Opel Manta

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Opel Manta
Produktionszeitraum: 1970–1988
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Coupé, Kombicoupé
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Opel Calibra

Der Opel Manta ist ein fünfsitziger Pkw der Adam Opel AG. Der erste Manta (Manta A) kam im September 1970 auf den Markt. Der Wagen ist die Coupé-Version der zwei Monate später vorgestellten Mittelklasse-Limousine Opel Ascona A mit der gleichen Plattform. Das Coupé mit wassergekühltem Vierzylinder-Frontmotor und Hinterradantrieb wurde als Konkurrent des bereits seit Ende 1968 gebauten Ford Capri auf den Markt gebracht.

Der Manta A wurde zunächst mit drei verschiedenen CIH-Motoren angeboten: zwei 1,6-l-Varianten mit 68 PS bzw. 80 PS sowie die vom Rekord C übernommene 1,9-l-Version mit 90 PS. 1972 kam ein 1,2-l-OHV-Motor mit 60 PS hinzu.

Als im August 1988 der letzte Manta B vom Band lief, war seine Technik mit der aus dem Kadett B von 1967 stammenden Starrachse (Zentralgelenkachse) und den seit 1965 produzierten CIH-Motoren überholt, obwohl er in den letzten Baujahren schon mit ungeregeltem Katalysator und 5-Gang-Getriebe ausgerüstet wurde. Für Opel war der Manta ein Erfolg: Von beiden Modellreihen wurden zusammen 1.056.436 Wagen gebaut.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

Unter dem Arbeitstitel „Projekt 1450“ wurde Ende der 1960er-Jahre bei Opel ein Konkurrenzmodell für den Ende 1968 eingeführten Ford Capri entwickelt. Daraus ging das im September 1970 in Timmendorfer Strand präsentierte Manta-Coupé hervor, dessen Limousinen-Version Ascona zwei Monate später in Turin (Italien) im November 1970 vorgestellt wurde.[1]

Die Entstehung und der Name Manta[Bearbeiten]

Das „Rochen“-Emblem am vorderen Kotflügel eines Manta A

Ford begründete mit dem Ford Mustang in den USA die Anfänge der Pony-Car-Ära: Ein (für amerikanische Verhältnisse) kompaktes und leichtes Mittelklassefahrzeug (meist Coupé oder Cabrio), das mit einem relativ leistungsstarken Motor ausgestattet wurde und daher entsprechende Fahrleistungen (insbesondere Beschleunigungswerte) ermöglichte.

Der kompakte und formschöne Mustang war nach seiner Einführung im Frühjahr 1964 in den USA sehr erfolgreich. Diesen Erfolg wollte Ford in Europa wiederholen und entwickelte ein Coupé mit dem Namen Capri, das sich ab Anfang 1969 ebenfalls gut verkaufte. Allerdings fiel hier die Motorisierung keineswegs so üppig aus, es war eher die äußere Form, die den Erfolg ausmachte.

Dem Erfolg des Mustangs bzw. des Capri konnte Ford-Konkurrent General Motors nicht tatenlos zusehen, und so wurde relativ kurzfristig der im Herbst 1966 vorgestellte Chevrolet Camaro als Antwort auf den Ford Mustang konzipiert, während Opels Manta mit dem Capri konkurrieren sollte.

Bereits im Herbst 1962 wurde ein Modell der Chevrolet Corvette mit dem Namen Stingray (Stachelrochen) versehen. Analog wurde beim Opel Manta der Mantarochen zum Namensgeber.

Zielgruppe[Bearbeiten]

Von Anfang an versuchte die Opel-Werbung, den technisch stark an die Ascona-Limousine angelehnten Manta zum sportlichen Männerauto zu stilisieren.

Die Form mit der niedrigen Gürtellinie, einer langen Motorhaube und kurzem Heck gaben dem Manta ein sportliches Aussehen. Die Wagen folgten damit dem Trend zum Ende der 1960er-Jahre:

  • Sportlich aufgemachte Fahrzeuge mit höheren Leistungen und entsprechendem Fahrverhalten.
  • Autos mit höherem Komfort für Fahrer und Beifahrer.
  • Individuelle Form, die sich von anderen Fahrzeugen abhob.

