Sanam

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Dieser Artikel befasst sich mit der Ausgrabungsstätte in Sudan, zur gleichnamigen Gemeinde in Niger siehe Sanam (Niger).
Berg Barkal und dessen Umgebung
Plan des Tempels von Sanam
Taharqa-Tempel von Südosten

Sanam ist eine Ausgrabungsstätte in Sudan. Sie liegt am östlichen Nilufer etwa fünf Kilometer Luftlinie südlich vom Berg Barkal im Zentrum der heutigen Ortschaft Merowe.

Bedeutung[Bearbeiten]

Hier fanden sich umfangreiche Ruinen, darunter ein Tempel des Amun, der wohl von Taharqa erbaut worden ist. Der Tempel ist in Plan und Größe fast identisch mit Tempeln desselben Herrschers, die er in Kawa und Tabo erbauen ließ. Des Weiteren stand hier ein Palast, der aber bisher noch nicht ausgegraben wurde. Es gibt Reste anderer Gebäude und einen großen Friedhof mit 1550 Gräbern, der sich eher durch einfache Bestattungen auszeichnet. Dieser liegt in einem weitläufig abgesperrten Gelände nördlich des Tempels, das sich bis an die Zufahrtsstraße zur 2007 fertiggestellten Nilbrücke erstreckt.

Es wird vermutet, dass es sich bei diesen Ruinen um die Reste der Wohnstadt von Napata handelte, da der sakrale Charakter von Napata zwang, das Weltliche fernzuhalten, und die Bevölkerung daher in Sanam lebte. Beim Berg Barkal befinden sich dagegen die großen Tempelanlagen und auch Paläste von Napata.

Grabungen fanden hier von 1912 bis 1913 durch Francis Llewellyn Griffith statt, sind aber von zwei Vorberichten abgesehen nie publiziert worden.

Die Ruinen und Tempelanlagen stehen seit 2003 gemeinsam mit weiteren Bauten in der Region auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbe.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Angelika Lohwasser: Eine phönizische Bronzeschale aus dem Sudan. In: Ägypten und Levante. 12, 2002, ISSN 1015-5104, S. 221–234.
  • Angelika Lohwasser: Umlaufzeit und Deponierung. Eine phönizische Bronzeschale im Aksumitischen Reich. In: Ägypten und Levante. 14, 2004, S. 121–124.
  • Angelika Lohwasser: Gefahren lauern überall. Zu den Tiermotiven auf einem Amulett aus Sanam. In: Der antike Sudan. 13, 2002, ISSN 0945-9502, S. 47–58, online (PDF; 662 KB).
  • Angelika Lohwasser: The Kushite Cemetery of Sanam. A Non-royal Burial Ground of the Nubian Capital, c. 800–600 BC. Golden House, London 2010, ISBN 978-1-906137-16-8.
  • Piotr O. Scholz: Nubien. Geheimnisvolles Goldland der Ägypter. Theiss, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-1885-4, S. 132.
  • Bernhard Streck: Sudan. Steinerne Gräber und lebendige Kulturen am Nil. DuMont, Köln 1982, ISBN 3-7701-1232-6 (formal falsche ISBN), S. 81 (Kultur-Reiseführer in der Reihe DuMont-Dokumente).

Weblinks[Bearbeiten]

18.48343611111131.819141666667Koordinaten: 18° 29′ 0″ N, 31° 49′ 9″ O