Hakama
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Das Hakama (jap. 袴) ist Teil der traditionellen japanischen Oberbekleidung.
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[Bearbeiten] Aussehen
Der Hakama besteht aus einer Vorder- und einer Rückseite, ist im unteren Teil meist in zwei röhrenförmige „Hosenbeine“ geteilt (Zwickel) und wird mit langen Bändern an der Hüfte festgebunden. Die „Hosenbeine“ können dabei sehr schmal sein, wie z.B. beim yama-bakama (dt. „Berghakama“) oder aber außerordentlich lose und weit, wie beim machidaka-bakama (dt. „Hochzwickelhakama“). Es gibt auch Hakamas, die, wie z.B. der andon-bakama (dt. „Lampenhakama“) keine separaten „Hosenbeine“ haben, sondern wie ein Rock geformt sind.
Es ist in verschiedenen Farben erhältlich: Indigoblau, schwarz, grau (auch mit feinen Streifen), und weiß. In den Kampfkünsten wird weiß vor allem vom Sensei oder Frauen getragen, wobei schwarz nur eine Variante zu blau darstellt. Üblich bleibt allerdings das typisch japanische Indigoblau. Der graue oder gestreifte Hakama wird fast nur bei zeremoniellen Anlässen (Hochzeit, Teezeremonie, usw.) und scharlachrot von Miko getragen.
[Bearbeiten] Etymologie
Das Wort hakama findet sich bereits in den beiden ersten japanischen Reichschroniken aus dem 8. Jahrhundert, dem Kojiki und dem Nihongi, wieder. Über die Etymologie des Begriffs gibt es eine Reihe unterschiedlicher Theorien. In der Schreibweise 帯裳 (Lesung: hakimo), die aus den beiden Zeichen „Gürtel, sich gürten“ und „Kleid, Rock“ besteht, bezeichnet der Begriff ein Kleidungsstück, das von der Hüfte an abwärts getragen und durch Bänder an der Hüfte befestigt wird. Die heute geläufigste Interpretation ist jedoch, dass die ursprüngliche Bedeutung des Wortes durch die Schreibweise 穿裳 (Lesung: hakimo) ausgedrückt wird. Dem Schriftzeichen „Kleid, Rock“ steht hier ein Zeichen voran, dessen Bedeutung als Verbum das Anziehen von Schuhen oder Beinkleidung ausdrückt. Die heute übliche Schreibweise für Hakama ist 袴.
[Bearbeiten] Geschichte
Heute gilt eine tachiage genannte Version des yama-bakama aus der Präfektur Miyazaki auf Kyūshū als die urtümlichste Hakama-Form. Sie besteht aus zwei separaten Beinlingen, die mit Bändern befestigt werden.
Als in Japan während der Nara-Zeit (710–784) die chinesische Kultur der Tang-Dynastie (618–906) zum großen Vorbild avancierte, wurde unter anderem eine Art weißer Hakama zum vorgeschriebenen, festen Bestandteil der Zeremonial-, Hof- und Amtskleidung. Auch zum Reiten und Tanzen wurde er verwendet.
Mit dem Beginn einer kulturellen Blüte seit der Heian-Zeit (794–1185) wurde der Hakama immer mehr zu einem wichtigen Bestandteil der männlichen Bekleidung. Der Kleidungsstil wurde insgesamt differenzierter und es entwickelten sich detaillierte Vorstellungen darüber, welche Art von Hakama zu welcher Bekleidungsform zu tragen sei. Als seit der Mitte des 16. Jahrhunderts der Vorläufer des heutigen Kimono, das sog. kosode zur üblichen Bekleidung wurde, kam es auch beim Männer-Hakama zu bedeutenden Entwicklungen. So entwickelten sich z.B. das „Hüftbrettchen“ (koshi-ita), die spezielle Form der Falten und die Weite des Saumes. Auch Form, Material, Funktion und die Art und Weise den Hakama anzuziehen, unterlag in der Folgezeit vielfältigen Veränderungen.
Während der Edo-Zeit wurde der Hakama als Beinschutz berittener Samurai gegen Sträucher und Gestrüpp verwendet. Bis zum Zweiten Weltkrieg war es durchaus normal, in der Öffentlichkeit Männern in Hakama und Haori zu begegnen. Danach wählten immer mehr Japaner westliche Kleidung für den Alltag. Heutzutage wird das Hakama fast ausschließlich als formale Bekleidung bei Zeremonien und Schreinbesuchen, beim traditionellen japanischen Tanz und von Künstlern (überwiegend ohne Beinteilung) sowie in verschiedenen Kampfkünsten (z. B. Aikido, Iaido, Kyudo oder Kendo) und der japanischen Teezeremonie (mit Beinteilung) getragen.
Der Hakama war jedoch nicht nur ein Kleidungsstück für Männer. Schon in der Heian-Zeit trugen Hofdamen zu ihrem aus vielen Schichten bestehenden Gewand (jūnihitoe) einen üblicherweise roten Hakama. Später spielte dieses Kleidungsstück allerdings kaum noch eine Rolle innerhalb der weiblichen Mode und tauchte erst mit dem Beginn der Moderne wieder auf. Mit der Einführung eines modernen Erziehungs- und Schulsystems, in dem nun auch Mädchen und Frauen berücksichtigt wurden, spielte der Hakama als Bestandteil der Schuluniform während der Meiji- und der sich anschließenden Taishō-Zeit (1868-1912) eine wichtige Rolle. Die Schulhakamas waren typischerweise rotbraun, grün oder violett und ohne Zwickel als andon-bakama, also wie ein Rock gearbeitet. Mit der schnellen Verbreitung westlicher Mode in Japan, verschwand der Hakama jedoch relativ schnell aus dem Straßenbild. Als formelle Kleidung spielt der Hakama bei Frauen heute u.a. noch eine Rolle bei Abschlusszeremonien der Universitäten, wo nach wie vor viele Absolventinnen im Hakama erscheinen.
Bei Hochzeiten und anderen formellen Anlässen, bei denen heute noch japanische Kleidung getragen wird, erscheinen Männer für gewöhnlich in Kimono, Hakama und Haori (eine Überjacke) und Frauen im Kimono.
[Bearbeiten] Budō
Im Budō werden die sieben Falten des Hakama gerne mit den sieben Tugenden der Samurai assoziiert:
- Jin (仁) - Güte
- Gi (義) - Gerechtigkeit/die rechte Entscheidung
- Rei (礼) - Höflichkeit/Etikette
- Chi (智) - Weisheit/Intelligenz
- Shin (信) - Aufrichtigkeit
- Chūgi (忠義) - Loyalität
- Meiyo (名誉) - Ehre/Respekt
Eine andere Art japanischer Trainingskleidung ist Keiko-Gi.
[Bearbeiten] Literatur
- Keitarō Miyamoto: Kaburimono, kimono, hakimono. Iwazaki Bijutsu-sha, Tōkyō 1968
- Kodansha Encyclopedia of Japan. Bd. 1-8, Kodansha, Tōkyō 1983
- Yoshihiko Sasama: Nihonrekishi-zuroku. Iwanami Shoten, Tōkyō 1992
[Bearbeiten] Weblinks
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Commons: Hakama – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Interessanter Artikel zum Hakama im Aikido
- Artikel über Aikido-Kleidung mit Hakama Binde- und Faltanleitung
- Anleitung zum Zusammenfalten von Hakama und Gi (PDF, Quelle: Shingitai-Dojo in Frankfurt; 189 kB)