Speziell Renault und Fiat hatten schon vorher sportliche Modelle im Angebot, aber die Abarth- oder Gordini-Versionen für den Massenmarkt besaßen keine eigenständigen Karosserien, sondern nur stärkere Motoren: den umgekehrten Weg beschritt Opel mit dem Manta. Anfangs wurde in der Anzeigenwerbung der Manta mit dem Slogan „Manta – entwickelt aus der europäischen Automobil-Tradition" präsentiert. Später mit: „Opel Manta. Weil man was vom Fahren versteht, bzw. Weil Sie was vom Fahren verstehen" und „Opel Manta. Wenn Ihnen gewöhnliche Autos zu langweilig sind."[1]

Die Zielgruppe bestand primär aus jungen Menschen. Opel bot mit den anfangs drei Motorisierungen eine Alternative zu den traditionell gestalteten Modellen wie dem Rekord oder dem Ascona.

Die eher schwachen Motoren (insbesondere der ab 1972 für 8.528 DM angebotene Wagen mit dem 60 PS leistenden 1,2-Liter-Motor des Kadett B) konnten mit dem sportlichen Aussehen nicht Schritt halten. Verschiedene Tuner versuchten, dies durch den Einbau von Sechszylindermotoren der größeren Opel-Modelle oder mit Turboladern zu ändern. Lediglich der ab Frühjahr 1974 angebotene Manta GT/E mit 105 PS war in den Augen mancher Autotester gut motorisiert.

Manta A (1970–1975)[Bearbeiten]

Manta A
Opel Manta (1970–1975)

Opel Manta (1970–1975)

Produktionszeitraum: 1970–1975
Karosserieversionen: Coupé
Motoren: Ottomotoren:
1,2–1,9 Liter
(44–77 kW)
Länge: 4340 mm
Breite: 1630 mm
Höhe: 1360 mm
Radstand: 2430 mm
Leergewicht: 1060 kg

Der Manta A hatte eine selbsttragende Stahlkarosserie mit stoßnachgiebiger Heck- und Frontpartie aus. Ab September 1970 waren die Ausführungen Manta, Manta L und Manta SR erhältlich.

Die Einzelradaufhängung der Vorderachse bestand aus ungleich langen Querlenkern mit Schraubenfedern, Teleskop-Stoßdämpfern und Drehstab-Stabilisator.

Für die Hinterachse wurde die Zentralgelenkachse mit Schraubenfedern des Kadett B von 1967 eingesetzt. Diese Starrachskonstruktion wurde von Opel auch als „Deichselachse“ bezeichnet. Der hintere Teil der Gelenkwelle ab dem Kardangelenk war in einem Stützrohr geführt, das starr mit dem Differenzialgehäuse verbunden war.

Im Manta A war ein vollsynchronisiertes Viergang-Getriebe mit kurzem Schaltknüppel auf der Mittelkonsole eingebaut, was in der Werbung als „Sportschaltung“ bezeichnet wurde.

Der Opel Manta wurde in allen Versionen als fünfsitziges Sportcoupé geliefert. Besonders hervorstechend waren die langgezogene, vorne angeschlagene Motorhaube sowie die Heckpartie mit vier runden Rückleuchten, die breiten Türen mit rahmenlosen Fenstern und der schwarze Kühlergrill mit vier Rundscheinwerfern. Während Manta und Manta L noch mit Radkappen ausgeliefert wurden, hatte der Manta SR serienmäßig radkappenlose Stahl-„Sportfelgen“. Die Insassen des Manta saßen in einer Sicherheitszelle mit stoßabsorbierender Sicherheitslenksäule. Die Sitze waren stark ausgeformt und gewährleisteten einen hohen Sitzkomfort. Gegen Aufpreis war ein Vinyldach lieferbar, das aber die Korrosion förderte, da sich unter der Verklebung Feuchtigkeit sammelte.

Ab Januar 1975 erforderten neue Abgasbestimmungen Kraftstoff mit geringerem Bleigehalt. Als erster deutscher Hersteller passte Opel seine Motoren der neuen Richtlinie an. Die Leistungen reduzierten sich beim 1,6-Liter-N von 50 kW (68 PS) auf 44 kW (60 PS), beim 1,6-Liter-S von 59 kW (80 PS) auf 55 kW (75 PS), und der 1,9-Liter-Motor hatte statt 66 kW (90 PS) nur noch 65 kW (88 PS). Der 1,2-Liter-Motor mit 44 kW (60 PS) blieb unverändert. Ab Juni 1975 wurde jedoch die Leistung des 1,9-Liter-Motors durch Einsatz des Fallstrom-Registervergasers Zenith INAT 35/40 wieder auf 66 kW (90 PS) gesteigert. Vom Manta A wurden insgesamt: 498.553 Stück hergestellt. Der billigste Manta kostete ca. 8.300 DM.

Manta L[Bearbeiten]

Beim Manta L stand das L für Luxus. Zur L-Ausstattung gehören verchromte Armaturen, Handschuhkasten-, Motorraum- und Kofferraumleuchten, Schwenkfenster für die Passagiere auf der Rücksitzbank, Radzierringe, eine elektrische Uhr, diverse Armaturenbeleuchtungen, Aschenbecher, Zigarettenanzünder, Sicherheits-Innenspiegel, verchromtes Auspuffrohr etc.

Zur Motorenauswahl gehörten die obengenannten mit Schalt- und Automatikgetriebe (für den 1,2-Liter-S-Motor gab es nur das Schaltgetriebe).

Manta SR[Bearbeiten]

Der Manta SR war eine „Rallyeversion“ des Manta L für die sportlich orientierte Kundschaft. Er unterscheidet sich von den anderen Versionen durch Radscheiben mit anderer Form, eine mattschwarze Motorhaube sowie schwarze Seitenstreifen („Rallye-Streifen“). Zur Instrumentierung gehören ein Drehzahlmesser sowie eine zusätzliche Konsole mit Zeituhr, Amperemeter und Öldruckmesser; die Beifahrer-Sonnenblende des SR hat keinen Schminkspiegel. Der SR wurde nur mit 80-PS- und 90-PS-Motor angeboten, bei letzterem führt eine Änderung der Gesamtübersetzung zu verbesserten Beschleunigungswerten und erhöhter Bergsteigefähigkeit; für die SR-Ausstattung wurde das Automatikgetriebe nicht angeboten.

Manta GT/E[Bearbeiten]

Im März 1974 ergänzte der Manta GT/E die Modellreihe. Sein 1,9-Liter-Motor leistete dank elektronischer Benzineinspritzung (Bosch L-Jetronic) 77 kW (105 PS), was dem GT/E eine Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h (nach Werksangaben) verlieh. Gegenüber dem Manta SR hat der GT/E breitere schwarze Seitenstreifen, schwarze Fensterumrandungen, die man auf dem unten stehenden Foto leider nicht erkennen kann, spezielle GT/E-Schriftzüge, einen Frontspoiler, und die Karosserie ist etwas tiefergelegt. Wegen der nur einjährigen Bauzeit wurden vom GT/E lediglich 5252 Stück verkauft – für 12.500 DM –, die letzten Exemplare liefen als Manta Black Magic mit schwarzer Lackierung und gelb/roten Streifen an Frontspoiler und Seitenlinie vom Band.

Der Manta A in den USA[Bearbeiten]

Von Oktober 1970 bis Juli 1975 wurde der Manta unter der Bezeichnung Opel 1900 (Modelljahre 1971/72) bzw. Opel Manta (ab Modelljahr 1973) auch in den USA verkauft. Im Angebot standen das Sport Coupe genannte Basismodell, der Rallye als sportlich aufgemachte Variante und ab Herbst 1973 der Luxus mit mehr Ausstattung, Cordstoffbezügen und Vierspeichen-Stahlsportfelgen. Alle Modelle wurden von Opels 1,9-Liter-Vierzylinder angetrieben, der bei einer Verdichtung von 7,6:1 hier 76 DIN-PS (56 kW) leistete; zum Modelljahr 1975 erhielt die Maschine eine Bosch-Einspritzung und kam damit auf 82 DIN-PS (60 kW). Insgesamt wurden von der 1900-Serie (inklusive Ascona A) in den USA rund 170.000 Stück abgesetzt.

