuchs gewählt. Die Junge Akademie hat vorrangig die Aufgaben, den insbesondere interdisziplinär ausgerichteten wissenschaftlichen Diskurs unter herausragenden Nachwuchswissenschaftlern zu pflegen und Initiativen an den Schnittstellen von Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Akademieschriften – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Homepage des Servers unter http://edoc.bbaw.de/
  2. siehe Homepage der Bibliothek der BBAW unter http://bibliothek.bbaw.de/
  3. siehe http://www.gegenworte.org/
  4. siehe auch Eintrag der Zeitschrift in der Deutschen Nationalbibliothek unter http://d-nb.info/019227132
  5. Erstmalige Verleihung der Kant-Medaille An S. K. H. Prinz Salman bin Abdulaziz Al-Saud, in Informationsdienst Wissenschaft vom 2. Juni 2010, abgerufen am 4. Juni 2010
  6. Erstmalige Verleihung des Technikwissenschaftlichen Preises der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Pressemeldung in Informationsdienst Wissenschaft vom 18. Februar 2010, abgerufen am 22. Februar 2010

52.513913.3942Koordinaten: 52° 30′ 50″ N, 13° 23′ 39,1″ O