Sly oder Die Legende vom wiedererweckten Schläfer

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Operndaten
Titel: Sly oder Die Legende vom wiedererweckten Schläfer
Originaltitel: Sly ovvero La leggenda del dormiente risvegliato
Form: Opera lirica
Originalsprache: Italienisch
Musik: Ermanno Wolf-Ferrari
Libretto: Giovacchino Forzano
Literarische Vorlage: Prolog aus Der Widerspenstigen Zähmung
Uraufführung: 29. September 1927
Ort der Uraufführung: Mailänder Teatro alla Scala
Ort und Zeit der Handlung: London im Jahr 1603
Personen

Sly oder Die Legende vom wiedererweckten Schläfer (ital.: Sly ovvero La leggenda del dormiente risvegliato) ist eine Oper in 3 Akten und 4 Bildern von Ermanno Wolf-Ferrari und einem Libretto von Giovacchino Forzano. Sie wurde am 29. September 1927 im Teatro alla Scala uraufgeführt und später von Walter Dahms ins Deutsche übertragen. Der Stoff basiert auf der Idee aus dem Prolog von Der Widerspenstigen Zähmung, dem Wolf-Ferrari einen dramatischen Schluss gab. Der Hauptakteur Sly trägt die Charakterzüge des François Villon.

Handlung[Bearbeiten]

Sly ist ein Poet, der als solcher nur von seinen Genossen verstanden in der Taverne „Zum Falken“ lebt. Eines Abends trifft dort eine Dame namens Dolly, die Geliebte des Grafen von Westmoreland, mitsamt Grafen und dessen Freunden ein, die allein der Dame zuliebe mit Unbehagen ob dieser unfeinen Umgebung bleiben. Dolly will hier einmal der strengen Etikette entkommen und sich den Freuden angenehmen und freien Lebens hingeben.

Titelseite des Librettos

Nach einer Weile stimmt Sly das lustige „Bärenlied“ an, jedoch gefolgt von einem klagendem Gefühlsausbruch, wie er an seinem erbärmlichen Dasein leide und sich nach Glück und Liebe sehne, woraufhin er wie im Rausch zu Boden fällt und ohnmächtig wird.

Westmoreland bringt Sly infolgedessen auf sein Schloss und weist allen dort an, mit Sly bei dessen Erwachen wie mit einem großen, mächtigen und edlen Herren umzugehen. Als dieser dann munter wird, denkt er zunächst, immer noch zu träumen, doch wird ihm erzählt, er sei soeben von einer zehn Jahre währenden Krankheit geheilt, in deren Verlauf er der Illusion verfallen sei, der Dichter Sly zu sein, was er schließlich glaubt. Er begegnet Dolly, die angeblich zehn Jahre lang als Gattin um ihn gebetet hätte. Sie spielt die Rolle anfangs noch ziemlich gut, geht aber bald zu wahrer Liebe mit Sly über, auf die sich auch er einlässt. Der Graf hat nun genug von dem Possenspiel und lässt die im Hintergrund bestehenden Vorhänge öffnen, wohinter nun zahlreiche Edelleute zu klatschen und zu auslachen beginnen. Westmoreland lässt anschließend Sly seiner Dolly entreißen und in den Weinkeller werfen.

Nach einiger Zeit des Schlafens wacht Sly auf und denkt zuerst an Dolly, wird aber sogleich durch den Blick auf seine lumpige Kleidung wieder an sein armseliges Leben erinnert. Verzweifelt und hoffnungslos nimmt er sich eine Weinflasche, zerbirst sie, ergreift einen Scherben und öffnet sich damit die Pulsadern. Dolly kommt in den Keller und will ihm sagen, dass sie gerne mit ihm zusammen flüchten wolle, um anderswo ein neues Leben in zärtlicher Liebe und Gemeinsamkeit beginnen zu können. Sly ist aber so geschwächt, dass er nur noch mit aller Mühe die Arme wie zur Umarmung heben kann. Dolly sieht daraufhin all das Blut und begreift. Sie stürzt sich aufschreiend über den toten Sly.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Zentner (Hrsg.): Reclams Opernführer. In: Reclams Universal-Bibliothek Band Nr. 6892, 32., durchgesehene Auflage, Reclam, Stuttgart 1988, ISBN 3-15-006892-4

Weblinks[Bearbeiten]