Sozialversicherungsausweis

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Deutscher Sozialversicherungsausweis (bis Dezember 2010)

Der Sozialversicherungsausweis ist ein Dokument, das seinen Besitzer als Mitglied der gesetzlichen Sozialversicherung bestätigt. Seit Januar 2011 ist der Ausweis in der früheren Form entfallen. An seine Stelle tritt ein Schreiben der Versicherung, in dem die Versicherungsnummer mitgeteilt wird.[1]

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Jeder versicherte Arbeitnehmer besitzt einen Sozialversicherungsausweis, der vom zuständigen Rentenversicherungsträger ausgestellt wird (§ 18h SGB IV). Bei Aufnahme einer Beschäftigung ist dieser auf Verlangen dem Arbeitgeber vorzulegen. Häufig ist diesem jedoch die Angabe der Rentenversicherungsnummer bereits ausreichend. Die Gestaltung des Sozialversicherungsausweises legt die Deutsche Rentenversicherung Bund in Grundsätzen fest, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales zu genehmigen und im Bundesanzeiger zu veröffentlichen sind (für die Zeit ab 1. Januar 2011 vgl. BAnz 2011, S. 205-211 (SGB 4 § 18h Anl1)). Die Grundsätze sehen vor, dass die in § 18h Abs. 2 SGB 4 genannten Daten ausschließlich in Form eines Anschreibens bekannt gegeben werden, das dann als Sozialversicherungsausweis gilt. Es wird ein auf den jeweiligen Fall abgestelltes Anschreiben verwendet, welches sich an dem Ausstellungsgrund des Sozialversicherungsausweises orientiert. Im Einzelnen sind dies:

  • Vergabe einer Versicherungsnummer (insbesondere bei Erstaufnahme einer Beschäftigung)
  • Namensänderung
  • erneute Ausstellung (Sozialversicherungsausweis ist zerstört, abhandengekommen oder unbrauchbar geworden)

Arbeitnehmer, die von ihren Arbeitgebern aus dem Ausland nach Deutschland entsandt wurden, müssen bei einer gesetzlichen Krankenkasse ihrer Wahl die Ausstellung einer Ersatzbescheinigung beantragen und diese mit sich führen. Bei Verlust des Sozialversicherungsausweises kann dieser vom Arbeitgeber oder von der Krankenkasse angefordert werden.

Bei Verlust muss bei der jeweils zuständigen Rentenversicherung ein neuer Sozialversicherungsausweis beantragt werden. Dies ist auch dann erforderlich, wenn der Ausweis zerstört beziehungsweise unbrauchbar geworden ist. Der beschädigte Ausweis muss bei Neuausstellung zurückgegeben werden. Jeder Beschäftigte darf nur einen Sozialversicherungsausweis besitzen (§ 18h Abs.4 S.3 SGB IV).

Inhalt des Ausweises[Bearbeiten]

Der Sozialversicherungsausweis enthält folgende Daten:[2]

  • die Rentenversicherungsnummer des Inhabers
  • den Familiennamen und den Geburtsnamen (sowie ggf. akademische Titel)
  • den Vornamen

Weitere personenbezogene Daten darf der Ausweis nicht enthalten. Außerdem ist die Bezeichnung „Sozialversicherungsausweis“, der Name des ausstellenden Rentenversicherungsträgers sowie eine fortlaufende Vordrucknummer aufgedruckt.

Vorlagepflicht des Arbeitnehmers[Bearbeiten]

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, bei Beginn der Beschäftigung dem Arbeitgeber den Sozialversicherungsausweis vorzulegen bzw. bei späterem Erhalt unverzüglich nachzureichen. Des Weiteren ist der Einzugsstelle der Verlust oder das Wiederauffinden unverzüglich anzuzeigen.

Pflichten des Arbeitgebers[Bearbeiten]

Der Arbeitgeber muss sich den Sozialversicherungsausweis bei Beginn einer Beschäftigung von seinem Mitarbeiter vorlegen lassen. Eine Mitführungspflicht besteht seit dem 1. Januar 2009 nicht mehr. Stattdessen sind die Beschäftigten einiger Branchen verpflichtet, ihren Personalausweis, Pass, Passersatz oder Ausweisersatz mitzuführen (§ 2a Abs.1 SchwarzArbG).

Österreich[Bearbeiten]

Die e-card in Österreich wird von der Sozialversicherung zur Verfügung gestellt und beinhaltet unter anderem die Sozialversicherungsnummer. Sie ist damit der aktuelle Sozialversicherungsausweis (Stand Jahresbeginn 2006).[3]

DDR[Bearbeiten]

Der Sozialversicherungsausweis der DDR (Deutsche Demokratische Republik) war ein Buch, in das alle versicherungspflichtigen Beschäftigungen eingetragen wurden. Des Weiteren wurden darin etwaige Arbeitsunfähigkeiten (sogenannte Arbeitsausfalltage) eingeschrieben. Der Sozialversicherungsausweis war das wichtigste „Beweismittel“ des Versicherten gegenüber dem DDR-Rentenversicherungsträger.

Zusätzlich diente er als Nachweis, krankenversichert zu sein und war bei jedem Arztbesuch vorzulegen. Der Ausweis (kurz: SV-Ausweis) wurde bei der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit oder Ausbildung ausgestellt.

Für die Zeit zwischen Geburt und erstmaliger Arbeitsaufnahme gab es den „Sozialversicherungs- und Impfausweis für Kinder und Jugendliche“. Dieser war ebenfalls in Buchform mit festem Pappeinband gebunden (allerdings in rot statt grün) und besaß 48 Seiten. Diese dienten ausschließlich der Dokumentation von Impfungen, Krankheiten und Heilbehandlungen. Die Vordrucke auf den Seiten waren entsprechend auf den Bedarf bei Kindern und Jugendlichen ausgerichtet.

