Schemel

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Dieser Artikel behandelt das Möbelstück. Für den ehemaligen Landeshauptmann von Salzburg siehe Adolf Schemel, für den deutschen Fußballspieler siehe Walter Schemel.
BETSCHEMEL, mit Nußholz furniert, poliert. Vorne und an beiden Ecken nach innen geschweift. Sockel profiliert. Schräge, in flache Segmente auslaufende Deckplatte. Kurze, geschweifte, einem Blatt ähnliche Füße. Intarsien: Ahorn, Würfelmuster. Beschläge aus späterer Zeit. Theresianisch, 1750
Melkschemel
Hocker. Design: Alvar Aalto

Ein Schemel (über althochdeutsch [fuoʒ]scamil aus spätlateinisch scamillus, „Bänkchen“ zu lateinisch scamnum, „Bank“) oder Hocker ist ein meist einfaches Sitzmöbel ohne Lehne, ursprünglich eine Fußbank. Bereits in der Antike bekannt, war der Schemel im Mittelalter neben der Bank das verbreitetste Sitzmöbel, während der Stuhl bis ins 16. Jahrhundert vorwiegend hochgestellten Personen und dem Hausherrn und seiner Frau vorbehalten war.

Schemel haben meist drei oder vier Beine, als Melkschemel sind sie einbeinig und werden mit einem Riemen um den Leib geschnürt.

Seit Ende des 16. Jahrhunderts sind vierbeinige, aufwendig gestaltete und gepolsterte Schemel, in der Regel ohne Arm- und Rücklehne, als Taburett (französisch tabouret) bekannt.[1]

Inzwischen gibt es viele verschiedene Arten von Hockern, die als einfache, billige Sitzmöbel sehr geschätzt sind. Besonderer Beliebtheit bei Einrichtung von Bars und großer Bekanntschaft erfreut sich zum Beispiel der Barhocker.

Im österreichischen Sprachgebrauch wird Schemel eher für niedrige (z. B. Melkschemel), Hocker eher für höhere (z. B. Barhocker) lehnenlose Sitzmöbel verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1890, Band 15, S. 486

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]