Shimpan

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Dieser Artikel behandelt die Kampfrichter beim Sumo und anderen japanischen Kampfsportarten wie zum Beispiel Kendo. Für die Daimyō-Klasse siehe Shimpan-Daimyō.

Shimpan (jap. 審判, dt. Schiedsrichter) bilden das Kampfgericht bei professionellen Sumōwettkämpfen. Die Shinpan rekrutieren sich aus den Reihen der Mitglieder des japanischen Sumōverbands, sind also ehemalige Sumōkämpfer, meist ehemalige Yokozuna oder Ōzeki. Sie tragen traditionelle formelle Kleidung, die aus einem schwarzen Haori und grauem Hakama besteht. Es gibt insgesamt 23 Shinpanin, an deren Spitze ein oberster Shinpan (Shinpan-bucho) und seine zwei Stellvertreter (Shinpan-fuku-bucho) stehen. An einem Kampftag werden mehrere Schichten eingesetzt, die nach einem festgelegten System rotieren.

Beratung der Shinpan, Märzturnier 2006 in Osaka.

Während eines Turniers beobachten fünf Shinpan, die um den Ring (Dohyo) sitzen, die Kämpfe. Solange alle Shinpan mit den Entscheidungen des Gyoji (Ringrichters) einverstanden sind, bleiben sie passiv. Sobald jedoch ein Shinpan Zweifel an der Richtigkeit einer Entscheidung hat, fordert er per Handzeichen eine Beratung der Schiedsrichter (Mono-ii). Diese findet im Ring statt, und der Gyoji darf daran teilnehmen, ohne selbst ein Rederecht zu haben. Die Zeitlupentechnik vereinfacht heutzutage die Arbeit des Schiedsgerichts, das oft über Vorgänge befinden muss, die sich in Sekundenbruchteilen abgespielt haben. Zwei weitere Shinpan, die über eine Audioverbindung mit dem obersten Kampfrichter kommunizieren, beraten diese auf der Basis von Videomaterial, das sie in einem speziellen Raum außerhalb der Sporthalle auswerten. Nach einer kurzen Besprechung bestätigt das Kampfgericht entweder die Entscheidung des Gyoji (Gunbai-dori), entscheidet zu Gunsten der Gegenseite (Gunbai-sashichigai) oder bestimmt eine Wiederholung des Kampfes (Torinaoshi).

Theoretisch sind auch die vier ebenfalls am Ringrand sitzenden Rikishi, die auf ihren Kampf warten, zur Einberufung eines Mono-ii berechtigt. In der Praxis kommt dies jedoch kaum jemals vor.