Aufbau des SVA (für Erwachsene)[Bearbeiten]

Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung DDR 1966

Seite 1

Hier steht nur: „AUSWEIS FÜR ARBEIT UND SOZIALVERSICHERUNG“

Seiten 2 bis 3

  • allgemeine Bestimmungen und Basisdaten des Ausweisinhabers

unter anderem:

- PA Nr. (Personalausweisnummer) dort steht die PKZ (Personenkennzahl) - Name, Vorname - Namensänderung - Unterschrift des Inhabers - Stempel, Unterschrift und Datum der Ausstellungsstelle

Seiten 4 bis 5½

  • allgemeine Schulbildung
Schulart von/ bis Abschluss (Klasse)
Beispiel xx.xx.xxxx - xx.xx.xxxx Abschluss
POS 1. September 1978 - 4. Juli 1988 10. Klasse


  • Berufsausbildung
a Ausbildungsberuf
b Kennzahl nach Systematik
Name des Ausbildenden
Betriebes
von / bis
Abschluss
Ja / Nein
a Elektriker
b 8558
VEB Grüne Pumpe 1. September 1988 - 30. August 1990 Ja


  • Hoch- und Fachschulausbildung / Fachrichtung
Name der Universität, Hoch- oder Fachschule von / bis
Fachrichtung
Abschluss als
Technische Universität
Berlin
10/1975 - 03/1981
Elektrotechnik
Diplom-Ingenieur


Seiten 5½ bis 7

  • Qualifizierungsmaßnahmen mit Abschluss
Name des Betriebes
Art der Qualifizierungs-
maßnahmen - Ziel
von / bis
VEB Grüne Pumpe
Posemuckel
Weiterbildung zur Fachkraft für Starkstrom 02/1981 - 05/1981

Seiten 8 bis 13

  • Diverses

- staatliche und betriebliche Auszeichnungen - sonstige Spezialkenntnisse - Urlaubs- und Lohnausgleichsansprüche, geleistete Überstunden

Seiten 14 bis 29

  • Arbeitsrechts- und Sozialversicherungsverhältnisse
Beginn
der
Tätigkeit
Genaue Bezeichnung
der Tätigkeit
Lohn-
bzw.
Gehalts-
gruppe
Stempel und Unterschrift
des Betriebes,
bei Selbständigen auch der
Abteilung Finanzen
Beitragspflichtiger
Bruttoverdienst *)
Ende der
Tätigkeit
Stempel und Unterschrift
des Betriebes,
bei Selbständigen auch der
Abteilung Finanzen
1. Januar
1981
Elektriker 12a
VEB Elektrotechnik
Gera
Karl-Marx-Str. 125
2.525,26 Mark
31. Dezember
1981
VEB Elektrotechnik
Gera
Karl-Marx-Str. 125
 *)Eintragung erfolgt bei Beendigung der Tätigkeit
    mindestens jedoch am Ende jedes Kalenderjahres. Hier finden
    sich auch ggf. Vermerke über die Zahlung von Beiträgen zur
    Freiwilligen Zusatzrentenversicherung (FZR), bergbaulichen
    Versicherung oder aber Zugehörigkeit zu Sondersystemen 

Seiten 30 bis 45

  • Heilbehandlungen (ambulant/stationär)

Folgende Angaben mussten gemacht werden:

- Berechtigungsschein (diese Nummer trug der Arzt ein) - Beginn und Ende der Behandlung - Diagnose (Schlüssel) - Arbeitsunfähigkeiten (Beginn und Ende) - Stempel, Unterschrift der behandelnden Stelle

Seiten 46 bis 48

  • Genehmigungspflichtige Heil- und Hilfsmittel

Seite 49

  • Anspruchsberechtigte Familienangehörige
1) Ehegatte
Max Muster

Vor- und Zuname

2. Januar 1961 Berlin

Geburtstag und -ort

Versicherungs-
ausweis für
Familien-
angehörige
ausgestellt am:
12. Dezember 1975
2) Kind Erika geb. am 26. März 1986 k.A.
3) Kind Helge geb. am 14. September 1987 k.A.
3) Kind etc. geb. am usw. k.A.


Seite 50

  • Platz für Nachträge

Seiten 51 bis 53

  • Röntgengroßaufnahmen (G) und Schirmbilder (S) der Brustorgane

- Datum (der Untersuchung) - G - S - Stempel der Einrichtung und Unterschrift

Seite 54

  • Tuberkuloseschutzimpfungen

Seiten 55 bis 56

- Blutgruppenbestimmungen mit Datum, Blutgruppe und System - Serumgaben mit Datum, Serumart und -menge

Seiten 57 bis 60

  • Reihenuntersuchungen

- Datum - Untersuchung (schlüssel-Nr.) - Stempel der Einrichtung und Unterschrift

Seiten 61 bis 62

  • Tauglichkeitsuntersuchungen für Kraftfahrer und bestimmte Berufe

- Datum - Untersuchungsart - Untersuchungsergebnis - Stempel der Einrichtung und Unterschrift

Seiten 63 bis 64

  • Sonstige Informationen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.hessenfinder.de/portal/?SOURCE=PstListAZ&SEARCHLETTER=S&PSTID=8960026
  2. Deutsche Rentenversicherung: Inhalt des Sozialversicherungsausweises. Abgerufen am 1. August 2012.
  3. Österreichische Sozialversicherung