Retrograde Amnesie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klassifikation nach ICD-10
R41.2 Retrograde Amnesie
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Eine retrograde Amnesie (lat.: retro = rückwärts; engl.: retrograde amnesia) ist eine spezielle Form der Amnesie, bei der Personen nicht mehr in der Lage sind, sich an Geschehnisse vor einem bestimmten, meist traumatischen, Ereignis zu erinnern.

Der Gedächtnisverlust bezieht sich auf einen (zumeist kurzen) Zeitraum vor dem bestimmten Ereignis, ein Patient kann sich beispielsweise nicht mehr an einen Unfallhergang erinnern. Wenn diese Erinnerungslücken schwerwiegend sind, kann die dadurch entstehende Unsicherheit für die Betroffenen quälend sein.

Eine retrograde Amnesie kann in Verbindung mit einer im Vordergrund stehenden anterograden Amnesie auch bei einem Korsakow-Syndrom auftreten.[1]

Ein besonders schwerer bekannter Fall von retrograder Amnesie ist der Fall von Benjaman Kyle, der zusammengeschlagen nahe einer Fast-Food-Filiale aufgefunden wurde und mit Hilfe der Medien versuchte, sein Gedächtnis wieder zu gewinnen. Es gab nämlich keine Person, die ihn kannte oder ihm beim Erinnern helfen konnte. Brockenweise kommen Erinnerungen an seine Vergangenheit zurück, wenn er sich durch Objekten und Orte an vergangene Erlebnisse erinnert fühlt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beatrice R. Amann-Vesti: Klinische Pathophysiologie: 239 Tabellen. Stuttgart/New York: Thieme 2006, ISBN 978-3-13-449609-3
  2. Benjaman Kyle - Der Mann ohne Gedächtnis, abgerufen am 19. Mai 2015
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!