Reiben

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Reiben (Begriffsklärung) aufgeführt.
Handreibahle (Schaftende Vierkant) für Durchgangsbohrungen

Reiben ist ein Vorgang, bei dem etwas unter Anwendung eines bestimmten Drucks kräftig an etwas anderem entlang hin und her bewegt wird.

Fertigungstechnik[Bearbeiten]

Mit diesem Verfahren können sehr verschiedene Stoffe bearbeitet werden. Man benutzt diesen Effekt zum Beispiel zur Zerkleinerung bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln (Kartoffeln, Zwiebeln reiben), um Textilien zu reinigen (Fleckentfernung) oder zur Oberflächengestaltung von Hauswänden (Reibputz).[1]

In der Metallverarbeitung wird Reiben als ein spanabhebendes Fertigungsverfahren – für Metall oder Kunststoff, das der Herstellung passgenauer Bohrungen mit hoher Oberflächengüte dient, beschrieben. Eine bestehende Bohrung, die über eine Reibzugabe verfügt, wird mit einer Reibahle aufgebohrt. Reibungszugaben müssen so gewählt werden, dass eine Mindestspanungsdicke gegeben ist, aber keine Überlastung durch eine zu große Spanabnahme erfolgt. Da nur ein Spanungsgang durchgeführt wird, entspricht die Reibzugabe der Spanungsdicke. Diese ist stark begrenzt und beträgt je nach Werkstoff und Durchmesser der Bohrung 0,1 mm bis 0,8 mm. Es wird unterschieden nach:

  • Rundreiben
  • Profilreiben

Beim Rundreiben wird die Spanungsarbeit hauptsächlich vom Anschnitt der Reibahle ausgeführt, während die Schneiden am Umfang die Reibahle in der Bohrung führen. Die Bearbeitungszugabe für das Reiben beträgt je nach Bohrungsdurchmesser für gerad- und drallgenutete Reibahlen 0,1 mm bis 0,5 mm, bei Schälreibahlen für langspanende Werkstoffe bis 0,8 mm.

Die Schnittgeschwindigkeit ist mit 3 bis 28 m/min etwa halb so groß wie beim Bohren. Der Vorschub je Umdrehung von 0,04 mm bis 1,2 mm richtet sich nach dem Werkstoff, dem Bohrungsdurchmesser und der geforderten Oberflächengüte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: reiben – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.zeno.org/Pierer-1857/A/Reiben?hl=reiben