Deltamodulation
Die Deltamodulation, auch als Δ-Modulation oder Δ-M bezeichnet dient zur Pulsfrequenzmodulation (PFM) und Pulsdichtemodulation (PDM), ist eine Variante der Differential Pulse Code Modulation (DPCM), bei welcher das pulscodierte Signal am Übertragungskanal nur die zwei Zustände 0 und 1 annehmen und durch ein Bit kodiert werden kann. Die Pulsbreite eines Einzelimpulses bzw. die Dauer eines Bit ist dabei zeitlich konstant.
Das Verfahren dient dazu, einen analogen Signalverlauf in ein Digitalsignal überzuführen. Je größer das zu konvertierende Eingangssignal, desto mehr Pulse konstanter Dauer werden pro Zeiteinheit erzeugt. Mit dem Verfahren verwandt ist die Pulsweitenmodulation (PWM), bei der allerdings die Pulsbreite bei konstanter Frequenz variiert wird.
Die Deltamodulation wird unter anderem in der Messtechnik und zur Steuerung von Schaltreglern und Gleichspannungswandlern verwendet und in diesem Zusammenhang meist als Pulsfrequenzmodulation bezeichnet. Im Bereich der Signalverarbeitung wird das gleiche Verfahren als Deltamodulation bezeichnet und dient dazu analoge Signalverläufe in eine binäre Folge umzusetzen. Eine Erweiterung der Deltamodulation stellt die Delta-Sigma-Modulation (ΣΔ-Modulation) dar, welche ergänzt um digitale Filter unter anderem bei Analog-Digital-Umsetzern (ADUs) eingesetzt wird.
Allgemeines [Bearbeiten]
Bei der Deltamodulation wird das analoge Signal in gleichmäßigen Abständen abgetastet, je ein Abtastwert wird gespeichert und mit dem vorherigen verglichen. Ist der zweite Abtastwert größer als der erste, wird vom Deltamodulator ein 1-Signal erzeugt. Ist der zweite Abtastwert kleiner, wird ein 0-Signal erzeugt.
Um einen entsprechenden Dynamikumfang mit der Deltamodulation zu erzielen, wird eine höhere Abtastfrequenz als bei der Pulscodemodulation verwendet. Es muss wie bei der Pulscodemodulation mindestens eine Abtastfrequenz gewählt werden, um das Nyquist-Shannon-Abtasttheorem zu erfüllen. Dies entspricht bei der Deltamodulation dem Dynamikumfang von einem Bit. Bei der Deltamodulation wird daher die Abtastfrequenz deutlich höher als dieser untere Wert gewählt, für einen Dynamikumfang von
Bit um den Faktor
höher, da es sonst zu einer Slope-Overload-Verzerrung kommen kann.
Mathematische Beschreibung [Bearbeiten]
Die Pulsfrequenzmodulation kann als eine Folge
der Werte
beschrieben werden. Der logische Wert
eines Bits wird üblicherweise der positiven Amplitude
zugeordnet, der logische Wert
der Amplitude
. Die beiden Amplitudenwerte bilden die bipolare Wertefolge
welche durch die PFM bzw. PDM gebildet wird.
Damit lässt sich die bipolare Pulsfrequenzmodulation ausdrücken als:
oder als
Eine Folge von konstanten Werten
resultiert in einem konstanten Signal mit dem Wert
als positiver Extremwert, eine Folge von konstanten Werten
ergibt das konstante Signal mit dem negativen Extremwert
. Signalwerte zwischen
und
werden durch verschiedenartige Sequenzen mit unterschiedlichen Häufigkeiten aus den Werten
gebildet. Durch eine Tiefpassfilterung der Folge
lässt sich ein analog verlaufender Signalverlauf bilden.
Literatur [Bearbeiten]
- John G. Proakis, Masoud Salehi: Communication Systems Engineering. 2. Auflage. Prentice Hall, 2002, ISBN 0-13-095007-6.
- Djuro G. Zrilic: Circuits and Systems Based on Delta Modulation: Linear, Nonlinear and Mixed Mode Processing. Springer, 2005, ISBN 978-3-540-23751-8.
- Joshua D. Reiss: Understanding Sigma–Delta Modulation: The Solved and Unsolved Issues. Journal of the Audio Engineering Society, Jahrgang 56, Nr. 1/2, 2008, ISSN 0004-7554 (Online (PDF; 6,3 MB)).
Übersicht: Modulator
Analoge Modulationsverfahren: AM | FM | PM | VM | SSB | SSBSC | DSBSC
Digitale Modulationsverfahren: ASK | FSK | GFSK | QPSK | QAM | OFDM | DMT | TCM | VSB
Pulsmodulationsverfahren: PWM | PAM | PFM | PPM (1) | PPM (2) | PCM
Frequenzspreizende Modulationsverfahren: FHSS | DSSS | THSS | CSS

