Ratibor (Fürst)

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Ratibor, auch genannt Ratse († 1043)[1], war ein christlicher Fürst des abodritischen Teilstammes der Polaben. Ratibors Herrschaftssitz stellte die vermutlich von ihm selbst auf der heutigen Schlosswiese von Ratzeburg, das nach ihm heißt, als Ringwall errichtete Burg dar.

Ratibor scheint der einzige Vertreter des Teilstammes der Polaben gewesen zu sein, der zeitweise während der Abwesenheit von Gottschalk die Stellung eines Samtherrschers im Stammesverband der Abodriten erreichen konnte.

Die kurzzeitige Vorherrschaft der Polaben im Gesamtverband der Abodriten brach bereits 1043 zusammen, als Ratibor im Kampf gegen die Dänen getötet wurde. Adam von Bremen berichtet, anschließend hätten seine acht Söhne ihn zu rächen gesucht, seien aber dabei ebenfalls alle von den Dänen getötet worden. Aus Rache seien alsdann die Abodriten mit ihrem ganzen Heer nach Dänemark gekommen und plündernd bis Ripen vorgedrungen, so daß es bald darauf zur Schlacht auf der Lürschauer Heide kam.[2]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Adam von Bremen, Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum Liber II, 75
  2. Adam II, 75.