Speerzahnhai

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Speerzahnhai
Habitus des Speerzahnhais

Habitus des Speerzahnhais

Systematik
Haie (Selachii)
Überordnung: Galeomorphii
Ordnung: Grundhaie (Carcharhiniformes)
Familie: Requiemhaie (Carcharhinidae)
Gattung: Flusshaie (Glyphis)
Art: Speerzahnhai
Wissenschaftlicher Name
Glyphis glyphis
(Müller & Henle 1839)

Der Speerzahnhai (Glyphis glyphis) ist eine Art der Flusshaie (Gattung Glyphis) innerhalb der Requiemhaie (Carcharhinidae) mit einem nur sehr vage abgegrenzten Verbreitungsgebiet im Indopazifik. Über den Hai liegen nur sehr spärliche Informationen vor, da sich die beschriebenen Exemplare des Speerzahnhais allerdings deutlich durch die Anzahl der Rückenwirbel unterscheiden, ist nicht vollständig geklärt, ob es sich um eine Art oder um mehrere handelt. Compagno u. a. 2005 nehmen drei weitere, noch unbeschriebene Arten der Gattung im Bereich des Indopazifik an.

Aussehen und Merkmale[Bearbeiten]

Der Speerzahnhai ist ein mittelgroßer bis großer Hai mit einer maximalen Körperlänge von mindestens 100 cm, Körperlängen von bis zu 300 cm werden angenommen. Er hat eine grau-braune Rückenfärbung ohne auffällige Zeichnung.

Der Hai besitzt eine breite und abgerundete Schnauze und sehr kleine Augen mit Nickhäuten. Er besitzt eine Afterflosse und zwei Rückenflossen. Die erste Rückenflosse ist am Ansatz sehr breit ausgebildet und sichelförmig, sie liegt über oder leicht hinter der Mitte der Brustflossenbasis. Ein Interdorsalkamm ist nicht vorhanden. Die zweite Rückenflosse ist vergleichsweise klein und liegt der Analflosse gegenüber. Die Brustflossen sind relativ groß. Wie alle Arten der Gattung besitzen die Tiere fünf Kiemenspalten und haben kein Spritzloch.

Lebensweise[Bearbeiten]

Der Speerzahnhai ist eine Süßwasserart, die sich wahrscheinlich entsprechend vor allem in größeren Flussbereichen des indopazifischen Raums aufhält, jedoch auch bis in die Brackwasserzonen der Flussdelta vordringt. Er ernährt sich räuberisch vor allem von verschiedenen Knochenfischen.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Er ist wie andere Arten der Gattung wahrscheinlich lebendgebärend und bildet eine Dottersack-Plazenta aus (plazental vivipar). Die Junghaie haben eine Größe von etwa 55 bis 60 Zentimetern. Die Geschlechtsreife erreichen die Tiere bei einer Länge von ungefähr 180 cm.

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Speerzahnhai lebt in einem nur sehr vage abgegrenzten Verbreitungsgebiet im Indopazifik um die indonesischen Inseln, Neuguinea und Australien. Da sich die beschriebenen Exemplare des Speerzahnhais allerdings deutlich durch die Anzahl der Rückenwirbel unterscheiden, ist nicht vollständig geklärt, ob es sich um eine Art oder um mehrere handelt. Compagno u. a. 2005 nehmen drei weitere, noch unbeschriebene Arten im Bereich des Indopazifik an[1] von denen Glyphis garricki im Jahr 2008 von Compagno, White und Last[2] sowie der Borneo-Flusshai (Glyphis fowlerae) im Jahr 2010 von Compagno, White und Cavanagh[3] beschrieben wurde.[4]

Gefährdung[Bearbeiten]

Der Speerzahnhai wird in der Roten Liste der IUCN als gefährdet eingestuft, da genaue Angaben über Verbreitungsgebiete und Lebensweise fehlen. Es wird angenommen, dass die Art sehr selten ist.[5]

Belege[Bearbeiten]

Zitierte Belege[Bearbeiten]

  1. Compagno u. a., S. 309–312.
  2.  L. J. V. Compagno, W. T. White, P. R. Last: Glyphis garricki sp. nov., a new species of river shark (Carcharhiniformes: Carcharhinidae) from northern Australia and Papua New Guinea, with a redescription of Glyphis glyphis (Müller & Henle, 1839). In: P. R. Last, W. T. White, J. J. Pogonoski (Hrsg.): Descriptions of new Australian Chondrichthyans. CSIRO Marine and Atmospheric Research, 2008, ISBN 978-1-921424-18-2, S. 203–226.
  3. L. J. V. Compagno, W. T. White, R. D. Cavanagh: Glyphis fowlerae sp. nov., a new species of river shark (Carcharhiniformes; Carcharhinidae) from northeastern Borneo. In: P. P. Last, W. T. White, J. J. Pogonoski (Hrsg.): Descriptions of new sharks and rays from Borneo. (CSIRO Marine and Atmospheric Research Paper no. 32), S. 29–44. (Volltext; PDF; 7,6 MB)
  4. Datenblatt beim Australian Department of the Environment, Water, Heritage and the Arts, Canberra
  5. Glyphis gangeticus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2008. Eingestellt von: L.J.V. Compagno, 2007. Abgerufen am 30. Dezember 2008

Literatur[Bearbeiten]

  • Leonard Compagno, Marc Dando, Sarah Fowler: Sharks of the World. Princeton University Press, Princeton/ Oxford 2005, ISBN 0-691-12072-2, S. 310.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Glyphis glyphis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien