Indonesien
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| Republik Indonesia Republik Indonesien |
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| Amtssprache | Indonesisch | ||||
| Hauptstadt | Jakarta | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | Präsident Susilo Bambang Yudhoyono | ||||
| Fläche | 1.912.988 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 225,5 Millionen (DSW-Datenreport vom Sept. 2006) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 118 Einwohner pro km² | ||||
| BIP/Einwohner | 3.600 US-$ (2005) | ||||
| Währung | Rupiah | ||||
| Unabhängigkeit | von den Niederlanden am 17. August 1945 | ||||
| Nationalhymne | Indonesia Raya | ||||
| Zeitzone | +7 UTC bis +9 UTC | ||||
| Kfz-Kennzeichen | RI | ||||
| Internet-TLD | .id | ||||
| Telefonvorwahl | +62 | ||||
Der Staat Indonesien (indonesisch Indonesia) ist der größte Inselstaat der Welt. Er wurde am 17. August 1945 proklamiert und am 27. Dezember 1949 von den Niederlanden unabhängig. Die Hauptstadt Jakarta hat etwa 18 Mio. Einwohner und liegt auf der Insel Java, auf der mehr als die Hälfte der Einwohner des Landes leben. Der Name Indonesien setzt sich aus dem lateinischen Wort indus für Indien und dem griechischen Wort nesos für Insel zusammen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
[Bearbeiten] Lage
Die äquatoriale Inselkette ist bezüglich Fläche und Einwohnerzahl der größte Staat Südostasiens, der weltgrößte Inselstaat sowie mit etwa 225 Millionen Einwohnern die viertgrößte Nation der Welt. Die Landfläche Indonesiens verteilt sich auf 17.508 Inseln, von denen rund 6000 bewohnt sind. Indonesien erstreckt sich in nord-südlicher Ausdehnung von etwa 6° nördlicher Breite bis 11° südlicher Breite über rund 1875 km, in west-östlicher Ausdehnung von 95° bis 141° östlicher Länge über 5000 km.
Nördlich von Indonesien liegen Malaysia, Singapur, die Philippinen und Palau, östlich Papua-Neuguinea und Osttimor, südlich Australien und der Indische Ozean, letzterer liegt auch westlich von Indonesien. Gegen die Malaiische Halbinsel mit dem westlichen Malaysia und Singapur wird Indonesien durch die Straße von Malakka abgegrenzt und in Richtung philippinische Inseln durchläuft die Grenze die Celebessee.
Das indonesische Inselreich durchzieht eine große Anzahl von Meerengen, flachen Nebenmeeren und Seebecken. Im Norden führt eine der wichtigsten Wasserstrassen, die Straße von Malakka, von der Andamanensee in die Karimata-Straße, die nördlich in das Südchinesische Meer und südlich in die Javasee führt.
Die Javasee ist zentral gelegen und ist im Süden über Meerengen, wie die Sunda- oder Lombokstraße, mit dem indischen Ozean verbunden. Von der Celebessee zieht die Straße von Makassar in die östliche Javasee und die Floressee, die an die Bandasee mit den Gewürzinseln angrenzt. Weitere kleinere Meeresgebiete liegen südlich. Über dem indonesischen Teil der Insel Neuguinea liegt im Norden der Pazifik und südlich in Richtung Australien die Arafurasee und weiter westlich die Timorsee.
Zu Indonesien gehören die Großen (außer dem Nordteil Borneos) und die Kleinen Sunda-Inseln (außer Osttimor) sowie die Molukken, und damit der größte Teil des Indonesischen Archipels, außerdem gehört die Westhälfte Neuguineas (West-Papua, ehemals Irian Jaya) zu Indonesien. Damit liegt Indonesien nicht nur in Asien, sondern hat auch Anteil an Ozeanien.
[Bearbeiten] Klima
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Klimadiagramm Medan (Sumatra) |
Klimadiagramm Surabaya (Java) |
Klimadiagramm Makassar früher Ujung Pandang (Celebes) |
Indonesien zählt zu den größten Regenwaldgebieten der Welt. Auf Borneo, Sumatra, Westjava, Papua, den Molukken und Sulawesi gibt es immerfeuchtes Tropen-Klima. Temperaturen schwanken im Jahresverlauf kaum und liegen im Mittel zwischen 25 °C bis 27 °C. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 90 % und vorherrschender Windstille spricht man auch von tropischer Schwüle. Die Niederschlagsmenge eines Jahres liegt zwischen 2000 mm und 4000 mm.
Auf dem übrigen Java, den kleinen Sundainseln und den Aruinseln bestimmt der Monsun das Klima. Er sorgt für gleich bleibend hohe Temperaturen, die aber innerhalb von 24 Stunden Schwankungen von 6 °C bis 12 °C unterliegen können. Der Nordostmonsun führt vorwiegend trockene Luft mit sich und löst dadurch eine Trockenzeit (Wintermonsun genannt) aus.
In dieser niederschlagsarmen Zeit werfen die Bäume ihre Blätter ab und durchlaufen eine Art Ruhephase, in der die sogenannten Monsunwälder (lichte, grüne Wälder mit einer ausgeprägten Krautschicht) entstehen. Der Südwestmonsun nimmt über dem warmen Meer Feuchtigkeit auf und führt über dem Festland zu hohen Niederschlägen, die am Tag bis zu 50 mm erreichen können und oft zu Überschwemmungen führen.
[Bearbeiten] Flora und Fauna
Durch die geographische Lage beiderseits des Äquators besitzt Indonesien ein ausgesprochen tropisches Klima mit Monsunwinden die von Juni bis September ein trockenes Klima mit wenig Regen und von Dezember bis März feuchte Luftmassen und viel Niederschlag mit sich bringen.
Die Wallace-Linie, zwischen Bali und Java bzw. Lombok und nördlich zwischen Kalimantan bzw. Borneo und Sulawesi trennt die Fauna und Flora biologisch zwischen Asien und Australien. Diese Trennlinie ist so benannt nach dem englischen Naturforscher Alfred Russel Wallace, der während seiner Reisen zwischen 1854 und 1862 festgestellt hat, dass bestimmte asiatische Säugetiere wie Elefanten, Tiger, Tapire und Orang Utan sehr wohl auf Sumatra, Java und Bali vorkommen, nicht aber auf Sulawesi, den Molukken und den kleinen Sunda Inseln.
