Septimontium

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Septimontium (von lateinisch septem „sieben“ und mons „Berg, Hügel“) war ein aus der Frühzeit der römischen Republik stammender Festtag der Bewohner der Stadthügel von Rom. Er wurde am 11. Dezember gefeiert. Hinsichtlich des genauen Datums besteht keine völlige Einigkeit. Alternativ wurde ein Termin im September oder Ende Dezember angenommen.

Es ist klar, dass der Name sich von sieben Hügeln im alten römischen Stadtgebiet ableitet,[1] doch um welche es sich genau handelte, bleibt unklar. Es handelte sich vermutlich nicht um die bei Varro bekannten Sieben Hügel Roms (Aventin, Kapitol, Caelius, Palatin, Viminal, Quirinal und Esquilin).

Nach Festus, der sich auf Marcus Antistius Labeo berief, waren namengebend: Palatium, Velia, Fagutal, Subura, Germalus, Caelius, Oppius und Cespius. Offenbar handelt es sich um acht „Berge“. Die hier genannte Subura, die kaum als Hügel anzusprechen ist, wird daher nicht gezählt.[2] Palatium und Germalus waren Kuppen des Palatin, Oppius, Cespius und Fagutal Teile des Esquilin. Daher bildete das nach Festus von dem Festzug umzogene Gebiet nur einen Teil des späteren Stadtgebiets, nämlich Palatin, Velia, Caelius und Esquilin.

Nach Plutarch war der Ursprung des Festes die Erinnerung an den Einschluss des siebten Hügels in das Stadtgebiet. Am Tag des Septimontium durften ihm zufolge Lasttiere von der Arbeit ausruhen.[3] Der Feiertag war kein allgemeiner und öffentlicher Feiertag des römischen Volkes, sondern galt nur für die Bewohner der Hügel (montani) und erschien daher auch nicht in den Staatsfasten.

Nach Varro war Septimontium der ursprüngliche Name Roms,[4] doch wird dies heute als nachträgliche Konstruktion antiker Gelehrter abgelehnt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Samuel Ball Platner, Thomas Ashby: A Topographical Dictionary of Ancient Rome. Oxford University Press, London 1929, S. 471f. (online).
  • Gerhard Radke: Septimontium. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 5, Stuttgart 1975, Sp. 127.
  • Leonhard Schmitz: Septimontium. In: William Smith: A Dictionary of Greek and Roman Antiquities. John Murray, London 1875, S. 1028 (online).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Varro, de origine linguae Latinae 6.24: dies Septimontium nominatus ab his septem montibus in quis sita urbs est, feriae non populi sed montanorum modo ut Paganalia qui sunt alicuius pagi.
  2. Festus 348: Septimontio ut ait Antistius Labeo hisce montibus feriae: Palatio cui sacrificium quod fit Palatuar dicitur; Veliae cui item sacrificium; Fagutali, Suburae, Cermalo, Oppio, Caelio monti, Cispio monti.
  3. Plutarch, Quaestiones Romanae 69.
  4. Varro, de origine linguae Latinae 5.41: ubi nunc est Roma erat olim Septimontium nominatum ab tot montibus quos postea urbs muris comprehendit.