Ruaidhrí de Valera

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Ruaidhrí de Valera (* 1916 in Dublin; † Oktober 1978) war ein irischer Archäologe und Professor für keltische Archäologie am University College Dublin.

Leben[Bearbeiten]

Ruaidhrí de Valera wurde 1916 als vierter Sohn des Politikers Éamon de Valera in Dublin geboren.[1] Er studierte Keltologie am University College Dublin und erhielt dort 1939 seinen Bachelor of Arts (B.A.). De Valera diente nun in der irischen Armee und war 1942 für ein Jahr lecturer für Altirische Sprache in Maynooth. Im Jahr 1945 erhielt er seinen Master of Arts (M.A.). In seiner Masterarbeit hatte er sich mit Megalithgräbern im Nordosten des County Clare beschäftigt.

1946 wurde er Placenames Officer in der Ordnance Survey Ireland, der nationalen Landvermessungsbehörde. Im darauffolgenden Jahr wurde er Archaeology Officer und initiierte 1949 die Begehung der irischen Megalithanlagen. In den nächsten Jahren veröffentlichte de Valera mehrere Arbeiten zu Megalithanlagen und bereitete seine Doktorarbeit vor. 1954 erhielt er seinen Doktorgrad. Als Seán P. Ó Ríordáin 1957 starb, wurde de Valera zum neuen Professor am Lehrstuhl für keltische Archäologie am University College Dublin berufen; ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1978 bekleidete. Im Sommer 1959 schloss er die von Ó Ríordáin begonnenen Erdarbeiten bei dem Mound of the Hostages (Hügel der Geiseln), einem ungefähr auf 2700 v. Chr. datierten Passage tomb in Tara, ab. Im Jahr 1960 führte er den Begriff Court tomb ein, um Anlagen mit gemeinsamen architektonischen Elementen zu beschreiben. Die hierzu gerechneten 300 Exemplare werden nahezu ausschließlich im Norden von Irland bzw. in Nordirland gefunden.

Während seiner weiteren akademischen Karriere verfasste er verschiedene Schriften und stellte sich mit der These, dass es sich bei den Court tombs im Westen Irlands um die ältesten Anlagen dieser Art auf der irischen Insel handelt, gegen die gängige Lehrmeinung seiner Zeit.

Des Weiteren war de Valera Co-Autor der ersten vier Bände von Survey of the megalithic tombs of Ireland und verfasste eine überarbeitete Auflage von Ó Ríordáins Antiquities of the Irish Countryside. Als Professor am University College Dublin baute er den archäologischen Fachbereich aus. De Valera starb unerwartet im Oktober 1978, während er einer archäologischen Veranstaltung im Fermanagh County Museum beiwohnte.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Ruaidhrí de Valera, Seán Ó Nualláin: Survey of the megalithic tombs of Ireland (Band 1 bis Band 4)
  • Seán P. Ó Ríordáin: Antiquities of the Irish Countryside (5. Auflage, überarbeitet von Ruaidhrí De Valera)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John T. Koch: Celtic culture: a historical encyclopedia (2006)