In Indonesien und dem sogenannten Korallendreieck, zwischen Malaysia, den Philippinen, Papua-Neuguinea und Nordaustralien, leben nach WWF-Angaben rund 75 Prozent aller bekannten Korallenarten. Dort leben auch mehr als 3000 Fischarten, Schildkröten, viele Delphine und Wale sowie große Haie und Rochen.
[Bearbeiten] Geologie
Die Landschaftsformen des modernen Indonesiens entwickelten sich ab dem Pleistozän, als die heutige Inselregion noch mit dem asiatischen Festland verbunden war. Der Archipel entstand dann während der Tauperiode nach der ersten Eiszeit. Das Land ist vulkanisch geprägt und dadurch sehr gebirgig (Liste der Berge oder Erhebungen in Indonesien). Ein Ausläufer des Pazifischen Feuerrings verläuft quer durch Indonesien und führt zu teilweise großer seismischer Aktivität. Trotz der Bedrohungen durch Seebeben und Tsunamis und die häufig noch aktiven Vulkane (Juni 2004: Mount Bromo und Mount Awu Ausbrüche; seit Anfang 2006 Merapi in Zentral-Java mit bedrohlichen Aktivitäten) sind einige Inseln, insbesondere Java, dicht besiedelt, da der Boden fruchtbar ist und eine intensive landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht.
[Bearbeiten] Naturereignisse
Die größte Erdbebenkatastrophe der jüngeren Geschichte Indonesiens war das Seebeben im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004. Als am Morgen gegen 7.58 Uhr Ortszeit die Erde vor der Nordwestküste Sumatras bebte, wurden viele Orte schwer beschädigt. Es war – mit 9,4 auf der Richterskala – das zweitstärkste jemals gemessene Erdbeben (schwerstes Erdbeben am 22. Mai 1960 in Chile mit Stärke 9,5). Nur ca. 15 Minuten später wurden die Menschen, vor allem an der Westküste Sumatras in der Region um Banda Aceh, von einem bis zu 15 Meter hohen Tsunami überrascht. In wenigen Minuten wurden ganze Küstengebiete verwüstet. Es starben allein in Indonesien über 170.000 Menschen.
Ein Erdbeben Stärke 6,2 mit katastrophalen Auswirkungen ereignete sich am 27. Mai 2006 in Zentral-Java bei Yogyakarta. Dabei starben nach Regierungsangaben annähernd 5.800 Menschen, bis zu 57.800 wurden verletzt, mehr als 130.000 Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt und bis zu 650.000 Menschen obdachlos. Außerdem führte es zu einer weiteren Verstärkung der Aktivitäten des Vulkans Merapi.
Seit 29. Mai 2006 bildet sich in der Nähe von Sidoarjo ein Schlammvulkan auf Java. 100 °C heißer Schlamm quillt aus der Erde, tausende Menschen wurden evakuiert.
Am 17. Juli 2006 ereignete sich ein Seebeben vor Java mit anschließendem Tsunami. 525 Menschen starben und 38.000 wurden obdachlos. Betroffen war vor allem die Stadt Pangandaran auf der indonesischen Insel Java. Die Weiterleitung der Tsunami-Warnung wurde verpasst. Ein Erdstoß der Stärke 6,2 ereignete sich erneut am 19. Juli 2006 vor der indonesischen Küste, erklärte das Erdbebenwarnzentrum in Jakarta und gab diesmal die Warnung weiter.
Am 6. März 2007 ereignete sich ein Erdbeben der Stärke 6,3 in West-Sumatra mit über 70 Toten und mehreren Hundert Verletzten (Stand 6. März). Das Beben und eines der mehreren leichteren Nachbeben waren noch im über 400 km entfernten Singapur zu spüren, so dass dort mehrere Hochhäuser evakuiert wurden.
[Bearbeiten] Bevölkerung
[Bearbeiten] Religion
- Siehe auch Islam in Indonesien und Protestanten in Indonesien
88 % der Indonesier sind Muslime.[1] Davon gehören fast alle der sunnitischen Richtung an. Es gibt in Indonesien insgesamt nur etwa 100.000 Schiiten. Viele Indonesier praktizieren eine synkretische Form des Islam. Anhänger dieser Form wurden vom Anthropologen Clifford Geertz als Abangan bezeichnet, im Gegensatz zu den Santri, die sich am normativen Islam orientieren.
Mit über 191 Millionen Moslems ist Indonesien der Staat mit der größten moslemischen Bevölkerung, der Islam ist jedoch nicht die Staatsreligion. Alle Bürger müssen sich aufgrund der Staatsideologie Pancasila zu einer von fünf Weltreligionen bekennen (muslimisch, katholisch, evangelisch, buddhistisch und hinduistisch). Anzumerken ist auch, dass manche Volksgruppen in Indonesien den Islam zwar als ihre offizielle Religion angeben, jedoch Animismus praktizieren.
23 Millionen Indonesier,[2] also 9 % der Bevölkerung, sind Christen (ca. 6 % evangelisch und 3 % römisch-katholisch), auch hier gilt zu berücksichtigen das manche Volksgruppen zwar das Christentum als Religion angeben jedoch Animismus praktizieren. Das Christentum kam bereits vereinzelt im 15. Jahrhundert auf die Insel, doch viele nicht islamisierte Völker wie die Torajas oder die Batak konvertierten in Folge von Missionierung erst im 19. und 20. Jahrhundert zu der Religion. Bei der Missionierung der Batak spielten deutsche Missionare die entscheidende Rolle. Ausnahmen sind die Bewohner des heutigen Nusa Tenggara Timur sowie der Molukken (Gewürzinseln), welche bereits im 16. und 17. Jahrhundert christianisiert wurden. In einigen Gebieten Indonesiens sind Christen in der Mehrheit, was sich jedoch aufgrund der Transmigrasi und der unterschiedlichen Geburtenraten allmählich zu ändern beginnt. Katholisch ist vor allem der Osten Indonesiens (Flores, Westtimor) geprägt. Gebiete mit starkem protestantischen Bevölkerungsanteil sind Nordsumatra und Nordsulawesi. Abgesehen davon leben viele Christen auch in den Großstädten Javas und Sumatras. Die Zusammenstöße zwischen Moslems und Christen haben seit 1999 mehr als 10.000 Menschen das Leben gekostet. In West-Neuguinea hält die Welle der Gewalt gegen die animistisch-christliche Papua-Bevölkerung bis heute an.[3]
Der Ahnenkult und der Geisterglaube haben nach wie vor einen großen Stellenwert bei vielen Indonesiern, gleichwohl sie Moslems, Christen, Hindus oder Buddhisten sind.
