Retainer

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Hawley-Retainer nach kieferorthopädischer Behandlung

Ein Retainer (engl. to retain: festhalten; fixieren) ist ein Zahn-Stabilisator, der im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung eingesetzt wird. Durch den Retainer können sich Kieferknochen und die neu positionierten Zahnwurzeln besser an die neue Position durch Nachwachsen des Kieferknochen gewöhnen. Die Gefahr eines Rezidivs kann durch einen Retainer minimiert werden.

Definition/Anwendung[Bearbeiten]

Es wird zwischen zwei Arten von Retainern unterschieden:

  • Der herausnehmbare Retainer wird größtenteils nach kleineren bis mittel-schweren kieferorthopädischen Behandlungen durch eine feste Zahnspange mit dem Ziel eingesetzt, die Zähne in der neuen Zielposition zu stabilisieren. Werden im Ober- und Unterkiefer herausnehmbare Retainer eingesetzt, so ist es in der Regel nicht möglich, dass die Zähne aufeinander treffen, was unter Umständen gewollt ist. Es wird empfohlen, auch den herausnehmbaren Retainer 24 h/Tag über die gesamte Behandlungsdauer anzuwenden. Er sieht optisch einer herausnehmbaren Zahnspange sehr ähnlich.
  • Der feste Retainer (auch Kleberetainer) wird bei mittelschweren bis schweren kieferorthopädischen Behandlungen direkt im Zuge der Entfernung einer festen Zahnspange eingesetzt. Der feste Retainer wird dazu meist auf der Zahninnenseite befestigt, mit dem Ziel, die neu positionierten Zähne zu stabilisieren. Die zu stabilisierenden Zähne werden dabei mit einem Drahtband verbunden. Die Befestigung erfolgt durch Ankleben an den Zähnen.[1]

Behandlungsablauf fester Retainer[Bearbeiten]

Der Retainer wird auf Basis eines Zahnabdruckes (Ober- und/oder Unterkiefer) angefertigt.

Ablauf:

  1. Erstellung eines Abdruckes
  2. Einsetzen des Retainers
  3. Entfernung der festen Zahnspange

Die Reihenfolge des Behandlungsablaufs ist wichtig, da die durch die feste Zahnspange noch beweglichen Zähne "federn" (sich sehr kurzfristig von der neuen Position wieder weg bewegen können). Um diese Möglichkeit auszuschließen, wird die feste Zahnspange erst nach Einsetzen des Retainers entfernt. Dieses Vorgehen zeigt somit auch mögliche Nachteile eines herausnehmbaren Retainers auf.

Behandlungsdauer[Bearbeiten]

Nach einer kieferorthopädischen Behandlung haben die Zähne den Drang, wieder in die alte Position zurückzuwandern. Dieser Drang nimmt mit der Zeit ab, bleibt aber theoretisch ein Leben lang bestehen. Lose Retainer werden deswegen zu Beginn der Retentionszeit in der Regel rund um die Uhr oder zu einem Großteil der Tageszeit getragen. Mit der Behandlungsdauer nimmt die tägliche Tragezeit aber ab. Als Faustregel gilt, dass mit dem losen Retainer mindestens so lang behandelt wird, wie die aktive kieferorthopädische Behandlung gedauert hat. Es ist aber empfehlenswert, ihn noch danach in größeren Abständen (z. B. mehrmals wöchentlich) über Nacht zu tragen und zu kontrollieren, ob er noch locker sitzt oder sich die Zähne wieder verschoben haben.[1]

Feste Retainer bleiben auf unbestimmte Zeit hinter den Zähnen festgeklebt. In der Praxis verlieren sie allerdings nach einigen Jahren oft den Halt und werden dann dauerhaft entfernt. Manchmal werden auch lose und feste Retainer gleichzeitig eingesetzt. In diesem Fall verkürzt sich die Behandlungsdauer des losen Retainers.

Kostenübernahme[Bearbeiten]

Ein fester Retainer wird im Oberkiefer derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Im Unterkiefer wird er erstattet, wenn er vor Behandlungsbeginn beantragt wurde und wenn ein Engstand im Unterkiefer von mindestens Grad 3 (KIG E3) vorliegt. Der Retainer bietet jedoch im Gegensatz zu einer herausnehmbaren Zahnspange den Vorteil eines effizienteren Behandlungserfolges, da der Retainer dauerhaft über den Nachsorgezeitraum an den Zähnen befestigt ist.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b W. Harze, Lehrbuch der Kieferorthopädie Hanser Fachbuch (1999) ISBN 3-446-18548-8
  2. Kieferorthopädie Richtlinien (PDF; 30 kB) des Gemeinsamen Bundesausschusses
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!