San Clemente (Venedig)

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San Clemente
Luftbild
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Gewässer Lagune von Venedig
Geographische Lage 45° 24′ 36″ N, 12° 20′ 6″ O45.4112.3354Koordinaten: 45° 24′ 36″ N, 12° 20′ 6″ O
San Clemente (Lagune von Venedig)
San Clemente
Länge 380 m
Breite 230 m
Fläche 6,79 ha
Höchste Erhebung m
Einwohner 2 (2009)
29 Einw./km²

Die Insel San Clemente liegt in der Lagune von Venedig, südlich der Stadt Venedig und längs der Fahrrinne, die von den Schiffen Richtung Malamocco benutzt wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Unter Leitung des Adligen Pietro Gattilesso entstand ab 1131 eine Kirche, Mitte des 12. Jahrhunderts folgten Augustinermönche, die zum Patriarchat von Grado gehörten, und bauten ein Hospital, das Pilger von und nach dem Heiligen Land beherbergte. Der letzte auf der Insel verbliebene Augustinermönch lebte dort noch bis 1432. Danach verfielen Kirche und Kloster bis zu dem Zeitpunkt, an dem Mönche vom Orden der Barmherzigen Brüder sich des Wiederaufbaus von Kirche, Kloster und Hospital sowie der Wiederbelebung der Insel widmeten.[1] Die Kirche ist im Wesentlichen bis auf den heutigen Tag so geblieben, wie sie von den Mönchen wiederhergestellt worden war.

Berühmte weltliche und geistliche Gäste gaben sich auf San Clemente ein Stelldichein. Man erzählte sich, dass einer von diesen, der Botschafter des Herzogtums Mantua, die Pest in die Stadt gebracht hätte. Als die Heimsuchung durch die Seuche in der Stadt zu Ende war, errichteten die Venezianer zum Dank an die Muttergottes die Kirche Santa Maria della Salute.

1451 fuhr Kaiser Friedrich III. zusammen mit dem Dogen, der ihm nach Chioggia entgegengereist war, auf dem Bucintoro nach San Clemente.[2] 1645 bis 1810 beherbergte die Insel Mönche vom Kamaldulenser-Orden, bis ein Dekret Napoleons die Orden in Venedig aufhob.[3]

Weitab von der Stadt Venedig konnte hier ohne Gefahr für diese, ein großes Pulvermagazin angelegt werden. Diese Baulichkeiten wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von der österreichischen Verwaltung der Stadt Venedig in eine Psychiatrische Klinik für Frauen umgestaltet. Im Jahr 1980 entstand ein Dokumentarfilm mit dem Titel San Clemente: Über eine Psychiatrie bei Venedig über die Heilanstalt auf San Clemente, die im Jahr 1992 endgültig geschlossen wurde. Dieser Film war vom 7. bis 14. Mai 2014 auf dem 29. Internationalen Dokumentarfilmfestival München (DOK.fest) zu sehen.[4]

Seit 2003 ist auf der Insel ein 5-Sterne-Luxus-Hotel (San Clemente Palace) in den historischen Gebäuden untergebracht. Die restaurierte Kirche konnte am 15. April 2003 eingeweiht werden.

Zum Stand 31. Dezember 2009 wurde eine ständige Bevölkerung von 2 nachgewiesen.[5] Die Insel erreicht eine maximale Höhe von vier Metern.[6]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Raymond Depardon, Sophie Ristelhuber: San Clemente. Über eine Psychiatrie bei Venedig. OCLC 839311502 (Beitrag Bayern 3, vom 18. Oktober 1990, auch als DVD erhältlich OCLC 729796803)
  • Wiebke Willms: San Clemente. Storia di un’isola veneziana uno dei primi manicomi femminili in Europa. Centro Tedesco di Studi Veneziani, Venedig 1993, ISBN 3-799-54744-4.
  • Martina Carraro: L’isola di San Clemente a Venezia. Storia, restauro e nuove funzioni. Carsa, Pescara 2003, ISBN 8-850-10069-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arte documento. Band 6. Università di Udine, Udine 1992, S. 236. ISSN 1121-0524
  2. San Clemente Palace. La storia auf sanclementepalacevenice.com, abgerufen am 16. Mai 2014. (italienisch)
  3. History – Our hospitable Island, from 1131 until nowadays auf sanclementepalacevenice.com, abgerufen am 16. Mai 2014. (englisch)
  4. San Clemente – „Freiheit heilt“ auf dokfest-muenchen.de, abgerufen am 16. Mai 2014.
  5. COMUNE DI VENEZIA. Servizio Statistica e Ricerca.
  6. Angaben: San Clemente auf dawinci.istat.it