1,8 % der Bevölkerung sind Hindus (Bali, Lombok) und 1 % Buddhisten (meist Angehörige der chinesischen Minderheit).
[Bearbeiten] Ethnische Gruppen
Laut dem indonesischen Census von 2001 leben in Indonesien insgesamt über 300 verschiedene Völker, von denen die meisten malaiischer Herkunft sind. Die größten Völker verteilen sich auf die Bevölkerung wie folgt:
Javaner (41,7 %), Sundanesen (15,4 %), Malaien (3,4 %), Maduresen (3,3 %), Batak (3,0 %), Minangkabau (2,7 %), Betawi (2,5 %), Bugis (2,5 %), Bantenesen (2,1 %), Banjaresen (1,7 %), Balinesen (1,5 %), Sasak (1,3 %), Makassaresen (1,0 %), Cirebon (0,9 %), Chinesen (0,9 %), Gorontalo (0,8 %), Achinesen (0,4 %) (wobei aufgrund des Krieges nur etwa die Hälfte der Bevölkerung des Bundesstaates Aceh erfasst wurde), Torajas (0,4 %)
Malaiische Völker stellen in Sumatra, Java, Sulawesi, Bali und durch Einwanderung mittlerweile auch in Kalimantan die Mehrheit. Dagegen leben im Osten vorwiegend Völker, die aus Vermischung von malaiischen Einwanderern und der ursprünglichen melanesischen Bevölkerung hervorgegangen sind. In West-Neuguinea besteht die ursprüngliche Bevölkerung ausschließlich aus Melanesiern (Papua), deren Anteil aber durch malaiische Zuwanderung auf etwa die Hälfte der Bevölkerung gesunken ist.
Dazu kommen noch z.B. die Achinesen, Torajas, Bajau, Wewewa, Bauzi, Lampung, Tengger, Osing (Ethnie), Badui, Gorontalo und viele andere Gruppen, die aber meist weniger als 1 % an der Gesamtbevölkerung stellen und Mischformen, wie etwa die auf Sumba lebenden Wewewa, die zur Hälfte malaiischer und melanesischer Herkunft sind. Außerdem leben noch vereinzelt polynesische Völker in dem Inselstaat.
Als zahlenmäßig größte Gruppe sind die Javaner in Indonesien die politisch dominierende Gruppe. Durch das umstrittene Programm Transmigrasi wurde versucht, das Problem der Bevölkerungskonzentration auf der Insel Java (ca. 1.000 Einwohner pro km²) zu lösen, was vor allem auf Borneo und Sulawesi zu blutigen Zusammenstößen mit der heimischen Bevölkerung führte.
[Bearbeiten] Chinesische Minderheit
In Indonesien leben insgesamt 7,89 Mio. Überseechinesen, die meisten davon auf der Hauptinsel Java. Doch auch auf Sumatra und Kalimantan sind Chinesen heimisch. Die meisten Chinesen kamen in das Land, als Indonesien noch eine niederländische Kolonie war.
Sie sind relativ geschäftstüchtig, was auch Neid der übrigen Indonesier zur Folge hat. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit Indonesiens 1945 wurden viele Chinesen außer Landes gedrängt. Die Regierung verbannte Chinesen ohne indonesische Staatsbürgerschaft aus kleinen Orten und beraubte Zehntausende ihrer Lebensgrundlage. Präsident Sukarno wollte damit den Pribumi (den einheimischen Indonesiern) die Kontrolle über den Handel in den Dörfern verschaffen. Nach der Machtergreifung Suhartos und der Hetze und den Morden an mutmaßlichen Kommunisten (die Chinesen wurden oft grundlos beschuldigt, Kommunisten zu sein) zwischen 1965 und 1967 verkündete Suharto einen Präsidialerlass über „Die Politik zur Lösung des chinesischen Problems“ und einen weiteren zu Religion, Glauben und chinesischen Gebräuchen.
Chinesischsprachige Schulen wurden geschlossen, Kulturvereinigungen wurden aufgelöst, der Verkauf chinesischsprachiger Bücher und Zeitschriften, sogar die Verwendung chinesischer Schriftzeichen in Kalendern, bei Firmenzeichen oder an Geschäften wurde verboten. Eine einzige staatlich kontrollierte chinesischsprachige Tageszeitung wurde erlaubt. Die Indonesierung chinesischer Namen wurde massiv vorangetrieben. Merkmale kultureller Identität wie z. B. die Feier des chinesischen Neujahrsfestes wurden verboten bzw. in private Haushalte verbannt. Die Ausweise vieler ethnischer Chinesen unterscheiden sich anhand eines speziellen Codes von denen der Pribumi. Im Februar 1998 räumte sogar ein Vertreter des indonesischen Verteidigungsministeriums ein, ethnische Chinesen sähen sich Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn sie als Beamte oder beim Militär Karriere machen wollten, und würden zudem beim Zutritt zu staatlichen Universitäten benachteiligt.
Die Überarbeitung der diskriminierenden Gesetze wurde am 16. September 1998 von dem damaligen Präsidenten Habibie in einem Erlass angeordnet (siehe auch: Diskriminierungen).
[Bearbeiten] Soziale Strukturen
Über 27 % der insgesamt 241 Mio. Indonesier leben in Armut, wobei es starke regionale Unterschiede gibt. Während in Java, der Hauptinsel des Landes, etwa 23 % in Armut leben, gibt es manche Provinzen, besonders im Osten, in denen der Anteil der armen Bevölkerung bei 44 % liegt.
Besonders in Großstädten wie Jakarta gibt es ausgedehnte Slums. Auf Java gibt es etwa 1,7 Mio. Straßenkinder. Die Slums, in denen viele Menschen unter erbärmlichen Bedingungen leben müssen, sind Zentren von radikalen Islamisten, die einen Teil der dortigen Bevölkerung für ihre Ideen gewinnen konnten, was sich hin und wieder in antiamerikanischen Demonstrationen äußert. Straßenkinder (vornehmlich Jungen) werden mitunter von radikalislamistischen Gruppen aufgegriffen und landen in illegalen islamischen Schulen.
