Reichsombudsschaft auf den Färöern

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Der Sitz der Reichsombudsschaft auf den Färöern ist die sogenannte amtmansborgin („Amtmannsburg“), die seinerzeit der größte und repräsentativste Bau des Landes war (Foto von 1899).

Die dänische Reichsombudsschaft auf den Färöern (färöisch: Ríkisumboðið í Føroyum, dänisch: Rigsombudet på Færøerne) wird auch als dänisches Hochkommissariat auf den Färöern bezeichnet. Es ist die Vertretung des Königreichs Dänemark auf den weitgehend autonomen Inseln im Nordatlantik.

Das Amt des Reichsombudsmannes (ríkisumboðsmaðurin, rigsombudsmanden) wurde mit dem färöischen Autonomiegesetz 1948 eingeführt und ersetzte damit den Gouverneur der Färöer, den amtmaður. Die Reichsombudsschaft wird seit dem 1. August 2005 vom Reichsombudsmann Søren Christensen geleitet, der seinen Sitz in der Hauptstadt Tórshavn hat.

Liste der Reichsombudsmänner[Bearbeiten]

Amtsantritt Name Lebensdaten
1948 Cai A. Vagn-Hansen 1911 – 1990
1954 Niels Elkær-Hansen 1915 – 2007
1961 Mogens Wahl 1918 – 1986
1972 Leif Groth 1930 – 2009
1981 Niels Bentsen 1936
1988 Bent Klinte 1939
1995 Vibeke Larsen 1944
2001 Birgit Kleis 1956
2005 Søren Christensen 1945
2008 Dan Michael Knudsen 1962

Aufgaben und Kompetenzen[Bearbeiten]

Die Reichsombudsschaft untersteht dem dänischen Staatsministerium (vergleichbar mit dem deutschen Bundeskanzleramt).

Der Reichsombudsmann ist Mittler zwischen dem dänischen Staat und dem Løgting mit der färöischen Autonomieregierung. Er hat einen Sitz im Løgting, aber nur mit beratender Stimme, also kein Stimmrecht. Alle färöischen Gesetze und andere Bestimmungen müssen ihm zur Kenntnis gegeben werden. Umgekehrt sorgt er dafür, dass dänisches Recht in den Bereichen umgesetzt wird, wo Dänemark die Souveränität innehält. Das ist zum Beispiel das Familienrecht und die Polizei.

Der Reichsombudsmann ist auch Wahlleiter auf den Färöern bei den Wahlen zum dänischen Folketing und bei eventuellen Volksabstimmungen auf Reichsebene. Die praktische Durchführung der Wahlen liegt in der Hand der färöischen Kommunen.

Behörden[Bearbeiten]

Unter Verwaltung Dänemarks befinden sich auf den Färöern folgende Institutionen:

  • Sekretariat des Reichsombudsmannes
  • Rechtswesen
  • Landfúti (Landvogt) und Polizei
  • 6 Sýslumenn (Vertreter in den traditionellen färöischen Regionen, Sitz in den dortigen Polizeistationen)
  • Militär (Færøernes Kommando der dänischen Armee)
  • Amtsarzt

Insgesamt entsendet das Königreich Dänemark 21 leitende Beamte auf die Färöer.

Berichte[Bearbeiten]

Die Reichsombudsschaft gibt zwei Publikationen heraus:

  1. Der Jahresbericht über die gesellschaftliche Entwicklung auf den Färöern
  2. Alle zwei Jahre das aktuelle Register der färöischen Gesetze, das bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. PDF-Download (163 Seiten auf dänisch)

Darüber hinaus berichtet die Reichsombudsschaft dem Staatsministerium aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen auf dem Archipel.

Eines der „sieben färöischen Wunder“[Bearbeiten]

Zur Ólavsøka 2007 veranstaltete das färöische Fernsehen Sjónvarp Føroya einen landesweiten Wettbewerb über die „sieben färöischen Wunder“, bei dem die Zuschauer beliebige Vorschläge über besondere Bauten und andere Gegenstände machen konnten. Eine Rangfolge der acht Sieger (wegen Stimmengleichheit in einem Fall) wurde nicht bekannt gegeben, aber der Sitz der Reichsombudsschaft auf den Färöern, die alte Amtmansborgin, gehört dazu. Die anderen sind das Kirchengestühl von Kirkjubøur, die Magnuskathedrale, die Christianskirkjan in Klaksvík, das Haus des Nordens, Tinganes, der Norðoyatunnilin und die erste Flagge der Färöer in der Kirche von Fámjin (Stimmengleichheit mit dem Sitz der Reichsombudsschaft).[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. portal.fo: Føroyingar hava valt síni undurverk („Die Färinger haben ihre Wunderwerke gewählt“), 28. Juli 2007