Sisu RA-140 DS

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Sisu RA-140 DS
Sisu RA-140 DS demining vehicle of Finnish Defence Forces.JPG

Minenräumfahrzeug

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 1+1
Länge 7 330 mm
Breite 2 920 mm
Höhe 2 860 mm[1]
Masse 15 000 kg[1][2]
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung die Kabine ist gegen 7,62 mm Kugeln und Granatsplitter geschützt[1][2]
Beweglichkeit
Antrieb Deutz BF 6L 913 C turbodiesel[1][2]
189 PS /2500 min−1[1]
Höchstgeschwindigkeit auf der Straße: 70 km/h
im Betrieb: 6 km/h[1][2]
Leistung/Gewicht 12,6 PS/t
Reichweite 250 km[1]

Sisu RA-140 DS oder Raisu ist ein seit 1994 eingeführtes Minenräumfahrzeug des Finnischen Fahrzeugherstellers Sisu-Auto und später Patria Vehicles. Insgesamt wurden 41 Stück bis 2001 produziert.[3]

Planung[Bearbeiten]

Die Planung eines neuen Minenräumfahrzeugs begann im Jahr 1986 und der erste Prototyp wurde im Jahr 1990 gebaut. Die Grundstruktur basierte auf dem SA-110-Prototyp, aber entsprechend ihren Zweck angepasst. Die Technik vom Pasi wurde bei der Entwicklung der gepanzerten Kabine eingesetzt.[3]

In der Regel haben Sisu Militärfahrzeuge einen Spitznamen zusätzlich zu der offiziellen Modellbezeichnung. Das Fahrzeug bekam fast einen kindlichen Spitznamen Misu, was so viel bedeutet wie „Kätzchen“ oder „Miezekatze“. Es wurde aus Miina-Sisu („Mine-Sisu“) abgeleitet, und wurde bereits in einigen Dokumenten gedruckt. Die Technischen Abteilung änderte aber schnell den Namen zu Raisu, von Raivaus-Sisu („Räumung-Sisu“), was soviel bedeutet wie „stürmisch“.[3]

Produktion[Bearbeiten]

Produziert wurde der RA-140 DS in Hämeenlinna, und war das letzte Fahrzeug der Marke Sisu, welches dort entwickelt wurde.[3]

Vier Fahrzeuge wurden für das Dänische Heer in den Jahren 1996 bis 1997 produziert,[2] die anderen Fahrzeuge wurden an verschiedene Brigaden des Finnischen Heeres übergeben.[3]

Betrieb und Eigenschaften[Bearbeiten]

Der RA-140 DS wird zum Zerstören von Minenfeldern eingesetzt die sowohl an der Oberfläche, wie auch konventionell eingegraben sind. Es können Antipanzerminen mit bis zu 10 kg zur Sprengung gebracht werden.[2] So kann eine Gasse für einen Fahrzeugkonvoi geräumt werden.[3] Der Raisu ist nicht für Kampfeinsätze entwickelt worden.[1]

Das Minenräumungszeug enthält 82 Hämmer die mit Ketten an einer drehenden Walze befestigt sind. Im Betrieb wird das Fahrzeug in Rückwärtsfahrt verwendet, um den besten Schutz für die Besatzung zu gewährleisten. Ein Schutzschild neben der Walze schützt die Besatzung gegen Minensplitter. Das Fahrzeug macht einen 3,4 Meter breiten Weg frei und die Räumungstiefe kann dabei manuell oder automatisch gesteuert werden. Die maximale Geschwindigkeit im Räumbetrieb beträgt 6 km/h und kann dabei Minen bis zu 10 kg Sprengstoff eliminieren. Die Räumungswalze wird längs gedreht montiert auf der Ladepritsche des Fahrzeugs während des Transports gelagert.[1]

Die maximale Steigung beträgt 60 % und das Seitengefälle 30 %. Das Fahrzeug kann Bodenunebenheiten von maximal 0,5 Meter überwinden und die Eindringtiefe beträgt 0,6 Meter. Die maximale Wattiefe beträgt 0,8 Meter. Raisus Geländegängigkeit ist gut und es kann schnell zu einem neuen Standort gefahren werden.[1] Das ist ein wesentlicher Vorteil im Vergleich zu konventionellen, schwereren Minenräumpanzern.[3]

Technische Daten[Bearbeiten]

Das Fahrzeug wird von einem luftgekühlten Sechszylinder Deutz BF 6L 913 C Turbodieselmotor angetrieben.[1][2] Das Getriebe ist ein Viergang Automatikgetriebe von Renk vom Typ Doromat 874 AM/PTO.[2] Die Portalvorderachse ist mit Schraubenfedern gefedert[3] und beide Achsen sind angetrieben[4] und mit sperrbarem Differential ausgestattet. Die Vorderachse ist mit Scheibenbremsen, die Hinterachse mit Trommelbremsen ausgestattet.[2]

Im Betrieb wird das Fahrzeug durch hydraulische Kraftübertragung angetrieben, die ebenfalls die Walze antreibt. Das Anheben oder Absenken[3] des Panzerstahldeflektorschildes zwischen der Walze und dem Fahrzeug erfolgt ebenfalls Hydraulisch.[1] Die Walzen Drehzahl kann stufenlos zwischen 0–500 min−1 eingestellt werden.[4] Die gepanzerte Kabine enthält Sitze für den Fahrer und den Kommandanten und ist mit ABC-Schutz ausgestattet. Konstruiert ist sie für Explosionen von bis zu 10 kg unter dem Fahrzeug. Die Panzerung gibt schützt gegen Kugeln bis zum Kaliber 7,62.[1] Ein 2061 VHF Funk ist für die Kommunikation vorhanden.[2] Die Räder sind minen- und kugelsicher. Es gibt eine Option um ein 12,7-Kaliber Maschinengewehr zu montieren. Eine Winde ist serienmäßig montiert.[1]

Betriebsgeschichte[Bearbeiten]

Die vier Fahrzeuge von den Dänischen Streitkräften wurden im ehemaligen Jugoslawien eingesetzt. Die Fahrzeuge hatten schwerwiegende Probleme im Einsatz und damit die dänischen Streitkräfte, die daraufhin ihre weiteren Minenräumfahrzeugaufträge mit ihren Hydrema 910 MCV ausführten.[2]

Finnland hat die Raisus in UN-Missionen eingesetzt.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l m n www.Military-Today.com – Sisu RA-140 DS Mine clearing vehicle (Englisch) ARG. Abgerufen am 20. Oktober 2012.
  2. a b c d e f g h i j k Danish Army Vehicles – Sisu RA-140 DS (Englisch) Danish Army Vehicles. Abgerufen am 24. Oktober 2012.
  3. a b c d e f g h i j  Blomberg, Olli: Yhteissisusta Vanajan ja Sisun kautta Patriaan. Patria Vehicles Oy, Hämeenlinna 2003, ISBN 952-91-5613-8, S. 136–138.
  4. a b  Mäkipirtti, Markku: Puolustusvoimien moottoriajoneuvot 1960–2000. Apali Oy, Tampere 2006, ISBN 978-952-5026-50-4, Raivausajoneuvot, S. 179.