Seidenspinnen (Familie)

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Seidenspinnen
Nephila inaurata

Nephila inaurata

Systematik
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Seidenspinnen
Wissenschaftlicher Name
Nephilidae
Simon, 1894

Die Seidenspinnen (Nephilidae) bilden eine Familie der echten Webspinnen und fassen 36 Arten in vier Gattungen zusammen. Verbreitet ist die Familie pantropisch, also in den Tropen und Subtropen.

Merkmale[Bearbeiten]

Vertreter der Seidenspinnen sind mit drei bis 40 Millimetern Körperlänge mittelgroße bis große Spinnen. Dabei ist das Männchen meist erheblich kleiner als das Weibchen. Sie besitzen acht Augen, die in zwei Reihen mit jeweils vier Augen angeordnet sind. Die Arten der Gattung Nephila haben in ihren Augen eine zusätzliche lichtreflektierende Schicht in den Sekundäraugen, die Tapetum genannt wird, wodurch die Augen blass erscheinen.

In der Einkerbung ihrer stark ausgebildeten Cheliceren befinden sich zwei Reihen Zähne mit einigen kleinere Zähnen dazwischen. Die seitliche Condyle ist leicht geriffelt. Das Labium ist breiter als lang. Die basalen Segmente der Pedipalpen, die sogenannten Maxillen, verbreitern sich in Richtung Vorderseite.

Die männlichen Pedipalpen sind einfach gebaut. Das Paracymbium, ein Anhang des dorsalen Teiles des Tarsus ist flach und rechteckig. Sowohl das Subtegulum als auch das kugelförmige Tegulum (der den Samenleiter beherbergende Teil des Bulbus) sind stark ausgeprägt. Daran über eine Membran angeschlossen ist der gestreckte Embolus samt einen stark ausgeprägten embolischen Leiter. Seidenspinnen sind entelegyne Spinnen. Dies bedeutet, dass das äußere weibliche Geschlechtsorgan die Epigyne ist, es also zwei getrennte Samenleiter gibt; einen zu den Spermathecae und einen zum Uterus. Dabei sind die Leiter am Eingang der teilweise oder ganz sclerotisierten Epigyne kurz.

Der Bau des Carapax variiert zwischen den Gattungen. So ist der Carapax bei den Gattungen Nephila und Nephilengys breit und im Bereich des Kopfes erhöht. Bei Clitaetra und Herennia hingegen ist er piriform und flach. Bei den drei erstgenannten Gattungen ist das Sternum kürzer als breit. Kleinere Buckel auf dem Sternum finden sich bei allen vier Gattungen. An den Tarsi der meist mit etlichen Borsten überzogenen Beine finden sich drei Klauen. Auf den Tarsi des vierten Beinpaares sind oft auch Sustentacula vorhanden. Auf den Unterschenkeln (Tibia) sind Trichobothria angeordnet.

Noch stärker als beim Carapax sind die Variationen bei der Form des Hinterleibes (Abdomenens). Es tritt zylindrisch, kegelförmig, rund, aber auch gestreckt, flach und lappig auf. Bei den Männchen ist es aber stets mit einer sclerotisierten Platte (Scutum) versehen.

Zur Atmung besitzen die Vertreter der Seidenspinnen zwei Buchlungen sowie ein Tracheensystem mit einer Öffnung in der Nähe der Spinndrüsen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Seidenspinnen können sich in einer Vielzahl von Habitaten zurechtfinden und sind für ihre zum Teil sehr großen, mit einer Hilfsspirale versehenen Radnetze bekannt.

Gattungen[Bearbeiten]

Der Familie werden derzeit 36 Arten in folgenden vier, zu zwei Unterfamilien zusammengefassten Gattungen zugeordnet:

Phylogenetisch werden die Seidenspinnen innerhalb der abgeleiteten Araneoiden den Extentae als Schwestergruppe gegenübergestellt. Diese wiederum bilden mit den Araneidae die Araneoidae. Das vollständige Kladogramm bis auf die Ebene der echten Webspinnen ist im Folgenden dargestellt:

Echte Webspinnen (Araneomorphae) 
 Neocribellate 

 Austrochiloidea


 Araneoclada 

 Haplogynae


 Entelegynae 

 Eresoidea


     

 Palpimanoidae


 Kanu-Tapetrum-Stamm 

andere Kanu-Tapetrum-Stamm-Arten


 Orbiculariae 

 Deinopoidae


 Araneoidae 

 Araneidae


 Abgeleitete Araneoidae 

 Extentae


     

 Seidenspinnen (Nephilidae)









     

 Paleocribellatae



Literatur[Bearbeiten]

  • Rudy Jocqué, Ansie Dippenaar-Schoeman: Spider Families of the World. Royal Museum for Central Africa, Tervuren 2007, ISBN 90-75894-85-6, S. 336.

Weblinks[Bearbeiten]