SDS (Bohrerschaft)
Der Begriff SDS bezeichnet ein Bohrerschaft-System für schlagende und drehende Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen und Bohrhämmer. Bei diesem Einstecksystem ist der Bohrerschaft mit speziellen Nuten versehen, die eine bessere Kraftübertragung gewährleisten. Im Gegensatz zu anderen Einstecksystemen ermöglicht der SDS-Bohrerschaft einen werkzeuglosen und schnellen Wechsel von Bohrern und Meißeln.
Die Abkürzung SDS besitzt verschiedene Bedeutungen. Vielfach wird die Bezeichnung Steck-Dreh-Sitzt verwendet, aber auch Spannen durch System oder Special Direct System sind weit verbreitet.
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[Bearbeiten] Entstehung
Mit der zunehmenden Verbreitung von elektrischen Bohrmaschinen und Bohrhämmern in den 1960er Jahren entwickelten die Hersteller unterschiedliche, untereinander nicht kompatible, Bohrerschaftsysteme und Werkzeugaufnahmen. So führte auch die Firma Hilti 1967 ein 10 mm Einstecksystem für leichte Maschinen ein, die Hilti TE-Aufnahme. Im Jahr 1975 entwickelte die Firma Robert Bosch daraus das "SDS-plus" genannte Einstecksystem mit einem einheitlichen Schaftdurchmesser von 10 mm.[1] Ein Vorteil dieser Weiterentwicklung war, dass die SDS-plus-Bohrer auch in die TE Aufnahme der Hilti-Maschinen passte.
[Bearbeiten] Technik
Bei der Hilti-TE-Aufnahme wurde durch eingreifende Walzen (an Stelle der Kugeln) auch die Drehmomentübertragung mittels der flacheren Nuten (mit dem halbkreisförmigen Querschnitt) bewirkt, die bei SDS lediglich die axiale Bewegung begrenzen. Die Schwäche der TE-Bohrer war der Verschleiß an den extrem beanspruchten Kanten dieser Nuten, was dort im Extremfall zu Materialaufwerfungen (Bartbildung) führte, so dass die Werkzeuge mitunter in der Aufnahme festklemmten.
Die Bohrerverriegelung und die Drehmomentübertragung (mit 60 mm² Auflagefläche) erfolgen bei SDS getrennt voneinander und sind nahezu verschleißfrei. Die Bohrerverriegelung erfolgt mittels zweier gegenüberliegender Nuten (Halbkreis-Querschnitt), in die jeweils eine im Futter integrierte Kugel einrastet. Das Drehmoment wird dagegen über zwei bis zum Ende durchgehende Nuten übertragen, in die balkenförmige Erhebungen (Stege) im Futter formschlüssig greifen. Bei axialer Bewegung des Bohrers rollt die Kugel ab und die Erhebungen gleiten in den Nuten. Während des Hammerbohrens wird meist nur ein kleiner Teil des insgesamt 13 Millimeter betragenden Längsspiels genutzt.
[Bearbeiten] Weiterentwicklung SDS-max und SDS-quick
Für schwere Bohrhämmer wurde das System SDS-max mit 18 mm Schaftdurchmesser und 160 mm² Auflagefläche entwickelt. Es ist inzwischen weitgehend an die Stelle älterer Aufnahmesysteme (Keilwelle, Sechskant) für schwerere Hämmer getreten. Für die immer höhere Leistung auch kleinerer Maschinen hat Bosch das "SDS-top"-System für 14 mm Schaftdurchmesser entwickelt, das sich aber nicht als Markterfolg herausstellte, so dass selbst Bosch heute (2009) keinen Bohrhammer mit SDS-Top mehr anbietet. Neu auf dem Markt hingegen ist das ebenfalls von Bosch entwickelte SDS-Quick-System mit einem Schaftdurchmesser von ungefähr sieben Millimetern, das (2011) nur für die Akkubohrhammer Bosch-Uneo und Bosch-Uneo Maxx zur Verfügung steht.