Schaʿbān

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schaban aufgeführt.

Schaʿbān (arabisch ‏شعبان‎, DMG Šaʿbān) ist der Name des achten Monats des islamischen Kalenders. Vormonat ist der Radschab, Folgemonat der Ramadan. Zusammen mit diesen beiden Monaten genießt der Schaʿbān im Islam besonders große Wertschätzung. Eine Äußerung, die dem Propheten Mohammed zugeschrieben wird, lautet: "Der Radschab ist der Monat Gottes, der Schaʿbān ist mein Monat und der Ramadan ist der Monat meiner Gemeinschaft."[1]

Im vorislamischen Arabien hatte der Schaʿbān, der nach dem altarabischen Solarkalender im Sommer lag, einen ähnlichen Rang wie der Ramadan. Der Prophet Mohammed hielt in diesem Monat ein mehrtägiges Fasten ein. Nach der Einführung des obligatorischen Fastens im Monat Ramadan ging die Bedeutung des Schaʿbān-Fastens zurück, allerdings gibt es bis heute Muslime, die dieses Fasten weiter als fromme Übung ausführen.[2] Grundlage für das Schaʿbān-Fasten (ṣiyām šaʿbān) ist das bei an-Nasāʾī überlieferte Prophetenwort: "Zwischen Radschab und Ramadan stehend, vernachlässigt man ihn (sc. den Schaʿbān), während er doch ein Monat ist, in dem die Taten zum Herrn der Welten emporgetragen werden. Und da ich möchte, dass auch meine Werke emporgehoben werden, faste ich."[3]

In der Nacht vom 14. zum 15. Tag des Schaʿbān findet das Fest Lailatu l-barā'a (persisch: schab-i barāt) statt. Im schiitischen Glauben wird die Mitte des Schaʿban außerdem als Fest zum Geburtstag des Imam Mahdi begangen. In Kairo wird am Monatsersten des Rechtsgelehrten asch-Schāfiʿī gedacht. Für manche gelten der vierte und sechste Tag des Monats als negativ.

Literatur[Bearbeiten]

  • Meir Jacob Kister: „Shaʿbān is my month ...“ A study of an early tradition. In: Joshua Blau u. a. (Hrsg.): Studia Orientalia. Memoriae David Hartwig Baneth dedicata. Magnes Press u. a., Jerusalem 1979, ISBN 965-223-325-0, S. 15–37.
  • Klaus Lech: Geschichte des islamischen Kultus. Rechtshistorische und ḥadīṯ-kritische Untersuchungen zur Entwicklung und Systematik der ʿIbādāt. Band 1: Das ramaḍān-Fasten. Teil 1. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1979. S. 138-153. ISBN 3-447-01943-3.
  • Annemarie Schimmel: Das islamische Jahr. Zeiten und Feste (= Beck'sche Reihe. Bd. 1441). C. H. Beck, München 2001. S. 92-95. ISBN 3-406-47567-1.
  • Arent Jan Wensinck: Shaʿbān. In: The Encyclopaedia of Islam. Band 9: San – Sze. New Edition, Reprint. Brill, Leiden 1997, ISBN 90-04-10422-4, S. 154.

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Vgl. Kister: „Shaʿbān is my month ...“ In: Blau u. a. (Hrsg.): Studia Orientalia. 1979, ISBN 965-223-325-0, S. 37.
  2. Vgl. Kister: „Shaʿbān is my month ...“ In: Blau u. a. (Hrsg.): Studia Orientalia. 1979, ISBN 965-223-325-0, S. 34–37.
  3. Zit. bei Lech 138.