Ruth Glass

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Ruth Glass (geb. Lazarus) (* 30. Juni 1912 in Berlin; † 7. März 1990 in Sutton) war eine britische Soziologin deutscher Herkunft. Sie forschte und publizierte insbesondere zu Fragen der Stadtsoziologie und zu Problemen ethnischer Minderheiten in großen englischen Städten.

Ruth Lazarus studierte an der Universität Berlin, setze ihre Studien aber ab 1932 beim Erstarken des Nationalsozialismus in Genua und Prag fort. Danach emigrierte die vom Nationalsozialismus bedrohte Jüdin[1] nach London, wo sie ihr sozialwissenschaftliches Studium an der London School of Economics and Political Science weiter führte. Von 1935 bis 1941 war sie mit dem Wirtschaftswissenschaftler Henry William Durant verheiratet, 1942 wurde sie Ehefrau des Soziologen David Glass. Nach zwei Forschungsjahren an der Columbia University in New York und Tätigkeiten in der britischen Regionalplanung wurde Ruth Glass 1951 erst Mitarbeiterin und ab 1958 Forschungsdirektorin am Centre for Urban Studies der Universität London, an der sie auch als Professorin lehrte. Besonders bekannt wurde Glass durch ihre Arbeit über soziale Veränderungen im Londoner Stadtteil Islington, die sie mit dem danach Karriere machenden Begriff gentrification benannte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Alles ist außer Kontrolle“. Interview von Martin Reeh mit Michael Edwards in der taz vom 31. Juli 2013, abgerufen im Portal taz.de am 3. August 2013

Literatur[Bearbeiten]

  • Colin Crouch: Glass, Ruth, in: Wilhelm Bernsdorf/Horst Knospe (Hgg.): Internationales Soziologenlexikon, Bd. 2, Enke, Stuttgart ²1984, S. 287.

Weblinks[Bearbeiten]