[Bearbeiten] Bevölkerungsdichte Indonesiens
Die Bevölkerungsdichte der vielen indonesischen Inseln unterscheidet sich stark voneinander, auch auf den einzelnen Inseln ist sie ungleich verteilt. Während in den Provinzen Papua, Maluku und Maluku Utara im Durchschnitt maximal 30 Personen auf einem km² leben, liegt sie etwa auf dem indonesischen Teil der Insel Borneo bei 10 Einwohnern/km²–100 Einwohnern/km² oder bei 30 Einwohnern/km²–300 Einwohnern/km² auf Sumatra. Java ist die Insel mit der höchsten Dichte mit knapp 1000 Einwohnern/km² (Vergleich: Stadtstaat Hamburg: 2.324/km²). Dort befinden sich auch die am dichtesten besiedelten Provinzen Jakarta (der Hauptstadtprovinz) und Yogyakarta.
Java ist aufgrund des fruchtbaren Bodens und der Hauptstadt sehr dicht besiedelt, was zu einem starken Fortschrittsgefälle zwischen den Inselgruppen geführt hat. Die Regierung siedelt deshalb im Rahmen des Transmigrations-, des Transmigrasi-Projektes seit 1969 Familien aus Java auf dünner besiedelte Inseln um, was bisher vor allem zu vielen Konflikten und Problemen geführt hat. Dies kann auch als eine Form der Kolonisierung verstanden werden.
[Bearbeiten] Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte Indonesiens
Die indonesische Bevölkerung stammt ursprünglich von mongolisch-kaukasischen Völkern ab, die vor Beginn unserer Zeitrechnung in mehreren Einwanderungswellen ins Land kamen. Der Fund des Java-Menschen beweist, dass die Insel bereits vor ca. 1,8 Millionen Jahren besiedelt war.
Im ersten Jahrtausend nach Christus gewannen der Buddhismus und der Hinduismus Einfluss auf Indonesien und verschmolzen mit Glaubensvorstellungen der ursprünglichen Bauernkultur. Wegen der günstigen Lage an der Seehandelsroute von China nach Indien blühte der Handel und es entstanden mehrere Handelsreiche.
Das einflussreichste und bekannteste Königreich Srivijaya auf Sumatra bestand seit ca. 500 und übernahm bis ca. 700 die Herrschaft über ganz Sumatra und Java, Teile Borneos und die malaiische Halbinsel. Ab dem 11. Jahrhundert begann das Reich zu zerfallen, unter anderem durch Angriffe der Chola-Könige, die unliebsame Handelskonkurrenz ausschalten wollten. Zwischen 1275 und 1290 übernahm schließlich der König von Singhasari die Herrschaft über den größten Teil Indonesiens. Auf Java gewann ab 1293 das Reich von Majapahit an Bedeutung, das bald über die ehemaligen Gebiete von Srivijaya herrschte.
Ab dem 15. Jahrhundert besuchten immer mehr arabische Händler Indonesien und die Konvertierung zum Islam begann. Hinduismus und Buddhismus überleben bis heute nur auf den Inseln Bali (siehe beispielsweise: Besakih) und Lombok, wo sich eine indigene (mehrheitlich aber hinduistisch geprägte) Mischkultur herausbildet hat.
1487 umfuhr der Portugiese Bartolomeu Diaz erstmals das Kap der Guten Hoffnung und bereitete damit die Entdeckung des Seeweges nach Indien durch Vasco da Gama vor. In der Folge stießen die Europäer in den indonesischen Raum vor, um den bislang von Orientalen betriebenen Gewürzhandel zu übernehmen. Nach fast 100-jähriger portugiesischer Dominanz setzten sich um 1600 die Niederländer als Kolonialherren durch. Als Niederländisch-Ostindien war Indonesien eine der ersten holländischen Kolonien. Ab dem Jahr 1908 dehnten die Niederlande, von Java ausgehend, ihren Machtbereich auf den gesamten indonesischen Archipel aus. Lediglich die Provinz Aceh (Atjeh) im Norden Sumatras vermochte zu widerstehen, wurde aber nach einem über dreißigjährigen Krieg ebenfalls unterworfen.
Im Frühjahr 1942 begann die japanische Armee Niederländisch-Indien zu besetzen. Ihr Interesse galt kriegswichtigen Rohstoffreserven und der Verbesserung ihrer strategischen Position. Im März 1942 kapitulierten die Niederländer. Die fast 350-jährige Zeit ihrer Kolonialherrschaft war vorüber. Noch unter japanischer Besatzung erklärt sich Indonesien im März 1943 von den Niederlanden unabhängig. Die Herrschaft der Japaner endete am 15. August 1945 mit deren Kapitulation.
Am 17. August 1945 riefen Sukarno und Mohammed Hatta die Unabhängigkeit Indonesiens aus. Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckte sich zunächst auf die Inseln Java, Sumatra und Madura. Die übrigen Inseln wurden meist von den Niederländern kontrolliert. Im Niederländisch-Indonesischen Krieg (1947/48) eroberten die Niederlande zwar fast das gesamte Gebiet, kämpften aber weiterhin gegen eine indonesische Guerilla und verloren vor allem die Sympathie der Weltöffentlichkeit. Unter amerikanischem Druck mussten die Niederlande im August 1949 (abermals) Verhandlungen mit der Republik Indonesien aufnehmen. Am 27. Dezember 1949 wurde in Amsterdam die Übergabe der Souveränität unterzeichnet, der niederländische Teil von Neuguinea West-Papua blieb jedoch vorläufig unter niederländischer Verwaltung.
Suharto erzwang im März 1964 Sukarno zur Niederlegung seines Amtes. Drei Jahr später folgte die Eingliederung von West-Papua. Im Jahr 1975 begannen indonesische Truppen Portugiesisch-Timor zu besetzen, nachdem die portugiesische Kolonialmacht in Folge innerer Unruhe das Land verlassen hatte. Nach der Wirtschaftskrise im Jahre 1998 kam es zu ersten Protesten. Die Gewalt erreichte ihren Höhepunkt in den Tagen vom 12. bis zum 14. Mai 1998 in Jakarta. Schließlich willigte Präsident Suharto in seinen Rücktritt ein und Bacharuddin Jusuf Habibie übernahm vorerst die Macht. Im Oktober 1999 wurde Abdurrahman Wahid erster frei gewählter Staatspräsident des Landes, zwei Jahre später Megawati Sukarnoputri Tochter des Staatsgründers Sukarno.
Am 12. Oktober 2002 ereignete sich der Terroranschlag auf der Touristeninsel Bali, der 202 Tote und mehr als 300 Verletzte forderte. Im Sommer 2004 fanden erstmals direkte Präsidentschaftswahlen statt, bei der kein Kandidat eine Mehrheit erreichen konnte. Bei einer Stichwahl am 20. September siegte der Herausforderer und frühere General Susilo Bambang Yudhoyono.
[Bearbeiten] Staatsorganisation
Die ehemalige niederländische Kolonie ist heute eine Präsidialrepublik. Die Verfassung von 1945 sieht die Gewaltenteilung vor. Nach dem Sturz Suhartos 1998 wurden umfangreiche Reformen umgesetzt. Das Einkammerparlament (Abgeordnetenhaus) hat 500 auf fünf Jahre gewählte Abgeordnete (bis 2004 waren 38 davon vom Präsidenten ernannte Militärs). Die beratende Volksversammlung, die früher den Präsidenten wählte und übergreifende politische Themen berät, besteht aus dem Abgeordnetenhaus, 135 Vertretern der Provinzen sowie 65 Vertretern von Standesorganisationen und kommt damit auf 700 Mitglieder.
Seit 2004 ist der Majelis Permusyawaratan Rakyat (MPR) ein Zweikammerparlament. Dieses höchste Legislativorgan besteht aus den 550 DPR (Dewan Perwakilan Rakyat) Abgeordneten und 128 Regionalvertretern (DPD). Der DPD (Dewan Perwakilan Daerah) ist somit eine im Rahmen der Dezentralisierungspolitik neu geschaffene 2. Kammer.
Seit den Wahlen 2004 ist Indonesien in der Weltöffentlichkeit als demokratischer Staat anerkannt.
siehe auch: Liste der Präsidenten von Indonesien
[Bearbeiten] Präsident
Seit 2004 wird der Präsident direkt vom Volk gewählt. Erster direkt gewählter Präsident wurde der frühere General Susilo Bambang Yudhoyono. Der ehemalige Sicherheitsminister erhielt bei der Stichwahl am 20. September 2004 fast 61 Prozent der Stimmen. Er löst damit die bisherige Staatschefin Megawati Sukarnoputri ab, die nur auf gut 39 Prozent kam. Schon beim ersten Wahlgang am 5. Juli 2004 hatte der Ex-General die meisten Stimmen erzielt, die absolute Mehrheit aber verfehlt. Deshalb war eine Stichwahl gegen die zweitplatzierte Megawati nötig geworden. Die Tochter von Republikgründer Sukarno war im Sommer 2001 an die Staatsspitze gerückt, nachdem ihr Vorgänger Abdurrahman Wahid aus dem Amt gedrängt worden war.
[Bearbeiten] Parteien
Indonesien hat ein Mehrparteiensystem mit einer großen Anzahl von Parteien. Vorherrschende Partei unter Suharto war Golkar. Ihr Einfluss ist weiterhin groß, aber nicht mehr dominant. Der derzeitige Präsident Yudhoyono kandidierte bei der Präsidentschaftswahl 2004 für die neu gegründete Demokratische Partei, seine Vorgängerin und Kontrahentin Megawati für die PDI-P.
[Bearbeiten] Militär
Hauptartikel: Streitkräfte Indonesiens
Die Streitkräfte Indonesiens heißen Tentara Nasional Indonesia (TNI) und bestehen aus etwa 250.000 Soldaten. Sie sind grob in Heer, die Marine, die Marinestreitkräfte und die Luftwaffe untergliedert. Das Heer hat mit etwa 196.000 Soldaten die bei weitem größten Kapazitäten. Lange Zeit gehörte auch die indonesische Landespolizei zu den Streitkräften. Im April 1999 begann man mit der Ausgliederung der Landespolizei, dieser Prozess wurde im Juli 2000 formell abgeschlossen. Mit 150.000 Angestellten hat die Polizei eine weit kleinere Mannschaftsstärke als in den meisten anderen Staaten. Hinzu kommen noch etwa 120.000 Mitglieder der örtlichen Polizei, so dass sich die Gesamtstärke auf etwa 270.000 Personen beziffern lässt.
[Bearbeiten] Staatsausgaben
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
- das Gesundheitswesen bei 2 %
- das Bildungswesen bei 7 %
- das Militär bei 3 %
Der Verteidigungshaushalt Indonesiens beträgt nur 3 % des Bruttosozialprodukts, doch führt das Militär eine Reihe von Unternehmen und Stiftungen, die weiteres Geld einbringen.
[Bearbeiten] Mitgliedschaft internationaler Organisationen
Indonesien ist Mitglied in der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), ist aber mittlerweile zu einem Netto-Importeur von Erdöl geworden, da die eigenen Vorkommen fast erschöpft sind. Unter anderem aus diesem Grund hat Indonesien am 28. Mai 2008 seinen Austritt aus der OPEC bekannt gegeben.[4]
Weitere Mitgliedschaften: Internationaler Währungsfonds, Welthandelsorganisation, ASEAN.
[Bearbeiten] Administrative Gliederung
Hauptartikel: Administrative Gliederung Indonesiens
Indonesien ist administrativ derzeit in 33 Teile gegliedert, darunter 30 Provinzen, 2 Sonderregionen und der Hauptstadtdistrikt (Daerah Khusus Ibukota) Jakarta. In jüngster Zeit wurden einige neue Provinzen von bereits bestehenden abgetrennt (2003 Irian Jaya Barat und 2004 Sulawesi Barat). Die indonesische Regierung plant die Errichtung weiterer neuer Provinzen.
Eine Ebene unter den Provinzen gibt es 357 Verwaltungsbezirke, die seit der Verwaltungsreform 2001 eine große administrative Bedeutung besitzen.
[Bearbeiten] Kultur
Die Nationalhymne Indonesia Raya wurde von Wage Rudolf Soepratman komponiert. Typische indonesische Musikinstrumente sind das Gamelan und Angklung. Ein traditioneller Zeitvertreib ist das indonesische Schattenspiel Wayang. Die indonesische Kultur (Musik, Literatur, Malerei) wurde im 9. und 10. Jahrhundert zuerst vom Buddhismus, und ab dem 13. Jahrhundert zunehmend vom Hinduismus geprägt. Eine weitere hochentwickelte Kunst ist die Batik, die in Indonesien seit Jahrhunderten beheimatet ist. In aufwendiger Technik werden reiche Muster mit Blumen und Vogelmotiven, Spiralen und phantasievoller Struktur entwickelt. Heute ist die Batik ein Exportprodukt Indonesiens. Reis ist ein Grundnahrungsmittel, das bis zu dreimal am Tag gegessen wird. Überall durchziehen Reisterrassen das Land. Viele Mythen erzählen, dass der Reis ein Geschenk des Himmels ist.
Durch die Vielzahl der Völker Indonesiens bestehen jedoch große Unterschiede zwischen den Kulturen der einzelnen Regionen.
[Bearbeiten] Wirtschaft
[Bearbeiten] Allgemeines
Die Wirtschaft des Pantherstaates Indonesien basiert auf dem Prinzip der Marktwirtschaft, wird an vielen Stellen aber von der Regierung beeinflusst. Einige große Unternehmen sind in Staatsbesitz. 1997/1998 erschütterte eine Wirtschaftskrise verschiedene Staaten in Ost- und Südostasien, wovon auch Indonesien stark betroffen war (Asienkrise). Die Währung verlor 75 % ihres Wertes und viele Betriebe gingen bankrott. Derzeit ist die indonesische Wirtschaft aber einigermaßen stabil und hat eine Wachstumsrate von etwa 5 Prozent. Die Währung ist die Indonesische Rupiah.
Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2004 3.500 USD pro Kopf,[5] jedoch lebt ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Fast die Hälfte der Beschäftigten ist in der Landwirtschaft tätig. Viele multinationale Unternehmen nutzen den Reichtum an natürlichen Bodenschätzen im Land und haben Niederlassungen. Der Gold- und Kupferproduzent PT Freeport Indonesia ist größter Steuerzahler des Staates, er betreibt in West-Papua die größte Goldmine der Welt.
[Bearbeiten] Export
Einige Exportprodukte sind Gold, Kupfer, Holzprodukte, Agrarprodukte (Palmöl, Reis, Erdnüsse, Kakao, Kaffee), Textilien und Mineralien. Indonesien ist mit jährlichen 23 Millionen Tonnen (2002) weltgrößter Exporteur von Flüssigerdgas. Hauptabnehmer ist Japan.
Der Großteil des international gehandelten Tropenholzes Merbau kommt aus West Papua und wird dort zu 90 % illegal geschlagen.[6] In allen anderen Ländern sind die natürlichen Standorte von Merbau durch exzessiven Abbau schon lange erschöpft.
[Bearbeiten] Tourismus
Der Tourismus ist für das Land eine wichtige Einnahmequelle. Allein Bali wird jedes Jahr von ca. 4 Millionen Touristen besucht wird, die vornehmlich aus Australien, den USA und Europa stammen. Allerdings hat der Tourismus in Indonesien durch die Bombenanschläge auf Bali (2002 und 2005) und wiederholte Terrorwarnungen insbesondere durch australische Behörden, in den letzten Jahren deutliche Einbußen erlebt.
Java zieht mit dem Weltkulturerbe Borobudur (buddhistisch) und Prambanan (hinduistisch) und der für Batik bekannten Stadt Yogyakarta (Stadt) Touristen an. Auch der touristisch erschlossenen Vulkan Bromo, Tankubanbrahu und Kawah Putih (beide bei Bandung), Badeorten wie Pangandaran und weitere an der Westküste, sowie kulturell interessanten Orten wie Bandung und Cirebon und das durch hinduistische Tempel geprägte Dieng-Plateau locken Touristen an. Auch die auf Java gelegene Hauptstadt Jakarta ist trotz der unüberschaubaren Größe und des unsicheren Rufs ein touristisches Ziel.
Sumatra hat kulturell sehr viel zu bieten. Daneben sind auch die artenreichen Nationalparks, wie etwa der Komodo-Nationalpark, wo der Komodowaran heimisch ist, beliebte Tourismusziele.
Nordsulawesi, insbesondere das Gebiet um Manado (v. a. Bunaken und die Lembeh-Straße) und die Togian-Inseln sind als Taucherparadies bekannt. Das Toraja-Hochland im Südwesten Sulawesis hingegen vor allem für seinen Totenkult.
Für West Papua, bekannt für seine Vielzahl an teilweise noch sehr abgeschieden und traditionell lebenden ethnischer Gruppen, ist eine besondere polizeiliche Erlaubnis (Surat Jalan) nötig, um Ziele im Landesinneren besuchen zu können. Sämtliche Orte der Reise müssen genau eingetragen sein. Reisende sind verpflichtet, sich mit diesem Formular am Zielort bei der örtlichen Polizei zu melden. Journalisten erhalten seit 2003 keine Einreisegenehmigung für West Papua.
[Bearbeiten] Bankwesen
Die ehemals staatliche Mikrofinanz-Bank Bank Rakyat Indonesia ist mittlerweile zum Teil privatisiert.
[Bearbeiten] Wirtschaftskennzahlen
Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen. Bemerkenswert ist der massive wirtschaftliche Einbruch während der Asienkrise im Jahr 1998.
| Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in % gegenüber dem Vorjahr | |||||||||||
| Jahr | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 |
| Veränderung in % gg. Vj. | 4,7 | -23,2 | 0,9 | 4,8 | 3,8 | 4,3 | 5,0 | 5,1 | 5,6 | ~ 5,5 | ~ 6 |
| Quelle: bfai[7] | ~ = geschätzt | ||||||||||
| Entwicklung des BIP (nominal) | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| absolut (in Mrd. US$) | je Einwohner (in Tsd. US$) | ||||
| Jahr | 2003 | 2004 | Jahr | 2003 | 2004 |
| BIP in Mrd. US$ | 205 | 248 | BIP je Einw. (in Tsd. US$) | 0,952 | 1,146 |
| Quelle: bfai[8] | |||||
| Entstehung und Verwendung des BIP (2005) | |||
|---|---|---|---|
| Entstehung des BIP (in %) | Verwendung des BIP (in %) | ||
| Industrie | 28 | öffentlicher Verbrauch | 8 |
| Handel und Tourismus | 16 | privater Verbrauch | 60 |
| Landwirtschaft | 13 | Bruttoanlageinvestitionen | 23 |
| Bergbau | 10 | Außenbeitrag | 7 |
| Öl- und Gasförderung | 11 | statistische Differenz | 2 |
| Transport und Kommunikation | 7 | ||
| Bauwirtschaft | 6 | ||
| sonstiges | 9 | ||
| Quelle: bfai[9] | |||
| Entwicklung der Inflationsrate | Entwicklung des Haushaltssaldos | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| in % gegenüber dem Vorjahr | in % des BIP („minus“ bedeutet Defizit im Staatshaushalt) |
||||||
| Jahr | 2004 | 2005 | 2006 | Jahr | 2003 | 2004 | 2005 |
| Inflationsrate | 6,4 | 7,1 | ~ 7 | Haushaltssaldo | -1,7 | -1,1 | -0,5 |
| Quelle: bfai[10] | ~ = geschätzt | ||||||
| Entwicklung des Außenhandels | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % | ||||||
| 2003 | 2004 | 2005 | ||||
| Mrd. US$ | % gg. Vj. | Mrd. US$ | % gg. Vj. | Mrd. US$ | % gg. Vj. | |
| Einfuhr | 32 | 4 | 55 | 69 | 68 | 24 |
| Ausfuhr | 61 | 7 | 72 | 17 | 81 | 13 |
| Saldo | 28,4 | 16,6 | 12,9 | |||
| Quelle: bfai[11] | ||||||
| Indonesische Kinospielfilmproduktion[12] | |||||||
| Jahr | Anzahl | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1975 | 73 | ||||||
| 1985 | 62 | ||||||
| 1995 | 30 | ||||||
| 2005 | 50 | ||||||
[Bearbeiten] Umwelt
[Bearbeiten] Wald
Der Regenwald Indonesiens gilt als der artenreichste weltweit. Dennoch werden die Wälder Indonesiens so schnell vernichtet wie in keinem anderen Land der Welt. Prognosen des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen zufolge werden bis zum Jahr 2022 98 % der Wälder degradiert oder verschwunden sein.[13] Dies ist zum einen auf die (legale) Umwandlung von Primärwäldern zurückzuführen. Zum anderen ist Illegaler Holzeinschlag für die derzeitige Entwaldung von bis zu knapp 2 Millionen ha pro Jahr[14] eine Ursache. Etwa 88 % des Holzes stammen aus illegalem Einschlag. Dieser Trend spiegelt sich auch im Zustand des Artenbestandes wider: Indonesien hat derzeit die längste Liste an vom Aussterben bedrohten Arten. Der bekannteste Vertreter dieser Liste ist wohl der Orang Utan, der noch auf Sumatra und Borneo vorkommt.
Ökonomisch betrachtet sind Primärwälder eine sehr ungünstige Form der Landnutzung. Diese Flächen sind unproduktiv und leisten daher keinen Beitrag zur Volkswirtschaft, für Einkommen und Entwicklung. Große Flächen werden deshalb gerodet und/oder abgebrannt, um Bodenschätze zu gewinnen, oder um Land- und Forstwirtschaft in Plantagenform zu betreiben. Dabei wird vor allem Holz zur Verarbeitung in der Papierherstellung und Palmöl zur Energiegewinnung hergestellt. Beim Abbrennen der Wälder, insbesondere in Gebieten mit viel Torf, entsteht starker Rauch der sich zeitweise auch auf die Nachbarländer Malaysia, Singapur und Brunei erstreckt und gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden anrichtet und zu politischen Konflikten führt. Besonders stark und monatelang anhaltend war der Rauch in den Jahren 1983/84, 1997/98 und 2005.
Die Böden sind oft zu nährstoffarm, als dass sie langfristig agrarwirtschaftlich genutzt werden könnte. So wird auf dem ehemaligen artenreichen Regenwaldboden nur einige Jahre angebaut, bevor er nutzlos und ausgelaugt brachliegt. Meist siedelt sich dort dann das hartnäckige Elefantengras an. Den Bauern bleibt keine andere Möglichkeit, als Regenwald für neue Anbauflächen zu roden.
Die CO2-Emissionen Indonesiens, des viertgrößten Emittenten weltweit, sind zu 80 % auf Entwaldung zurückzuführen.[15]
[Bearbeiten] Gewässer
Aus dem Flugzeug und selbst von Satellitenaufnahmen deutlich zu sehen ist Freeports über 250 km² zerstörende Flussentsorgung durch Minenabraum der Grasberg-Mine in West Papua. Flussentsorgung (englisch „riverine disposal“) ist in den USA und anderen Bergbau betreibenden Industriestaaten wegen ihrer Langzeitumweltschäden verboten. Auch Indonesien hat 2001 ein solches Verbot erlassen. Für Freeport gelten, dank guter Beziehungen zur indonesischen Regierung, die Klauseln des unveröffentlichten Konzessionsvertrages, in denen keine Umweltauflagen enthalten sind. Neben dem Abraum stellt Acid Mine Drainage (saurer Haldenabfluss) das Hauptumweltproblem dar, das auch den benachbarten Lorentz-Nationalpark bedroht.
An der Küste von Sulawesi tritt das Phänomen der Korallenbleiche auf. Es wird versucht, der Zerstörung durch künstlichen Korallenriffe zu begegnen. Dabei werden Stahlkonstruktionen unter schwachen Gleichstrom gesetzt, was eine Mineralakkretion und eine Besiedelung mit Korallen zur Folge hat. Diese Biorock-Technologie wurde von dem Architekten Wolf Hilbertz entwickelt.
Die Zyanid- und Dynamitfischerei ist inzwischen verboten. Trotzdem ist besonders die Zyanidfischerei noch vielerorts an der Tagesordnung.
[Bearbeiten] Quellenangaben
- ↑ Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Indonesien
- ↑ Radio Vatikan: Schweizer Bundespräsidentin trifft Religionsführer, 9. Februar 2007.
