Reining

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen österreichischen Sopranistin siehe Maria Reining.

Reining ist eine Form der Dressur des Westernreitens. In dieser ausschließlich im Galopp gerittenen Disziplin wird von Pferd und Reiter ein vorgeschriebenes Pattern verlangt. Ein Pattern ist eine Abfolge von mehreren Manövern.

Elemente des Reining-Patterns[Bearbeiten]

Zirkel[Bearbeiten]

In jeder Reining-Aufgabe kommen zwei große, schnelle Galopp-Zirkel und ein kleiner, langsamer Galopp-Zirkel vor, auf jeder Hand (d. h. links- und rechtsherum), je nach Pattern in unterschiedlicher Reihenfolge. Dabei soll der Geschwindigkeits- und der Größenunterschied deutlich sein, die Hilfengebung aber ohne erkennbare Zügelwirkung nur über den Sitz und unter Umständen mit Hilfe der Stimme möglichst unsichtbar sein. Diese Veränderung der Geschwindigkeit nennt man Speed Control. Die Zirkel sollen rund sein und jeweils durch den Mittelpunkt der Arena gehen.

Spin[Bearbeiten]

Spin

Die Spins sind eine oder mehrere (meistens vier) 360°-Drehungen auf der Hinterhand (um das hintere innere Bein: PIVOT). Hierbei verlagert das Pferd sein Gewicht auf das innere Hinterbein, das die Drehachse bilden soll und idealerweise während der Drehung nicht mittreten, sondern ruhig am Boden stehen bleiben soll. In der Drehung soll das nachlaufende Bein über das vorlaufende hinweg überkreuzen. Außerdem sollte das Pferd möglichst schnell drehen.

Sliding Stop[Bearbeiten]

Sliding Stop

Das wohl markanteste Manöver in einem Reining-Pattern ist der Sliding Stop. Hier stoppt das Pferd so aus dem Galopp, dass es mit der Hinterhand auf dem Boden rutscht, während es mit den Vorderbeinen bis zum Stillstand weiterläuft. Dieser Stop soll möglichst ohne Zügeleinwirkung geschehen. Sliden kann man nur bei entsprechendem Boden und mit einem speziellen Beschlag, den sogenannten Sliding-Plates. Hierbei handelt es sich um Hufeisen, die zumeist einen Zoll breit sind und an den Hinterhufen angebracht durch ihre gegenüber normalen Hufeisen sehr glatte Oberfläche das Rutschen („sliden“) ermöglichen (siehe Hufeisen).

Fliegender Galoppwechsel[Bearbeiten]

(Siehe Pferdegangart) Im Reining-Pattern findet der Galoppwechsel statt, wenn eine Acht („figure eight“) geritten, also ein Handwechsel durchgeführt wird. Der Handwechsel sollte genau auf dem Kreuzungspunkt der Acht stattfinden. Der Wechsel soll wie alle anderen Manöver auch mit möglichst unsichtbaren Hilfen durchgeführt werden. Das Pferd soll dabei flach weitergaloppieren.

Roll Back[Bearbeiten]

Der Roll Back ist eine 180° Drehung des Pferdes auf der Hinterhand. Der Reiter galoppiert, stoppt, macht aus der Stoppbewegung heraus (ohne Stillstand nach dem Stopp) eine gesprungene Hinterhandwendung (die 180°-Drehung um die Hinterhand) und galoppiert auf der anderen Hand wieder an. Das ganze geht so schnell und flüssig, dass die Übergänge kaum sichtbar sind. Idealerweise soll das Pferd in seinen eigenen vorher hinterlassenen Spuren wieder zurück galoppieren.

Rückwärtsrichten[Bearbeiten]

Das Rückwärtsrichten gehört zu allen Pattern dazu. Das Pferd geht – idealerweise gerade – rückwärts am lockeren Zügel. Auch hier wird ein recht hohes Tempo gerne gesehen. Dabei senkt sich die Kruppe extrem. Damit die Pferde im Training nicht auf dem eigenen Schweif stehen können, wird er oftmals eingeflochten.

Regeln[Bearbeiten]

Ausrüstung[Bearbeiten]

Für die Ausrüstung der Pferde gelten nahezu identische Vorgaben, wie bei den anderen Westerndisziplinen. Eine Ausnahme stellen die Boots (Gamaschen) dar, die aufgrund der hohen Belastungen für Bänder und Sehnen der Pferde beim Reining zugelassen sind.

Die Anforderungen an die Ausrüstung des Reiters sind mit denen der anderen Disziplinen identisch (langärmeliges Hemd, lange Hose und Hut).

Scoring[Bearbeiten]

Das Pattern wird den Reitern kurz vor dem Turnier bekanntgegeben. Es gibt zehn bis elf in Regelbüchern der einzelnen Verbände niedergeschriebene Aufgaben. In jeder der Pattern kommen alle vorgeschriebenen Manöver vor, jedoch in unterschiedlichen Reihenfolgen. Die Übung ist auswendig zu reiten und jede Abweichung von der vorgeschriebenen Form („off pattern“) führt zu einem Null-Score.

Nach den Regeln der National Reining Horse Association (NRHA) startet jede Reiter/Pferd-Paarung mit einem Score von 70 Punkten. Jedes Pattern besteht aus sieben oder acht Einzelmanövern. Für die Ausführung der einzelnen Manöver des Pattern werden nach einem standardisierten Richtsystem Punkte zwischen +1 1/2 und -1 1/2 vergeben. Zusätzlich werden auch Strafpunkte („penalties“) vergeben. Sogenannte major penalties werden mit 5 Punkten Abzug bestraft, wenn das Pferd austritt, bockt oder buckelt. Die Addition dieser Werte ergibt das Endergebnis, den Score.

Am Ende einer jeden Prüfung ist dem Richter das Gebiss zu zeigen um sicherzustellen, dass nur zulässige Gebisse in der korrekten Reitweise – ein- oder zweihändig – vorgeführt wurden. Der Richter kann auch die Gamaschen (Boots) auf spitze Gegenstände kontrollieren, die dazu führen, dass das Pferd schneller läuft und er hat zu überprüfen, ob das Pferd verletzt worden ist. Eine Abweichung vom Reglement oder eine Verletzung führt zur Disqualifikation („no score“).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reining – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien