Stadtwaage (Bremen)

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Die Bremer Stadtwaage 2006
Fassadendetails

Die Stadtwaage in der Langenstraße 13 in Bremen war einst Standort der städtischen Waage der Stadt.

Die Einrichtung war notwendig, um die Kunden vor Betrügern zu schützen und um Steuern und Abgaben bestimmen zu können.

Geschichte der alten Bauten[Bearbeiten]

Erstmals wurde die öffentliche Waage, auf der jeder Händler seine Waren wiegen lassen musste, im Jahr 1330 erwähnt. Spätestens ab 1440 hatte sie ihren Standort in der Langenstraße, die eine der Hauptverkehrsstraßen Bremens war. Zwischen 1586 und 1588 wurde von Lüder von Bentheim ein Neubau an der gleichen Stelle errichtet. Es handelte sich um einen Backsteinbau mit Sandsteinverzierungen im Stil der Weserrenaissance. Auf jedem Absatz des Giebels befanden sich Doppelpilaster, und die Fenster waren mit muschelförmigen Schmuckelementen bekrönt. Über den Fenstern des ersten Stockes war außerdem ein Fries mit Puttenköpfen zu sehen, und an der Front des Gebäudes symbolisierte eine goldfarbene Waage den Verwendungszweck des Hauses. Im Erdgeschoss führten zwei Rundbogentore ebenerdig zur Waage, in den Obergeschossen befanden sich Speicherräume, denn das Haus diente auch als Ratskornspeicher. Bis ins 18. Jahrhundert hinein beherbergte dieser Bau noch die öffentliche Waage, ab 1877 das Steuer- und Katasteramt, das 1925 auszog. Von 1927 bis zur Zerstörung des Bauwerks 1944 hatte die NORAG, der erste bremische Rundfunksender, hier ihren Sitz.

Zerstörung und Wiederaufbau[Bearbeiten]

Dem Bombardement vom 6. Oktober 1944 fiel das gesamte Gebäude mit Ausnahme der Außenmauern zum Opfer. Zwar wurde gleich nach dem Krieg mit dem Wiederaufbau begonnen und der Giebel rekonstruiert, doch da über die Gestaltung der Rückfront keine Einigkeit erzielt werden konnte, brach man die Arbeiten 1953 vorläufig ab. 1958 lehnte die Bürgerschaft den Wiederaufbau endgültig ab. Die Sparkasse Bremen unterstützte dann den Abriss der Ruine und einen Neubau hinter dem rekonstruierten alten Giebel unter der Federführung des damaligen Baudenkmalpflegers Rudolf Stein. Auf der Rückseite wurde ein modernes Relief angebracht, das die Geschichte des Hauses veranschaulichen sollte. Seit 1973 steht das Haus unter Denkmalschutz.[1]

Heutige Nutzung[Bearbeiten]

Das Gebäude enthält heute als Kulturhaus Stadtwaage der Sparkasse Bremen einen Veranstaltungssaal und ist Sitz der Günter-Grass-Stiftung und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Stein: Romanische, gotische und Renaissance-Baukunst in Bremen, Bremen 1962, S. 504-516.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Denkmaldatenbank des LfD

Weblinks[Bearbeiten]

53.0763416666678.8054611111111Koordinaten: 53° 4′ 34,8″ N, 8° 48′ 19,7″ O