Retired Husband Syndrome

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Das Retired Husband Syndrome (deutsch „Pensionierter-Ehemann-Syndrom“) ist eine Beschreibung der sozialen Situation, die die Ehefrauen vielbeschäftigter Männer bei deren Renteneintritt betrifft.

Sozialer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen industrialisierten Gesellschaften ist es heutzutage notwendig und üblich, dass ein Ehepartner einen erheblichen Anteil seiner Lebenszeit außer Hauses verbringt, um seiner Beschäftigung nachzugehen. Zu der reinen Arbeitszeit addiert sich noch die Fahrt zum Arbeitsplatz, sowie Nebentätigkeiten, wie Betriebssport, Dienstreisen, sowie außerdienstliche Aktivitäten.

Infolge dieser langen Abwesenheiten kommt es bei den betroffenen Familien zu einer zunehmenden Entfremdung. Die anderen Familienmitglieder passen ihr Leben an die Situation an.

Problematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der starken Einbindung des Ehemannes ins Berufsleben verliert dieser die notwendigen Sozialkompetenzen, um sich bei Renteneintritt wieder in die Familie zu integrieren. Als Folge der so auftretenden Belastung kann es bei der Ehefrau zu Rückenschmerzen, Asthma, Depressionen, seltener sogar zu Herzbeschwerden kommen.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Merkmale des Pensionierter-Ehemann-Syndroms stellen eine erhebliche Belastung für die Ehe dar. Untersuchungen in Japan haben ergeben, dass die Scheidungsrate dort bei Rentnern in den letzten Jahren signifikant gestiegen sind. Man nimmt an, dass ein Grund für dieses Phänomen das Retired Husband Syndrome ist. Ein Forscherduo aus Italien kam auf Grund der Daten der Japanischen Langzeitstudien zum Schluss, dass Frauen vielbeschäftigter Ehemänner nach dem Renteneintritt die Wahrscheinlichkeit von 5 % auf 14 % ansteigt, Symptome von steigendem Stressniveau, häufiger auftretenden Depressionen und vermehrter Schlaflosigkeit zu zeigen.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charles Clifford Johnson: The retired husband syndrome. West J Med 141 (1984), 542-5, PMID 6506693, PMC 1021891 (freier Volltext)
  • John Haffner, Tomas Casas i Klett, Jean-Pierre Lehmann: Japan's Open Future: An Agenda for Global Citizenship. Anthem Press, 2009, ISBN 978-0-85728-685-7 (Volltext in der Google-Buchsuche).
  • Marco Bertoni und Giorgio Brunello: Pappa Ante Portas: The Retired Husband Syndrome in Japan, July 2014.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lin Freitag: Wenn Manager in Rente gehen, wird die Gattin depressiv. Loriot hatte recht: Der Renteneintritt des Ehemannes hat einen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Frau. Das fanden Wissenschaftler in einer Langzeitstudie heraus. In: Zeit Online. Zeit Online GmbH, 14. September 2014, abgerufen am 14. September 2014.