Delila

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Artus Quellinus der Ältere: Samson und Dalila, Gebrannter Ton, Antwerpen 1640. Bode-Museum, Raum 256

Delila (von hebr. „dal“: charakterschwach, arm. Andere Erklärungsversuche bringen den Namen in Verbindung mit Worten wie „dala“ oder „dalal“ was so viel bedeutet wie „Flirt“ bzw. „Verwöhnung“ ), auch Delilah oder Dalila, ist eine durch den Tanach und das Alte Testament der Bibel überlieferte philistinische Frau, die den als unbezwingbar geltenden israelitischen Richter Samson (oder Shimshon/Simson) verriet und seinen Feinden auslieferte.

Delila lebte dem Buch der Richter (Kap 16) nach im Tal und am Bach von Sorek. Es war ein kleines Seitental, beinahe ein Wadi, heute im Grenzgebiet Israels zum Gazastreifen gelegen.

Samson, ein Geweihter Gottes (Nasiräer) von Geburt an, war von Gott mit unbesiegbarer Stärke gesegnet. Entsprechend den Auflagen des Nasiräats sollte niemals ein Schermesser an sein Haar gelangen, ansonsten würde er seine Kraft verlieren. In zahlreichen Abenteuern kämpfte Samson gegen die Feinde seines Volkes, die er stets besiegte und daher als unbezwingbar galt. Die Bibel berichtet, dass Samson sich in ein Mädchen aus dem Tal Sorek verliebte, mit Namen Delila (Ri 16,4). Delila gehörte dem Volk der Philister an. Die Fürsten ihres Stammes versprachen ihr 1100 Silberstücke, wenn sie das Geheimnis von Samsons Kraft lüften und ihnen verraten würde. Delila fragte Samson also nach dem Ursprung seiner großen Kraft, dreimal erhielt sie von ihm eine falsche Antwort. So sagte er ihr

  1. wenn man ihn mit sieben Seilen von frischem Bast bände,
  2. wenn jemand ihn mit neuen Stricken fessele,
  3. wenn man seine sieben Locken mit einem Webstuhl zusammenflechten und mit einem Pflock im Boden befestigen würde, wäre er zu bezwingen.

Jedes Mal, sobald Samson vermeintlich schwach war, rief Delila: „Samson, Philister über dir!“ - Doch in allen drei Fällen war Samson kampfbereit. Beim vierten Mal jedoch klagte Delila, Samson würde ihr nicht genug vertrauen. „Da wurde ihm sein Herz sterbensmatt“ und er verriet ihr sein Geheimnis. Delila wusste, dass er ihr diesmal die Wahrheit erzählt hatte. Sie ließ die Fürsten der Philister rufen, die Samson die Haare im Schlaf abschnitten und ihn anschließend blendeten.

Nach Samsons Gefangennahme berichtet die Bibel nichts über Delila. Vielleicht war sie im Tempel des Gottes Dagon, als Samson ihn mit seiner zurück gewonnenen Kraft zum Einsturz brachte und im eigenen Tod - laut Bibel - damit mehr Menschen tötete als zu seinen Lebzeiten.

Dies bleibt jedoch Vermutung. Dennoch liegt der Schluss nahe, da Samson rief: „Herr HERR, denke an mich und gib mir Kraft, Gott, noch dies eine Mal, damit ich mich für meine beiden Augen „einmal“ räche an den Philistern!“ Vielleicht meinte er auch die anwesende Delila.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Madlyn Kahr: Delilah. In: The Art Bulletin, 54/3 (1972), S. 282-99.
  • Xenia Ressos: Samson und Delila in der Kunst von Mittelalter und Früher Neuzeit. Petersberg 2014, ISBN 3865688438.
  • Carol Smith: Samson and Delilah: A Parable of Power?. In: Journal for the Study of the Old Testament, 76 (1997), S. 45-57.

Weblinks[Bearbeiten]