Schaleika

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Schaleika (russisch Жалейка/ žalejka, im englischsprachigen Bereich auch zhaleyka/ jaleika) ist ein Blasinstrument, das ursprünglich von Hirten gespielt wurde und heute in der russischen Folklore verwendet wird. Ihr durchdringender, leicht schnarrender Ton wird von einem Einfachrohrblatt erzeugt. Das Schallrohr aus Schilfrohr, Weide oder Holunder ist 10–20 cm lang. An seinem unteren Ende ist ein Schalltrichter aus Kuhhorn oder Birkenrinde angebracht. Somit gehört die Schaleijka zu den Hornpfeifen. Das Schallrohr hat drei bis sieben Grifflöcher. Die Stimmung ist diatonisch im Umfang bis zu einer Oktave. Die Schalejka wird nicht überblasen.

Im südlichen Russland werden auch doppelte Schalejkas verwendet, bei denen zwei Schallrohre verbunden sind in einen Horntrichter münden. Sie werden einzeln oder gemeinsam angeblasen. Das melodieführende Rohr hat mehr Grifflöcher als das begleitende.

Die Bezeichnung žalejka ist literarisch zuerst bei A. A. Tuchov (1778–1812) belegt. Frühere Formen des Instruments sind aber hinter anderen Bezeichnungen, wie zum Beispiel dem „kleinen Hirtenhorn“, zu vermuten. Neben žalejka wird žalomejka verwendet. Russische Etymologen bringen das mit altkirchenslavisch žalnik „Grab“ in Verbindung, und deuten den Namen des Instruments als Hinweis auf seine Verwendung bei Beerdigungszeremonien. Wahrscheinlicher dürfte sich žalomejka/ žalejka jedoch vom franz. Chalumeau herleiten. Dazu passt auch das Erscheinen dieser Bezeichnung im Laufe des 18. Jhds.

In der Gegend von Twer werden die Instrumente ganz aus dem Material einer Weidenart hergestellt, die dort brediny (russisch бредины) genannt wird. Daher soll die ebenfalls für die Schalejka gebräuchliche Bezeichnung Briolka (брёлка) stammen. Als Brjolka bezeichnete V. V. Andrejev auch ein Schalmeieninstrument mit Doppelrohrblatt und Klappen, das er um 1900 in sein Volksensemble integrierte. Andere Bezeichnungen der Schalejka sind sopjel (сопель), pischtschelka (пищелка), fletnja (флетня) und duda (дуда).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Folkinstitut Narod, Zaleyka (russ.)
  • Mitya Kuznetsov: kuznya.ru, mit Abbildung und Hörproben, siehe Jaleika (russ.)