Schließzylinder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Doppelzylinder (rechts) und Halbzylinder (links) mit Stulpschraube (unten) zum Fixieren des Schließzylinders

Ein Schließzylinder ist der mittels eines Schlüssels zu betätigende Teil des Zylinderschlosses, und besteht meist aus einem Gehäuse und einem drehbaren Zylinderkern. Es gibt verschiedene Bauformen wie Profilzylinder, Rundzylinder, Ovalzylinder u.v.m. Halbzylinder sind nur von einer Seite schließbar, Doppelzylinder von beiden; Knaufzylinder sind auf einer Seite mit einem Schlüssel, auf der anderen mit einem fest montierten drehbaren Knauf zu betätigen.

Das Patent wurde 1924 von Sylvester Wöhrle, einem Mitarbeiter der Hahn AG für Optik und Mechanik in Ihringshausen bei Kassel, angemeldet.[1] Die Hahn AG wurde kurz darauf von der Goerz AG Berlin übernommen und diese ging 1927/28 im Firmenkonsortium Zeiss Ikon auf. Unter dem Markennamen Zeiss Ikon wurde deshalb der Schließzylinder seit den späten 1920er Jahren weltweit bekannt.

Standardisiert werden die Schließzylinder in DIN EN 1303 „Schließzylinder für Schlösser“ und DIN 18252 „Profilzylinder für Türschlösser“.

Der Schließzylinder ist heutzutage das Kernstück der Sicherheit von Schloss und Tür. Der Schlüssel trägt mechanische (heute auch elektronische) Codierungen in Form von Einschnitten (und/oder Bohrmulden) und seines Profils.

Im Schließzylinder werden diese Codierungen abgetastet. Stimmt das Profil des Schlüssels und die Profilierung des Schließzylinders überein, kann der Schlüssel eingeführt werden. Passen außerdem die Einschnitte des Schlüssels, ordnen sich die Stifte im Schließzylinder so, dass der Kern gedreht werden kann – es wird (auf-)geschlossen.

Einbruchsicherheit[Bearbeiten]

Schließzylinder müssen gegen Abbrechen, Aufbohren, Herausziehen sowie sonstige Angriffe geschützt sein. Gegen diese Überwindungsmethoden bieten Schließzylinder mit Aufbohrschutz, Kernziehsperre und Ziehschutz in hohem Maße Widerstand.

Durch die Montage eines einbruchhemmenden Türschilds bzw. Beschlag mit integriertem Ziehschutz kann ein Schließzylinder auch gegen diese Angriffsmethoden geschützt werden.

Aufsperrsicherheit[Bearbeiten]

Als Aufsperrsicherheit bezeichnet man den Widerstand, den ein Schließzylinder gegen Öffnungsversuche mit Sperrwerkzeugen bietet. Jedem Versuch, Schließzylinder durch Öffnung zu überwinden, wird von Seiten der Hersteller eine Reihe von technischen Vorkehrungen, wie z. B. Hantelstifte, parazentrische Schlüsselprofile und zusätzliche Sperrelemente entgegengesetzt.

Eine recht neue Entwicklung sind mechatronische Schließzylinder,[2] bei denen eine Batterie und Elektronik im „mechanischen“ Schlüssel steckt. Der Schlüssel hat eine elektrische Verbindung zum Schloss und es wird ein Code übermittelt, um das Schloss freizugegeben.

Not- und Gefahrenfunktion[Bearbeiten]

Herkömmliche Schließzylinder lassen sich nicht drehen, wenn von der anderen Seite ein Schlüssel in gedrehter Position steckt. Daher werden besondere Schließzylinder unter Bezeichnungen wie „mit Not- und Gefahrenfunktion“, „mit Gefahreinrichtung“ oder „beidseitig schließbar“ angeboten, die sowohl ein unbeabsichtigtes Aussperren vermeiden wie auch die Notöffnung bei hilflosen Personen in der Wohnung gewährleisten. Es ist teilweise auch möglich, die Gefahröffnung auf besondere Gefahrschlüssel zu beschränken.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schlösser und Beschläge unserer Zeit – Verschließen und Verstecken (PDF; 138 kB) S. 7, abgerufen am 18. Januar 2011.
  2. Beispiele für elektronische Schließzylinder

Weblinks[Bearbeiten]