Besondere Manta A[Bearbeiten]

Opel Manta A „Spa Francorchamps“

Ein leistungsgesteigertes Modell mit dem Modellnamen TE2800 wurde von dem belgischen Unternehmen Transeurope Engineering, das schon 1975 Konkurs anmeldete, in einer Auflage von 79 Stück gefertigt, indem der 2,8-Liter-Motor des Commodore in den Manta eingebaut wurde. Der Motor leistete 143 PS bei fast 200 km/h Spitze. Der Preis betrug knapp 20.000 DM. Der TE wurde über die Firma Irmscher vertrieben. Das englische Dealer Opel Team (D.O.T.) entwickelte den D.O.T. Turbo-Manta, der 1974 vorgestellt wurde. Es wurden nur 28 Exemplare gebaut, von denen etwa 7 erhalten sind, weil der Hersteller des Turboladers Konkurs anmeldete. Opel selbst testete eine Turbo-Version des 1,9-Liter-Aggregats auf Basis des „Lowlead“-Motors des US-Manta mit 78 PS und baute zu Testzwecken ca. 10 Stück. Doch das unbefriedigende Ansprechverhalten bei niedrigen Drehzahlen und dann das abrupte Einsetzen des Turboladers (besonders gefährlich in Kurven, da der leichte Manta schnell ausbrach) bedeuteten das Aus für den Turbo-Manta. Kein straßenzugelassener Turbo-Manta ist bekannt.

Technische Daten[Bearbeiten]

Manta B (1975–1988)[Bearbeiten]

Manta B
Opel Manta CC (1978–1982)

Opel Manta CC (1978–1982)

Produktionszeitraum: 1975–1988
Karosserieversionen: Coupé, Kombicoupé
Motoren: Ottomotoren:
1,2–2,4 Liter
(40–106 kW)
Länge: 4450 mm
Breite: 1670–1700 mm
Höhe: 1330 mm
Radstand: 2520 mm
Leergewicht: 1060 kg

Nach den Werksferien im August 1975 stand der Manta B in den Startlöchern.

Wie sein Vorgänger war auch er wieder die Coupé-Variante des gleichzeitig vorgestellten Opel Ascona B und war mit ihm technisch weitgehend gleich. Beide Modelle basierten auf der Bodengruppe ihrer Vorgänger, die jedoch überarbeitet wurde.

Der Manta B hatte einen längeren Radstand und eine gestrecktere Form, große Rechteck-Scheinwerfer und einen in die Karosserie integrierten Überrollbügel. Zunächst gab es die Ausführungen Manta, Manta L, Manta Berlinetta, Manta SR und Manta GT/E. Die Motorisierungen reichten von 40 kW (55 PS) beim 1,2 N bis zu 77 kW (105 PS) im 1,9 E des GT/E. Optische Merkmale des GT/E waren wieder der serienmäßige Frontspoiler, die mattschwarz lackierte Motorhaube und schwarze Fensterumrandungen. Er hatte ein sportliches Fahrwerk mit Gasdruck-Stoßdämpfern. Im Innenraum gab es ein Sportlenkrad sowie zusätzliche Instrumente. Beim Manta SR war nur der mittlere Bereich der Motorhaube schwarz lackiert.

Die Werbekampagne zum Verkaufsstart erwies sich als peinlicher Flop. Opel hatte Anzeigen mit Texten wie „Ich träumte, ich hätte im neuen Opel Manta dem Champion den Grandprix abgejagt“, oder „Ich träumte, ich wäre im neuen Opel Manta mit Caroline durch Monaco gefahren“ schalten lassen. Als daraufhin zahlreiche potentielle Kunden an Opel schrieben, dass sie sich aufgrund dieser Werbung den Manta nicht kaufen werden, weil sie fürchten, sich mit diesem Auto lächerlich zu machen, wurde diese Werbung umgehend eingestellt.

