Signalboje

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Ein Taucher bläst unter Wasser eine Signalboje auf.

Die Signalboje wird auch Nachrichtenboje oder Dekoboje genannt und auf englisch als surface marker buoy (kurz: SMB) oder safety sausage[1] bezeichnet und ist Teil der Tauchausrüstung. Sie wird von Tauchern verwendet, um ihre Position an der Oberfläche sichtbar zu machen, Botschaften zur Oberfläche zu transportieren oder dient als Tiefenreferenz bei einem Freiwasseraufstieg. Weiter dienen sie auch dazu einen an der Wasseroberfläche treibenden Taucher bei hohem Seegang oder starker Strömung schnell zu finden.[2]

Aufbau[Bearbeiten]

Zusammengerollte Signalboje
Ausgerollte Signalboje
Aufgeblasene Signalboje

Grundsätzlich wird zwischen zwei Varianten von Signalbojen unterscheiden: die offene und die geschlossene Boje. Sporttaucher verwenden meist einfache längliche offene Bojen. Sie sind etwa ein bis zwei Meter lang und haben unten eine Öffnung, durch die sie befüllt werden und durch die überflüssige Luft während des Ausstiegs entweichen kann. Technische Taucher verwenden meistens eine tropfenförmige geschlossene Signalboje. Sie weist ein Ventil auf und verhindert so das ungewollte Entweichen der Luft an der Oberfläche.[2] Beide Varianten bestehen aus einem reißfesten, beschichteten Kunststoffgewebe und sind gasdicht verschweißt. Oben wie unten sollte die Boje Möglichkeiten aufweisen, um Karabinerhaken zu befestigen. Die unteren Ösen oder Schlaufen dienen dazu, sie mit der Schnur zu verbinden, die der Taucher auf einem kleinen Haspel mit sich führt. An der Schnur zieht er die Boje hinter sich her. Die oberen Ösen oder Schlaufen dienen zur Befestigung von Botschaften oder einer Taucherflagge. An der Schur werden oft, durch Knoten oder farbliche Markierenden, bestimmte Wassertiefen gekennzeichnet. Die Boje sollte eine Signalfarbe (Rot-Orange) aufweisen, damit sie im Wasser gut sichtbar ist.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Aufblasen[Bearbeiten]

Offene Bojen werden meist mit einem Luftstoß aus dem Oktopus aufgeblasen. Geschlossene Bojen werden entweder mit dem Mund, dem Anschluss an den Inflatorschlauch oder dem Trocktauchananzugschlauch aufgeblasen. Durch das Abrollen der Schur vom Haspel steigt die Boje danach an die Oberfläche auf.[2]

Strömungstauchen[Bearbeiten]

Bei Strömungstauchgängen (drift dive) wird oft eine Tauchboje nach dem Abstieg auf die vorgesehene Tauchtiefe aufgeblasen, um einem den Taucher verfolgenden Boot den Weg zu weisen. Ein Taucher zieht dabei die Boje an der Schnur, für die restliche Zeit des Tauchgangs, hinter sich her.

Notaufstieg[Bearbeiten]

Ist an der Auftauchstelle Schiffsverkehr zu erwarten, können Taucher vor dem Einleiten des Notaufstiegs eine Boje aufblasen, um Schiffen ihre Gegenwart zu signalisieren.

Freiwasseraufstieg[Bearbeiten]

Gruppen von unerfahrenen Tauchern verwenden gerne eine Signalboje als Tiefenreferenz bei einem Freiwasseraufstieg. Dabei wird die Boje vor dem Aufstieg gesetzt. Markierungen am oberen Ende der Schnur helfen den Tauchern im Freiwasser die Tiefe konstant zu halten während der Deko- oder Sicherheitsstopps. Erfahrene Taucher sollten fähig sein, die Stopps auch ohne optische Referenz einzuhalten.

An der Oberfläche[Bearbeiten]

Ein Taucher treibt mit seiner Signalboje an der Wasseroberfläche.

Ein allein an der Oberfläche treibender Taucher ist gerade bei großer Entfernung und schwerem Seegang sehr schlecht sichtbar, da er nur seinen Kopf über der Oberfläche hat. Hält er seine Signalboje aufrecht, vergrößert sich seine Silhouette stark und die Signalfarbe ist auch vor dem blau-grünen Hintergrund des Wassers leicht zu erkennen. Durch das Schwenken der Boje kann der Taucher auch einen Notruf übermitteln.

Vorschriften[Bearbeiten]

In einigen Gewässern ist es für Taucher Vorschrift, eine Signalboje mitzuführen. Es gibt sogar einige Orte an denen das Aufblasen einer Boje vor dem Auftauchen vorgeschrieben ist.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Safety Sausage Story (englisch), SCUBA Diving Safety Page, zugegriffen: 14. Juni 2011.
  2. a b c d Wilke Reints: Boje & Alertmarker. Website dir-m.com, abgerufen am 20. Februar 2014.