Schneemobil

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Ski-dog von Bombardier
Lynx400
Daumengashebel eines Motorschlittens mit rotem Not-Aus-Knopf

Als Schneemobile oder Motorschlitten auch Schneemotorräder werden Kraftfahrzeuge bezeichnet, die auf nicht präparierten Schneepisten ein bis zwei Personen transportieren können

Geschichte und Technik[Bearbeiten]

Die Vorläufer der heutigen Motorschlitten hatten Propellerantrieb. Die ersten Aerosani wurden um 1903 in Russland entwickelt. Auch Franz Wels in Böhmen und Ludwig Maurer in Nürnberg bauten nach 1900 propellergetriebene Schlitten. Robert Falcon Scott setzte bei seiner Südpolexpedition Motorschlitten ein, die jedoch den Anforderungen nicht gewachsen waren.

1922 baute Joseph-Armand Bombardier das erste moderne Schneemobil Ski-dog, das durch einen typografischen Fehler zu Ski-doo wurde wie es heute noch als Marke des Herstellers Bombardier Recreational Products verwendet wird. Weitere Hersteller von Schneemobilen sind Arctic Cat, Polaris und Yamaha Motor.

Schneemobile werden durch Kufen gelenkt, die Motorkraft wird über eine Kette übertragen. Früher kamen ausschließlich luftgekühlte Zweitaktmotoren zum Einsatz, in den letzten Jahren werden vermehrt auch flüssigkeitsgekühlte Viertaktmotoren verbaut. Die Motorleistung reicht von etwa 30 kW bis 220 kW. Letztere werden für Rennserien in Nordamerika und Nordeuropa verwendet. Die Motorschlitten sind üblicherweise mit Automatikgetriebe und Gashebelheizung ausgestattet.

Verwendung[Bearbeiten]

Schneemobile werden vor allem als Arbeitsgerät für Forstarbeiter, Rentierzüchter und als eiliges Transportmittel in Skigebieten, seltener zum bloßen Spaß, benutzt. Eine der wenigen Ausnahmen, das Snow Mobile Race in Saalbach-Hinterglemm, findet jährlich in Österreich statt und ist ein Wettbewerb der auf Schneemobilen bestritten wird. Der Wettbewerb wird in der Disziplin Geschwindigkeit durchgeführt. In Nordfinnland werden Touristen Snowmobil-Safaris angeboten, bei denen eine Gruppe Touristen, geführt durch einen Ortskundigen, mit Schneemobilen längere Strecken zurücklegen. In Mitteleuropa werden Schneemobile im Winter von Liftbetrieben als Beförderungsmittel sowie von Bergrettungsorganisationen zur Pistenrettung eingesetzt. Der Patient wird dabei in einem Akia liegend quer auf dem Heck des Schneemobils oder auf einem meist gefederten Anhänger befördert.

Technischer Aufbau[Bearbeiten]

Die Motorleistung wird über eine Keilriemenautomatik mit Fliehkraftkupplung auf eine mittig angeordnete Antriebsraupe (Gleiskette) aus Gummi übertragen; durch die lenkbaren Stahlblechski (meist mit Kunststoffaufsätzen) wird – mit Unterstützung durch Verlagerung des Körpergewichts – gesteuert. Zum Gasgeben kommt kein Wickelgriff wie bei Motorrädern, sondern ein Daumengashebel wie bei Quads und ATVs zum Einsatz. Blockiert die Raupe, wird der Schlitten stark gebremst. Raupe und Ski sind mit Stoßdämpfern ausgestattet.

So gut wie immer ist eine Totmanneinrichtung an den Fahrzeugen vorhanden, dabei handelt es sich um ein Band, das das Fahrzeug mit dem Fahrer verbindet. Wird dieser Kontakt getrennt, weil der Fahrer vom Fahrzeug fällt, schaltet sich der Motor automatisch ab.

Hochsprungwettbewerb mit Schneemobilen

Wettbewerbe[Bearbeiten]

Es werden auch Wettbewerbe durchgeführt, meist in den Disziplinen Geschwindigkeit und mittlerweile auch Freestyle. Letzteres ist bereits ein Fixpunkt bei den Bewerbern der US-amerikanischen X Games.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schneemobile – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien