Sirwah

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Übersicht Sirwah
Deutsche Archäologen in Sirwah
Inschriften Sirwah
Säulen Sirwah

Sirwah (arabisch ‏صرواح‎, DMG irwā) war neben Ma'rib das wichtigste ökonomische und politische Zentrum des Reichs von Saba zu Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. auf der Arabischen Halbinsel. Sirwah war von einem Befestigungswall umgeben. Die Stadtanlage innerhalb der Oase beherbergte mehrere große Gebäude.

Die Ruinen von Sirwah befinden sich 40 km westlich von Ma'rib. Durch seine Gebirgslage war die Stadt zwar gut geschützt, doch schränkte dies auch ihre Entwicklung ein. Dadurch verlor Sirwah seine Hauptstadtfunktion schon bald an Ma'rib, das durch seine Lage an der Weihrauchstraße ein bedeutendes Wirtschaftszentrum war.

Dennoch blieb die Stadt ein wichtiges Zentrum der Sabäer, was die Vielzahl von Tempelbauten beweist. So wurde von König Yada'il Dharih I. um 700 v. Chr. ein bedeutender Almaqah-Tempel errichtet. Fachleute vermuten, dass er vom selben Architekten stammt, der den Tempel von Awwam bei Ma'rib errichtet hatte.[1]

Archäologie[Bearbeiten]

In Sirwah finden seit 2003 deutsche Ausgrabungen statt, von denen man sich weitere Erkenntnisse über die Frühzeit des sabäischen Reiches erhofft. Hierzu wurden zunächst nachantike Bauten entfernt. Die Grabungen finden innerhalb des festungsartigen Gebäudes statt, dessen Mauern teils bis zu 9 Meter hoch aufragen (Originalhöhe lag bei 10,5 Metern).[2]

Archäologen des DAI haben dabei 2005 einen über 7 Meter langen Schriftfries aus dem sabäischen Reich entdeckt und geborgen. Der 7 Tonnen schwere Steinblock war Bestandteil des Almaqah-Tempels und war bei einem Erdbeben von seinem Sockel gefallen. Der Epigraphiker Norbert Nebes von der Universität Jena bezeichnete die Inschrift als die bislang bedeutendste aus der Zeit des 1. Jahrhunderts v. Chr. Die Inschrift berichtet von kriegerischen Kämpfen eines sabäischen Herrschers, die er gegen seine unmittelbaren Nachbarn im Südosten und Norden des Jemen führte.

Der Almaqah-Tempel wird zurzeit restauriert (2008). Bei den Arbeiten wurde ein weiterer Tempel aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. entdeckt. Dieses Heiligtum hat einen monumentalen Eingang, der mit Säulen dekoriert ist. Es enthält mehrere Räume, das Baumaterial ist Holz und Stein, der Grundriss sei einmalig im Jemen in dieser Zeit.

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Kopp (Herausgeber): Länderkunde Jemen. Dr. Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89500-500-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Kopp, aaO, S. 199
  2. Iris Gerlach: Die archäologisch-bauhistorischen Untersuchungen in der sabäischen Stadtanlage und Oase von Sirwah. In: Iris Gerlach (Hrsg.): 25 Jahre Ausgrabungen und Forschungen im Jemen 1978–2003. Sanaa 2003, S. 96–105

15.4545.016666666667Koordinaten: 15° 27′ 0″ N, 45° 1′ 0″ O