Rennquintett

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Das RennQuintett war eine Pferdewette, die vom Deutschen Lotto- und Totoblock angeboten wurde. Mit einem Rennen auf der Rennbahn in Gelsenkirchen-Horst am 20. März 1971 begann zunächst nur Nordwestlotto (heute: Westdeutsche Lotterie GmbH & Co. OHG, kurz: WestLotto) als Veranstalter. Vom 17. Oktober 1974 an waren die Lotto- und Totogesellschaften der anderen Bundesländer beteiligt. Die Wette war über zwei Jahrzehnte beliebt. In den 1990er Jahren gingen aber die Einsätze nach und nach so stark zurück, dass die Betriebskosten die Veranstaltungen nicht mehr rechtfertigen konnten. Daher schieden bereits einige Landeslottogesellschaften aus (zum Beispiel Baden-Württemberg am 1. Januar 1996). Die letzten Wetten wurden für Rennen am 27./28. September 2003 in Bayern, Hamburg, NRW und Rheinland-Pfalz angenommen.

Der Name RennQuintett erklärt sich aus der anfänglichen Spielformel „5 aus 16“, nach der aus den jeweiligen Rennen mit sechzehn Teilnehmern die fünf Ersten, also ein Quintett, des Einlaufs ausgewählt werden sollten. Der Spielmodus wurde mehrfach verändert: Mit „3 + 4 aus 18“ sollten im „Pferdetoto“ die ersten drei Pferde in der richtigen Reihenfolge und im „Pferdelotto“ die ersten vier in beliebiger Reihenfolge getippt werden, so dass man mit einem Tipp eine doppelte Chance hatte. Nach der letzten Formel „2 mal 3 aus 15“ wettete man auf zwei Rennen. Die Veranstalter versuchten immer, ein Galopp- und ein Trabrennen zu kombinieren. Der erste Gewinnrang wurde erreicht, wenn die drei ersten Pferde eines der beiden Rennen A und B in der richtigen Reihenfolge vorhergesagt wurden, der zweite bei beliebiger Reihenfolge. Den Kombinationsgewinn erzielten die Wetter, die den ersten Rang für beide Rennen erreichten.

Für das rückläufige Interesse werden verschiedene Faktoren genannt: Allgemein hat das Interesse an Pferderennen und Pferdewetten nachgelassen, die Gewinnquoten sind bei den staatlichen Lotto- und Totogesellschaften geringer, weil nur die Hälfte der Einsätze ausgeschüttet wird, der Wettmodus hat sich zu häufig geändert und die Konkurrenz anderer Sportwetten, einschließlich des staatlichen ODDSET, wurde zu groß.

Wie bei den anderen staatlichen Wetten und Gewinnspielen auch wurde die Hälfte des Einsatzes für gemeinnützige Zwecke verteilt. Begünstigte Destinatäre waren unter anderem Sportverbände, Reit- und Fahrvereine, Galopperverband und Pferdezuchtvereine.