St. Georg (Zeitschrift)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
ST.GEORG
Beschreibung Reitsport-Zeitschrift
Verlag Jahr Top Special Verlag
Erstausgabe 1. April 1900
Erscheinungsweise 12 mal im Jahr
Chefredakteur Jan Tönjes
Herausgeber Gabriele Pochhammer
Weblink www.st-georg.de
ISSN 0344-0222

Der ST.GEORG ist ein monatlich erscheinendes Magazin aus dem Hamburger Jahr Top Special Verlag, das sich vor allem mit den Themen Reitsport, Pferdezucht und ganz allgemein Themen rund um die Freizeitgestaltung mit Pferden beschäftigt. Der heilige Georg ist unter anderem auch der Schutzpatron der Reiter.

ST.GEORG ist die älteste deutsche Sportzeitschrift, gegründet 1900 als "Illustrirte Zeitschrift für Sport und Gesellschaft – Offizielles Organ des Deutschen Sport-Vereins". Schon recht bald konzentrierte sich die Berichterstattung auf das sportliche Geschehen rund ums Pferd.

ST.GEORG heute[Bearbeiten]

Heute konzentriert sich die Redaktion des in Hamburg ansässigen Magazins auf Artikel, die sich mit den drei olympischen Reitsportdisziplinen Dressurreiten, Springreiten und Vielseitigkeitsreiten beschäftigen. Außerdem sind der Fahrsport, das Jagdreiten und, vor allem im Kontext der Weltmeisterschaften, Voltigieren, Distanzreiten ("Endurance") und Westernreiten Gegenstand der Berichterstattung.

Neben dem Spitzensport befasst sich jede Ausgabe mit den Unwägbarkeit des reiterlichen Alltags: Dazu zählen Trainingstipps von profilierten Fachleuten, wie Bundestrainern, Kaderreitern bis hin zu Olympiasiegern in der Rubrik Promi. bzw. Profistunde. Tiermedizinische Aspekte und Informationen rund um die Pferdehaltung sind weitere Themenschwerpunkte. ST.GEORG versteht sich selbst als ein engagiertes Medium, das sich nicht scheut, auch unbequeme Fragen zu stellen. So prägte eine Überschrift eines Artikels im ST.GEORG über Nicole Uphoff, Rollkur, einen Begriff, der seitdem das extrem "Aufrollen" des Pferdehalses als Trainingsprinzip. Die Diskussion über die vom Weltreiterverband daraufhin als Hyperflexion bezeichnete Methode hat seit August 2005 an Intensität zugenommen, nachdem im ST.GEORG der Artikel "Dressur pervers" veröffentlicht worden war.

Aber auch in anderen tierschutzrelevanten Fragen ist der ST.GEORG aktiv. So ist das Thema Doping im Pferdesport immer wieder ein Thema. Auf der Homepage des ST.GEORG wird dazu ein Lexikon der Dopingfälle im Reitsport geführt.

1962 gab es in Deutschland noch 220.000 Pferde, zum Jahr 2000 ging man von ungefähr 800.000 Tieren aus. Die Entwicklungen in der Pferdezucht und Tendenzen der modernen Produktionsmedizin (Klonen, etc.) werden redaktionell begleitet. Reisereportagen, Produktübersichten, die dem Leser Orientierungshilfen auf dem schier unüberschaubaren Markt der Reitsportanbieter geben, und Porträts von Menschen, von denen nicht jeder weiß, dass sie auch etwas mit Pferden zu tun haben (z.B. Ursula von der Leyen) runden das Portfolio des ST.GEORG ab. Darüber hinaus wenden sich die GEORGIE-Seiten an die nächste Generation reitender Leser.

Geschichte[Bearbeiten]

  • 1900 Die erste Ausgabe des (damals noch) Sankt Georg erscheint am 1. April in Berlin als "Illustrirte Zeitschrift für Sport und Gesellschaft – Offizielles Organ des Deutschen Sport-Vereins". Themen sind vor allem Gesellschaftsnachrichten sowie Militär und Fahrsport.
  • 1903 Konzentration auf den Pferdesport. Benno von Achenbach propagiert im ST.GEORG eine neue Anspannungsart für Kutschpferde, die seitdem weltweit praktiziert wird.
  • 1912 In einem Preisausschreiben sucht der ST.GEORG ein Wort, das den sportlichen Wettkampf zu Pferde beschreiben soll. Bislang muss dafür der französische Begriff Concours hippique herhalten. Es gewinnt das Wort "Turnier", das seitdem zum festen Bestandteil des deutschen Sprachgebrauchs geworden ist. Im selben Jahr nehmen erstmals Reiter an den Olympischen Spielen teil ST.GEORG berichtet aus Stockholm.
  • 1919-1933 ist Gustav Rau, der nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich für den Wiederaufbau der deutschen Pferdezucht und der Neuorientierung zum Sportpferd verantwortlich werden soll. 1913 hat er die Gründung des Deutschen Olympiadekomitees für Reiterei (DOKR) initiiert.
  • 1920er Jahre – Der heute übliche Springstil des Reiters, sich über dem Hindernis nach vorn zu beugen, ist in den frühen Jahren des ST.GEORG in Deutschland weitgehend unbekannt. Das Blatt stellt die neue Methode des Italieners Federico Caprilli zur Diskussion.
  • 1943 wird die Produktion des ST.GEORG im Zweiten Weltkrieg eingestellt. Offizielle Begründung: Papiermangel. Im Ersten Weltkrieg hatte sich der ST.GEORG noch als glühender Verfechter der "vaterländischen Sache" gegeben (Hubertusjagd im Feindesland, wie bewähren sich unsere Turnierpferde im Felde). Im Zweiten Weltkrieg war Chefredakteur Günter Marschall bemüht, neutralere Themen als seine Vorgänger zu finden.
  • 1949 erscheint am 1. Januar die erste Ausgabe nach Ende des Krieges.
  • 1950 wird der Dressurrichter Richard Abé Chefredakteur. 1960 beschließt die Deutsche Reiterliche Vereinigung, dass hauptamtliche Journalisten nicht mehr als Richter auf Turnieren eingesetzt werden dürfen.
  • 1975 übernimmt der Jahr-Verlag den ST.GEORG, Gerrit Wöckener wird Chefredakteur, auf ihn folgt Hermann Kothe (1984-1995).
  • In den 1980er Jahren engagiert sich der ST.GEORG gegen die unfassbaren Zustände, die auf europaweiten Transporten von Schlachtpferden herrschen.
  • Ab 1993 ist der ST.GEORG das offizielle Organ des Deutschen Reiter- und Fahrer-Verbandes.
  • 1995 übernimmt mit Gabriele Pochhammer die erst Frau die Chefredaktion des Blattes, das jetzt im Jahr Top Special Verlag erscheint.
  • 2012: Beginnend mit der Novemberausgabe übernimmt der bisherige stellvertretende Chefredakteur Jan Tönjes die Chefredaktion. Gabriele Pochhammer ist nun als Herausgeberin der Zeitschrift tätig.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jan Tönjes neuer Chefredakteur für das Magazin ST.GEORG, 18. Oktober 2012