Ring-Messehaus (Leipzig)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Ring-Messehaus und das Hotel International 1957

Das Leipziger Ring-Messehaus am Tröndlinring war das größte innerstädtische Messehaus der Welt. Es wurde bis 1992 als Mode-, Rauchwaren- und Textilmessehaus genutzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Ring-Messehaus zur Leipziger Frühjahrsmesse 1961

Das Gebäude entstand in mehreren Bauabschnitten.[1] Es wurde bis 1926 durch die Ring-Messehaus AG gebaut. Der Komplex erstreckt sich vom Tröndlinring bis zur Humboldtstraße, nördlich des Richard-Wagner-Platzes. In einer ersten Phase entstand bis 1922 ein 13.000 Quadratmeter großer Teilbau auf dem ehemaligen Grundstück „Geibels Garten“. 1925 wurde dann das Vordergebäude um weitere acht Geschosse erhöht. Der Leipziger Architekt Gustav Pflaume erweiterte die Fassade mit einem kleinen Portikus. Im Keller eröffnete eine Gaststätte. 1926 öffnete das Messehaus in seiner geplanten Größe.

Durch einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg wurden in der Nacht vom 3. zum 4. Dezember 1943 zwei Drittel des Gebäudes schwer beschädigt.

Das Ring-Messehaus im Jahr 2010

Die erste Leipziger Messe nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 8. Mai 1946 im Messehaus am Ring eröffnet. Ausstellungen fanden zunächst nur im Erdgeschoss Platz. Nach zwei Jahren war das Gebäude weitgehend saniert. Das Nordende des Gebäudes wurde 1955 mit einem fünfstöckigen Frontalbau erweitert, was weitere 5000 Quadratmeter Nutzfläche brachte. Die Nord- und Südseite zierten nun repräsentative Kopfbauten.

Seitdem standen 20.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Alle Gänge und Flure im Gebäudekomplex hatten eine Gesamtlänge von etwa 4500 Meter.

Im Jahr 1994 schloss das Messehaus und stand seitdem leer. 2013 wurde der Teil zwischen den beiden Kopfbauten abgerissen. Die Kopfbauten werden saniert und der Bereich dazwischen für ein Hotel der Firma Travel24.com neu bebaut, das Ende 2014 eröffnen sollte.[2] Im Juli 2014 wurde deutlich, dass sich die Fertigstellung des Hotels wegen Problemen mit dem Grundwasser um ein Jahr verschieben dürfte.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Werner Starke: Die Leipziger Messehäuser. Gestalt und Geschichte. Leipziger Messeamt, Leipzig 1961, S. 44.
  2. Robert Nößler: Ring-Messehaus in Leipzig fast abgerissen. LVZ-Online, 16. August 2013.
  3. Robert Nößler: Probleme beim Umbau des Ring-Messehauses. dnn-online.de, 14. Juli 2014, abgerufen am 28. August 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ring-Messehaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.34492812.372322Koordinaten: 51° 20′ 42″ N, 12° 22′ 20″ O