Scissor (Gladiator)

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Retiarius gegen Scissor in einem Schaukampf, Römerfest in Xanten, 2003

Der scissor (-oris m, lat.: Schlitzer) bzw. arbelas war eine römische Gladiatorengattung. Es gibt keine sicheren Angaben über sein Aussehen.

Quellen[Bearbeiten]

Der Scissor wird nur in einer einzigen Inschrift aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. als Gladiatortyp erwähnt. Historiker vermuten, dass der Scissor mit einem Gladiator identisch ist, der auf mehreren Reliefs abgebildet ist. Diese Identifizierung gilt jedoch nicht als gesichert. Da sich nach dem 1. Jahrhundert v. Chr. keine Belege für die Bezeichnung scissor mehr finden, verschwand der Gladiatortyp oder er wurde in arbelas umbenannt, was als wahrscheinlicher gilt. Die Bezeichnung stammt vom griechischen Schustermesser Arbelos. Für den arbelas sind sechs Abbildungen bekannt. [1][2]

Ausrüstung und Bewaffnung[Bearbeiten]

Reenactment in Carnuntum

Der Gladiatortyp war schwer bewaffnet. Er trug ein Kurzschwert (gladius) in der einen Hand. Am anderen Arm trug er eine metallene Röhre, die vorne in einem Stumpf auslief, an dem eine Klinge in Form eines Wiegemessers befestigt war. Da es keine erhaltenen Exemplare dieser ungewöhnlichen Waffe gibt, können Details nur auf Vermutungen basieren. Im Inneren war wohl ein Griff angebracht, ähnlich dem indischen Katar oder Pata, den der Gladiator erfassen konnte, um den Halt und die Führung der Waffe zu verbessern. Wahrscheinlich war die Waffe auf der Außen- wie auch Innenseite geschärft; somit konnte sie sowohl beim Stoßen und Zurückziehen schneiden.[3] Die Waffe war wohl primär dazu gedacht, das Netz und den Dreizack des Retiarius zu parieren, aber könnte auch als gefährliche Angriffswaffe verwendet werden.[4]

Geschützt wurde er durch einen Helm, der das ganze Gesicht verdeckte und nur kleine Augenlöcher freiließ. Den gleichen Helm verwendete auch der secutor. Der Oberkörper war bis zu den Knien von einem Schuppenpanzer oder Kettenhemd verdeckt. Am Schwertarm trug er einen Armschutz (manica) und an beiden Beinen Beinschienen, die bis zu den Knien reichten.

Gegner[Bearbeiten]

Der Gladiator ist auf einigen Reliefs aus dem östlichen Mittelmeerraum abgebildet, darauf kämpft er entweder gegen einen retiarius oder gegen einen anderen scissor/arbelas.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Konstantin Nossov: Gladiator: Rome's Bloody Spectacle, Osprey Publishing, 2009, ISBN 978-1846034725, Seite 47 [1]
  2. Marcus Junkelmann: Gladiatoren: das Spiel mit dem Tod, Verlag P. v. Zabern, 2008, ISBN 3805337973, Seite 210 [2]
  3. Konstantin Nossov: Gladiator: Rome's Bloody Spectacle, Osprey Publishing, 2009, ISBN 978-1846034725, Seiten 47-48 [3]
  4. Marcus Junkelmann: Das Spiel mit dem Tod: so kämpften Roms Gladiatoren, Verlag Philipp von Zabern, 2000, ISBN 3805325630, Seite 95 [4]