Zum Modelljahr 1978 wurden die 1,9-S- und 1,9-E-Motoren durch Motoren mit 2,0 Litern Hubraum ersetzt. Diese Motoren kamen auch in den Opel-Modellen Ascona und Rekord zum Einsatz, der Einspritzmotor auch im Kadett C Coupé. Die Leistung reichte von 90 PS (2,0 N) über 100 PS (2,0 S) bis zu 110 PS (2,0 E). Letzterer war bis zum Produktionsende des Manta B der mit Abstand meistverbaute Motor und begeisterte die Tester bei seinem Erscheinen mit Fahrleistungen, die an den nominell deutlich stärkeren Capri 2,3 S heranreichten bzw. diese übertrafen. Die neuen Motoren verfügten über Hydrostößel, die das Einstellen des Ventilspiels überflüssig machten.

Als zusätzliche Modellvariante kam ab Oktober 1978 der Manta CC (Combi-Coupé) hinzu, der über eine große Heckklappe ähnlich dem Opel Monza verfügte. Ihn gab es in den gleichen Ausstattungen und mit den gleichen Motoren, wie den Stufenheck-Manta. Der CC war jeweils um 450 DM teurer als die entsprechende Stufenheckvariante.

Heck des Manta CC
Opel Manta (1975–1982)

Ab April 1979 hielten auch in die Manta-Baureihe die neuen OHC-Motoren Einzug. Diese Motoren fanden vorrangig im 1979 vorgestellten Opel Kadett D Verwendung. Merkmal der neuen Motorengeneration waren Querstrom-Zylinderköpfe aus Leichtmetall mit obenliegender Nockenwelle, der Motorblock bestand weiterhin aus Grauguss. Im Manta wurden zunächst ein 1,3-Liter-Motor mit 60 PS und 75 PS angeboten. Die 1,6 N, 1,9 N und 2,0 N-Motoren mit 90 PS blieben ebenfalls im Programm. Weiterhin im Angebot blieben auch der 2,0 S und der 2,0 E. Neues Einstiegsmodell war nun der Manta GT-J. Optisch entsprach er weitgehend dem GT/E, er hatte ebenfalls einen serienmäßigen Frontspoiler, schwarze Fensterumrandungen und konnte wahlweise auch mit einer mattschwarzen Motorhaube bestellt werden. Im Innenraum gab es ein Sportlenkrad sowie zusätzlich Drehzahlmesser, Öldruckmesser und Voltmeter. Der GT-J verfügte ebenfalls über ein sportliches Fahrwerk, allerdings nur mit Öldruck- anstelle von Gasdruck-Stoßdämpfern beim GT/E. Erkennbar war der GT-J an entsprechenden Schriftzügen und charakteristischen Seitenstreifen. Lieferbar war er wahlweise mit dem 1,3-S- (75 PS) oder dem 2,0-S-Motor (100 PS).

Das Frühjahr 1980 brachte ein kleines Facelift mit sich. Äußerlich unterschieden sich die neuen Modelle durch schwarze, kunststoffummantelte Stoßstangen von den Vorgängern mit verchromten Stoßstangen. Der Manta 2,0 S SR (74 KW/100 PS) erhielt am Heckblech matten schwarzen Lack, der sich zwischen und um die Rückleuchten erstreckte. Den Einspritzmotor gab es nun nicht nur im Manta GT/E, sondern auch in den „zivilen“ Versionen (Manta E).

Zum Modelljahr 1981 war die angebotene Motorenpalette für den Manta sehr umfangreich: 1,3 N OHC (60 PS), 1,3 S OHC (75 PS), 1,6 N (60 PS), 1,9 N (75 PS), 2,0 N (90 PS), 2,0 S (100 PS) und 2,0 E (110 PS). Aber schon ab Mai 1981 war der Manta nur noch mit 1,3-S-, 2,0 S- oder 2,0 E-Motor lieferbar. Preiswertestes Modell war der GT-J 1,3 S mit 75 PS (14.845 DM), teuerstes Modell der Manta CC Berlinetta 2,0 E mit 110 PS (18.423 DM).

Opel Manta 400

Auf dem Genfer Automobilsalon wurde im März 1981 der Manta 400 vorgestellt: Er war der Nachfolger des erfolgreichen Rallye-Fahrzeugs Ascona 400, mit dem Walter Röhrl 1982 Fahrer-Weltmeister wurde. Der Manta 400 war eigentlich ein reines Wettbewerbsfahrzeug, das aufgrund motorsportlicher Reglements der damaligen Gruppe B aber in geringer Stückzahl auch für den normalen Markt angeboten werden musste. Der Manta 400 wurde von einem 2,4-Liter-Motor mit Leichtmetallzylinderkopf, vier Ventilen pro Zylinder und zwei obenliegenden Nockenwellen angetrieben. Serienmäßig leistete der 960 kg leichte Rallyewagen 144 PS, je nach Ausbaustufe konnten es aber auch bis zu 275 PS sein. Scheibenbremsen an allen Rädern (vorne innenbelüftet) und ein Sperrdifferential gehörten zum Lieferumfang. Der Manta 400 wurde bis 1984 gebaut. Es sind 245 Exemplare entstanden. Zur Wahl stand dem Käufer die sogenannte „schmale“ Karosserie oder aber die Rallye-Breitbauversion mit GFK Kotflügeln am Vorderwagen und Kotflügelverbreiterungen ebenfalls aus GFK an den hinteren Radläufen. Einher ging in der Breitbauversion auch eine Änderung der Bereifung an der Hinterachse von bis zu 285er Reifen auf einer Ronal 15" Felge, an der Vorderachse wurde ein 225er Reifen verbaut. Diese Mischbereifung und auch die Kotflügelverbreiterungen ließen das Fahrzeug optisch sehr bullig und martialisch erscheinen. Außerdem wurde ein Prototyp des Manta 400 auf der Basis des CC gebaut. Dieser lehnte sich optisch an den Irmscher I2800 an und hatte die komplette Technik des Manta 400 an Bord.

Modellpflege[Bearbeiten]

Opel Manta GT/E (1982–1984)
Logo des Manta GT/E
Opel Manta GSi (1984–1988)

Im Mai 1982 stand der „neue Manta“ bei den Händlern. Dahinter verbarg sich nur ein Facelift, das sich optisch an die Rallyeversion des Manta 400 anlehnte. Die Front verfügte nun über vier Kühlluft-Öffnungen anstelle von zweien. An der Front trug der Manta jetzt eine Spoilerstoßstange in Wagenfarbe, ebenso eine Kunststoffstoßstange am Heck. Die Rückleuchtengehäuse waren nun schwarz, nicht mehr rotbraun.

Beim GT/E kamen seitliche Kunststoffschweller sowie ein lackierter Heckspoiler hinzu. Die Zeiten schwarzer Motorhauben und Rallyestreifen waren vorüber, Chromteile suchte man an den neuen Modellen nun vergeblich. Hinzu kamen Felgen in neuem Design und ein leicht überarbeiteter Innenraum. Bereits seit Herbst 1981 waren Recaro-Sportsitze beim GT/E serienmäßig.

Manta und Manta CC konnten in den Ausführungen GT/J, Berlinetta und GT/E bestellt werden. Folgende Motoren standen zur Verfügung: 1,3 S OHC (75 PS), ein neuer 1,8-S-OHC-Motor (90 PS), 2,0 S (100 PS) und 2,0 E (110 PS). Günstigster Manta war nun der GT/J mit 75 PS (16.145 DM), exklusivstes Modell der Manta CC Berlinetta mit 110 PS (20.295 DM).

Ab Herbst 1982 stand ein 5-Gang-Getriebe zur Verfügung, das jetzt im GT/E serienmäßig war. Der 2,0 E-Motor war nun mit der Bosch LE-Jetronic ausgestattet und verfügte über eine elektronische Zündung und Schubabschaltung. Ab Herbst 1983 waren nur noch der Manta GT und der Manta GT/E im Angebot. Der Manta GT ersetzte den bisherigen GT/J und war jetzt das Einstiegsmodell. Der 2,0 S-Motor entfiel.

Ab Herbst 1984 hieß der Manta GT/E, als Angleich an den frisch erschienenen Kadett GSI, nun Manta GSI. Weiterhin im Angebot war der Manta GT, die Motorenpalette blieb unverändert. Günstigstes Angebot war der Manta GT 1,3 S mit 75 PS (18.155 DM), am anderen Ende der Skala befand sich der Manta CC GSI (22.470 DM).

Ab April 1985 konnte man den Manta GSI Exclusiv kaufen, der nicht als CC verfügbar war. Dieses von Irmscher veredelte Sondermodell besaß spezielle Polsterstoffe im Innenraum sowie ein Dreispeichen-Lederlenkrad. Die Front zierten runde Doppelscheinwerfer. Lieferbar waren zunächst nur die Lackierungen Monacoblau oder Dakargold. Die Leichtmetallfelgen hatten ein spezielles Design (Anthrazit mit Silberrand), ein dreiteiliger lackierter Heckspoiler war serienmäßig. Zwischen den Rückleuchten befand sich eine schwarze Blende, und das Kennzeichen war in die hintere Stoßstange integriert. Gegen Aufpreis war auch eine Heckschürze erhältlich, die sich von Radlauf zu Radlauf erstreckte.

Im Sommer 1985 wurden neue Polsterstoffe eingeführt, ansonsten gab es keine Veränderungen.

Ab Herbst 1986 entfiel der 1,3-S-Motor. Nun war nur noch der Manta GT 1,8 S mit 90 PS sowie der Manta GSI mit 110 PS im Angebot. Günstigster Manta war der GT 1,8 S (20.725 DM), nobelster Manta der GSI Exclusiv (24.550 DM).

Ab Sommer 1987 konnte man schließlich nur noch den Manta GSI mit 81KW (110 PS) bestellen, weiterhin auch als CC. Nur das Sondermodell Exclusiv war als weitere Ausstattungsvariante noch im Programm. Wahlweise war der 2,0-E-Motor auch mit ungeregeltem Katalysator (Euronorm E1) lieferbar, er leistete dann 107 PS.

Opel Manta i200 (1984–1986)

Zwischenzeitlich waren einige weitere Sondermodelle im Angebot, die alle von der Firma Irmscher veredelt wurden und die z. T. auch über die Opel-Händler zu beziehen waren. So der Manta i200, der in weißer Lackierung mit blau-roten Seitenstreifen (Rothmans Dekor) und großem Heckspoiler lieferbar war. Gebaut wurden laut Irmscher 3074 Exemplare. Er war mit einem leicht getunten 2,0-E-Motor ausgestattet, der 92 KW (125 PS) leistete. Darüber hinaus gab es noch exotische Irmscher-Sondermodelle, wie den Manta i240 mit einem 2,4-Liter-Motor. Gebaut wurden ca. 600 Exemplare. Besonders selten war der Manta i300 mit dem 3,0-Liter-Sechszylinder aus dem Senator/Monza, von dem nur 27 Exemplare entstanden.

Im August 1988 schließlich wurde die Produktion des Manta nach insgesamt 1.056.436 Exemplaren endgültig eingestellt. Mit 13 Produktionsjahren war der Manta B das bisher am längsten hergestellte Opel-Modell.

Nachfolger war der auf der IAA 1989 vorgestellte und ab Juni 1990 verkaufte Opel Calibra, der wieder auf einer Mittelklasselimousine, dem Vectra A, basierte.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kultfahrzeug und Klischees[Bearbeiten]

Verbreiterter Opel Manta B

Besonders der Manta B wurde in den 1980er- und 1990er-Jahren zum Kultobjekt von Tuningfreunden und zugleich der Manta-Fahrer klischeehaft zum Inbegriff oder sogar zum Synonym eines Tuning-Liebhabers.

Filmisch wurden Manta und ihren Fahrern mit Manta, Manta und Manta – Der Film Denkmäler gesetzt, oft mit eher ironisch-abwertendem Charakter. Lieder – z. B. Manta von Norbert und die Feiglinge[2] – und unzählige Mantawitze entstanden über den Manta-Fahrer als eines der verbreitetsten und hochstilisiertesten Stereotype für diese Art von Proll. Fuchsschwanz an der Antenne, Sixpack auf dem Rücksitz und Blondine, von Beruf Frisöse, auf dem Beifahrersitz gehörten zum Klischee. Der Manta-Fahrer sprach Ruhrpott-Slang, hat(te) ein niedriges Bildungsniveau, machohaftes Verhalten, trug Cowboystiefel, hielt bei jedem Wetter den Ellenbogen aus dem Fenster und hatte viele weitere von anderen als Peinlichkeiten betrachtete Eigenschaften. „Boah“ und „ey“ galten als bevorzugte Interjektionen aus seinem Sprachjargon.

In den letzten Jahren ist die Präsenz und die Popularität des Manta in der deutschen Tuningszene stark rückläufig.

Bestand in Deutschland[Bearbeiten]

Aufgeführt ist der Bestand an Opel Manta in Deutschland zum 1. Januar (bis 2000: 1. Juli) ausgewählter Jahre laut Kraftfahrt-Bundesamt. Vor dem 1. März 2007 beinhaltete der Fahrzeugbestand neben der Anzahl der angemeldeten Fahrzeuge auch die Anzahl der vorübergehenden Stilllegungen. Seit dem 1. März 2007 enthält der Fahrzeugbestand lediglich den „fließenden Verkehr“ einschließlich der Saisonkennzeichen.[3]

Stichtag Anzahl
1. Juli 1992[4] 122.141
1. Jan. 2005[4] min. 6.9321
1. Jan. 2008[5] 3.942
1. Jan. 2009[5] 3.8892
1. Jan. 2010[5] 3.871
1. Jan. 2011[6] 3.836
1. Jan. 2013[7] 3.787
1 6.932 Opel Manta, die bereits am 1. Juli 1992 in Deutschland angemeldet oder vorübergehend stillgelegt waren, waren noch am 1. Januar 2005 in Deutschland angemeldet oder vorübergehend stillgelegt.
2 darunter 1.072 Opel Manta A[8]

Nach dem Abschlussbericht des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden 18 Opel Manta zugunsten der Umweltprämie zwischen dem 27. Januar 2009 und dem 31. Juli 2010 verschrottet.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Das große Opel-Manta-Buch. Heel, Königswinter 1993, ISBN 3-89365-353-8.
  • Alexander Franc Storz: Typenkompass Opel – Personenwagen ab 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02930-9.
  • Das Opel Manta Buch. 1990, ISBN 3-86133-243-4.
  • Eckhart Bartels, Rainer Manthey: Das Opel-Manta-Buch. 2., überarbeitete Auflage (Bildband), Brilon: Podszun, 2001, ISBN 3-86133-243-4.
  • Gert Hack: So wird er schneller. Band 3: Opel Ascona, Manta, Kadett, GT. Stuttgart: Motorbuch-Verlag, 1972. ISBN 3-87943-235-X.
  • Mike Covell: Standard Catalog of Imported Cars 1946–2002. Krause Publications, Iola 2006, ISBN 0-87341-605-8, S. 620 f.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bernd Tuchen: Opel der Zuverlässige. Drei Jahrzehnte Opel-Werbung. Heel Verlag GmbH, Königswinter 2005, ISBN 3-89880-426-7.
  2. Zündende Manta-Hymne, Der Spiegel Heft 32/1990 vom 6. August 1990
  3. Pressemitteilung Nr. 4/2008. Der Fahrzeugbestand am 1. Januar 2008. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 17. November 2013 (PDF; 120 kB).
  4. a b Jahresbericht 2004. Kraftfahrt-Bundesamt, S. 30, abgerufen am 17. November 2013 (PDF; 2,5 MB).
  5. a b c Jahresbericht 2009. Kraftfahrt-Bundesamt, S. 22, abgerufen am 17. November 2013 (PDF; 2,1 MB).
  6. Immer weniger Trabis. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 17. November 2013 (PDF; 123 kB).
  7. Jeder 100. Personenkraftwagen ein Oldtimer. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 17. November 2013 (PDF; 137 kB).
  8. Fahrzeugalter - Youngtimer - Oldtimer. Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 17. November 2013.
  9. Abschlussbericht – Umweltprämie. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und Kraftfahrt-Bundesamt, 1. November 2010, abgerufen am 17. November 2013 (PDF; 1,6 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Opel Manta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien