Retired Husband Syndrome

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Das Retired Husband Syndrome (dt. „Pensionierter-Ehemann-Syndrom“) ist eine Beschreibung der sozialen Situation, die die Ehefrauen vielbeschäftigter Männer bei deren Renteneintritt betrifft.

Sozialer Hintergrund[Bearbeiten]

In vielen industrialisierten Gesellschaften ist es heutzutage notwendig und üblich, dass ein Ehepartner einen erheblichen Anteil seiner Lebenszeit außer Hauses verbringt, um seiner Beschäftigung nachzugehen. Zu der reinen Arbeitszeit addiert sich noch die Fahrt zum Arbeitsplatz, sowie Nebentätigkeiten, wie Betriebssport, Dienstreisen, sowie außerdienstliche Aktivitäten.

Infolge dieser langen Abwesenheiten kommt es bei den betroffenen Familien zu einer zunehmenden Entfremdung. Die anderen Familienmitglieder passen ihr Leben an die Situation an.

Problematik[Bearbeiten]

Aufgrund der starken Einbindung des Ehemannes ins Berufsleben verliert dieser die notwendigen Sozialkompetenzen, um sich bei Renteneintritt wieder in die Familie zu integrieren. Als Folge der so auftretenden Belastung kann es bei der Ehefrau zu Rückenschmerzen, Asthma, Depressionen, seltener sogar zu Herzbeschwerden kommen.

Folgen[Bearbeiten]

Die Merkmale des Pensionierter-Ehemann-Syndroms stellen eine erhebliche Belastung für die Ehe dar. Untersuchungen in Japan haben ergeben, dass die Scheidungsrate dort bei Rentnern in den letzten Jahren signifikant gestiegen sind. Man nimmt an, dass ein Grund für dieses Phänomen das Retired Husband Syndrome ist.

Literatur[Bearbeiten]

  • Charles Clifford Johnson: The retired husband syndrome. West J Med 141 (1984), 542-5, PMID 6506693, online
  •  John Haffner, Tomas Casas i Klett, Jean-Pierre Lehmann: Japan's Open Future: An Agenda for Global Citizenship. Anthem Press, 2009, ISBN 1843313111 (Volltext in der Google-Buchsuche).

Rezeption[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]