Adam von Bremen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Adam von Bremen, Geschichte der Hamburger Kirche

Adam von Bremen, lateinisch Adamus Bremensis (* wohl vor 1050; † 1081/1085), war ein Bremer Kleriker und Theologe.

Adam stammte aus Ostfranken, möglicherweise aus der Nähe von Würzburg. Bevor er nach Bremen ging, hatte Adam möglicherweise in Bamberg seine Ausbildung erhalten. Unter dem Erzbischof Adalbert von Bremen wurde er um 1066 bremischer Domherr. 1069, von einer Reise zu König Sven Estridsson aus Dänemark zurückgekehrt, wurde er magister scholarum (Domscholast), also Leiter der Klosterschule. Gestorben ist er vermutlich 1081, spätestens 1085.

Um 1075 verfasste er unter ausgiebiger und sorgfältiger Benutzung älterer Chroniken und Urkunden sowie unter Verwendung der aus Dänemark mitgebrachten Berichte sein bekanntestes Geschichtswerk, die Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum. Adams Kirchengeschichte liefert wichtigste Kenntnisse üb er die Geschichte Hamburgs und Bremens, der Geschichte der Nordmission und der nordischen Länder. Adams Werk ist in vier Bücher eingeteilt. Von den vier Büchern beschreiben zwei die Geschichte der Erzbistümer Bremen und Hamburg bis 1043. Das I. Buch behandelt die karolingische Frühzeit der nordischen Mission. Das II. Buch beschreibt die Heidenmission von 937 bis 1043. Das III. Buch enthält die Zeit Erzbischof Adalberts. Das IV. Buch beinhaltet eine Völker- und Landeskunde Nordmitteleuropas.

Adam beginnt mit Dänemark (1–9). Daraufhin folgt die Beschreibung der Ostsee, ihrer Anwohner und der Inselbevölkerungen. Dann wendet er sich Norwegen und Schweden zu (21–34) und geht schließlich zu den Inseln im Ozean über (35–42). Das IV. Buch, Descriptio insularum aquiloius der Völker- und Landeskunde enthält Kunde über Samland (Sembi vel Pruzzi), welche teilweise von Helmold von Bosau weiterverwendet wurde. Das Werk endet mit dem Preisen Gottes und der Kirche von Hamburg-Bremen (43–44).

Seine Berichte gelten allgemein als zuverlässige Darstellungen und Adam gilt als einer der besten Historiker des Hochmittelalters. Seine Hamburger Kirchengeschichte ist Erzbischof Liemar, dem Nachfolger Adalberts gewidmet, um ihn damit vertraut zu machen, wie sehr seine Vorgänger den Belangen ihrer Kirche verpflichtet gewesen seien oder aber welche Fehler sie gemacht hätten. 1076 überreichte er sein Werk Liemar und ergänzte es bis etwa 1080 um Nachträge.

Berühmt ist das Werk dadurch, dass es das erste schriftliche Zeugnis über die Entdeckung Vinlands", des heutigen Nordamerikas, durch die Wikinger darstellt. Die Rezeption des Werkes war im Mittelalter nahezu völlig auf den Raum Hamburg-Bremen beschränkt.

Werke[Bearbeiten]

  • Bernhard Schmeidler (Hrsg.): Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi 2: Adam von Bremen, Hamburgische Kirchengeschichte (Magistri Adam Bremensis Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum). Hannover 1917 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  • Adam von Bremen: Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum. In: Werner Trillmich/ Rudolf Buchner (Hg.), Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der Hamburgischen Kirche und des Reiches (FSGA 11), 7., gegenüber der 6. um einen Nachtrag von Volker Scior erweiterte Auflage, Darmstadt 2000, S. 137–499, ISBN 3-534-00602-X.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Adam von Bremen – Quellen und Volltexte
 Commons: Adam von Bremen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien