Sommer-Steinpilz

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Sommer-Steinpilz
2006-10-07 Boletus aestivalis cropped.jpg

Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis)

Systematik
Unterordnung: Boletineae
Familie: Dickröhrlingsverwandte (Boletaceae)
Unterfamilie: Boletoideae
Gattung: Dickröhrlinge (Boletus)
Sektion: Steinpilze (Boletus sect. Boletus)
Art: Sommer-Steinpilz
Wissenschaftlicher Name
Boletus aestivalis
(Paulet) Fr.

Der Sommer- oder Eichen-Steinpilz (Boletus aestivalis, syn. B. reticulatus) ist eine Pilzart aus der Familie der Dickröhrlingsverwandten. Er zählt zu den Speisepilzen und kann bereits ab Mai gefunden werden.

Merkmale[Bearbeiten]

Größere Fruchtkörper des Sommer-Steinpilzes (Boletus aestivalis) besitzen häufig eine rissige Huthaut.

Der Sommer-Steinpilz bildet relativ große, in Hut und Stiel gegliederte Fruchtkörper mit halbkugeligen bis polsterförmigen, 6 bis 20 Zentimeter, in Ausnahmefällen bis 25 Zentimeter breiten Hüten und 6 bis 18 Zentimeter lange und 2 bis 6 Zentimeter dicken, bauchigen, keuligen- oder walzenförmigen Stielen. Die Hutoberfläche ist fein filzig-faserig, die Farbe variiert in verschiedenen hellen Brauntönen, die Fasern am Rand sind häufig etwas dunkler gefärbt. Bei Trockenheit reißt der Hut häufig felderartig auf. Der Stiel ist hell hasel- oder lederbraun und mit einem erhabenen hellen, bräunlichen bis weißen Netz fast bis zur Basis bedeckt. Die Röhren sind jung weißlich, später über cremegelblich nach grüngelb verfärbend. Die Poren entsprechen in der Farbe den Röhren, sie sind klein und rundlich. Das Fleisch ist weiß, auch unter der Huthaut, schmeckt mild und hat keinen besonderen Geruch.

Ökologie[Bearbeiten]

Wie alle Dickröhrlinge ist der Sommer-Steinpilz ein Mykorrhizapilz, der in Mitteleuropa ausschließlich mit Laubbäumen, vor allem Buchen und Eichen zusammenlebt. Er kommt dementsprechend in Buchen-, Buchen-Tannen- und Eichen-Hainbuchenwäldern vor, kann aber auch in parkähnlichen Biotopen gefunden werden. Die Art stellt keine besonderen Ansprüche an den pH-Wert des Bodens, sie wird auf basischen, neutralen und sauren Böden gefunden, die frisch bis mäßig trocken und lehmig sind, seltener kommt sie auf sandigen Böden vor. Die Fruchtkörper erscheinen bereits sehr früh im Jahr (ab Mai / Juni), können aber in wärmeren Gegenden bis in den Oktober hinein gefunden werden.

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Sommer-Steinpilz ist eine europäische Art, soll aber auch in Australien gefunden worden sein. Nördlich kommt er bis Mittelschweden und Mittelfinnland vor, östlich wurde er bis Katowice in Polen gefunden.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Sommer-Steinpilz ist ein beliebter Speisepilz. Wie alle Angehörigen der Gattung Boletus steht er in Deutschland unter Naturschutz und darf nur in kleinen Mengen für den eigenen Bedarf gesammelt werden.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Für den Sommer-Steinpilz werden zwei Namen verwendet: Der oben genannte B. aestivalis und B. reticulatus. Das Epitheton aestivalis deutet auf die Wachstumszeit des Fruchtkörpers im Sommer hin, der Artname reticulatus nimmt auf die Netzzeichnung des Stiels Bezug.

Literatur[Bearbeiten]

  • German J. Krieglsteiner (Hrsg.): Die Großpilze Baden-Württembergs. 2. Band. Ulmer Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3531-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sommer-Steinpilz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Hinweise zum Pilzesammeln
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