- ↑ International Crisis Group: Resources and Conflict in Papua. Brussel 2002 pdf 737 kb, S. 8
- ↑ http://www.tagesschau.de/ausland/indonesien12.html Indonesien tritt aus OPEC aus
- ↑ [1]
- ↑ EIA, Telapak: Stemming the Tide: Halting The Regional Trade in Stolen Timber in Asia. November 2005 pdf 600 kb
- ↑ Entwicklung des BIP von Indonesien bfai, 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
- ↑ Entwicklung des BIP von Indonesien (absolut): bfai 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
- ↑ Verwendung des BIP von Indonesien (absolut): bfai 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
- ↑ Entwicklung der Inflationsrate von Indonesien: bfai 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
- ↑ Entwicklung des Außenhandels von Indonesien: bfai 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
- ↑ Weltfilmproduktionsbericht (Auszug), Screen Digest, Juni 2006, S. 205–207 (eingesehen am 15. Juni 2007)
- ↑ The Last Stand of the Organutan; UNEP, UNESCO. S. 36 abgerufen am 10. Januar 2008. Achtung, große Datenmengen.
- ↑ Global Forest Ressources Assessment 2005. FAO Forestry Paper 147. ISBN 92-5-105481-9. S. 21
- ↑ [2] Information des BMELV, abgurfen am 11. Januar 2008
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- Mochtar Lubis: Dämmerung in Jakarta. Unionsverl., Zürich 1997. ISBN 3-293-20098-2 (Der Autor verbrachte die Jahre 1956 bis 1965 im Gefängnis oder unter Hausarrest. Nach seiner Rehabilitierung gewährt er einen Blick hinter die politischen und gesellschaftlichen Kulissen und Randbedingungen der verschiedenen Gesellschaftsschichten)
- Jacqueline Knörr: Kreolität und postkoloniale Gesellschaft. Integration und Differenzierung in Jakarta. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2007. ISBN 978-3-593-38344-6 (Die Autorin ist Ethnologin und Associate Professor am Max Planck Institut für ethnologische Forschung. Das aktuellste ethnologische Buch über Jakarta in deutscher Sprache)
- Gernot Voltz: Sumatra ist überall. Wehle, Witterschlick/Bonn 1999. ISBN 3-89573-091-2 (Humorvolles Reisetagebuch)
- Nigel Barley: Hello Mister Puttymann. Klett-Cotta, Stuttgart 1999. ISBN 3-423-12580-2 (Auch in Realität Ethnologe des British Museum in London, schreibt er im Slapstick-Charakter seine Erlebnisse im Toraja-Gebiet Sulawesis)
- Inge Schubart: Ärztin im Dschungel von Sumatra. Stieglitz-Verl., Mühlacker 1995. ISBN 3-7987-0327-2 (Ereignisreiche Leben der Ärztin im Dschungel 1950-60)
- Ida Pfeiffer: Abenteuer Inselwelt. Promedia, Wien 1993. ISBN 3-900478-70-8 (Vierjährige Reise der österreichischen Reiseliteratin 1851 durch Borneo, Sumatra und Java)
- Max Dauthendey: Erlebnisse auf Java. Aus Tagebüchern. Albert Langen, München 1924.
- Der Millionen-Umzug im Wettlauf mit der Zeit. in: GEO Magazin. Hamburg 1986,6. ISSN 0342-8311 (Zum Transmigrasi-Problem; immer noch aktuelles Problem)
- Steven Drakeley: The history of Indonesia. Greenwood, Westport Co 2005. ISBN 0-313-33114-6
- Philippe Raggi: Indonésie, la nouvelle donne. Éd. de l’Harmattan, Paris 2000. ISBN 2738499821
- Françoise Cayrac Blanchard: L’armée et le pouvoir en Indonésie. Édition L’Harmattan, Paris 1992. ISBN 2738407838
- Françoise Cayrac Blanchard, Stéphane Dovert, Frédéric Durand: Indonésie – un demi-siècle de construction nationale. Édition L’Harmattan, Paris 1992, 2000. ISBN 2-7384-8779-3
- Martin Jankowski: Indonesisches Sekundenbuch. Gedichte, übersetzt von Katrin Bandel, indonesische Nachdichtungen von Dorothea Rosa Herliany, Begleitwort von Goenawan Mohamad. Indonesiatera, Magelang (Java) 2006 (indonesisch-deutsch). ISBN 929-775-001-x
- Matti Justus Schindehütte: Zivilreligion als Verantwortung der Gesellschaft – Religion als politischer Faktor innerhalb der Entwicklung der Pancasila Indonesiens. Abera, Hamburg 2006. ISBN 3-934376-80-0
- Maria Blechmann-Antweiler: Ohne uns geht es nicht – Ein Jahr bei Frauen in Indonesien. LIT, Münster 2001. ISBN 3-8258-5645-3 (Der einjährige Aufenthalt in einer indonesischen Familie auf Sulawesi wird lebhaft beschrieben)
- Genia Findeisen: Frauen in Indonesien – Geschlechtergleichheit durch Demokratisierung? Eine Analyse des Demokratisierungsprozesses aus Frauenperspektive. Johannes Herrmann Verlag, Wettenberg 2008. ISBN 978-3-937983-11-0
- Berthold Damshäuser, K.H. Ramadhan: Gebt mir Indonesien zurück! Eine Anthologie moderner indonesischer Lyrik. Horlemann, Bad Honnef 1994. ISBN 3-927905-89-5
- Länderprofil Indonesien. Demokratischer Aufbruch, gesellschaftlicher Wandel und Folgen der Globalisierung, Düsseldorf 2007 Nord-Süd-Netz des DGB Bildungswerks
[Bearbeiten] Weblinks
- Indonesische Botschaft in Berlin
- Indonesisches Konsulat in Frankfurt am Main
- Deutsche Botschaft in Jakarta
- Deutsch-Indonesische Gesellschaft Südwestfalen e.V., Siegen
- Deutsch-Indonesische Gesellschaft e.V., Köln
- Panorama, Indonesienmagazin (deutsch)
- Asean News Network (englisch, indonesisch)
- The Jakarta Post (englisch)
- Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung
- Watch Indonesia!
- Indonesia Portal (Informationen zu Politik und Konflikten in Indonesien)
- Österreichische-Indonesische Gesellschaft
- GlobalDefence.net / Länderdossier: Indonesien
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1 Liegt zum Teil auch in Europa. 2 Liegt größtenteils in Afrika. 3 Liegt zum Teil auch in Ozeanien.
Koordinaten: 11°S – 6°N, 95°–141° O